Bikepacking ist eine tolle Art, die Natur zu erkunden und gleichzeitig sportlich aktiv zu sein. Es ist quasi das Backpacking auf dem Fahrrad – leichtes Gepäck und viel Freiheit. Gerade wenn du neu in diesem Hobby bist, fragst du dich vielleicht, was du alles brauchst und wie du deine erste Tour am besten planst. Keine Sorge, das ist gar nicht so kompliziert, wie es vielleicht klingt. Hier bekommst du die wichtigsten Infos, damit dein erstes Bikepacking-Abenteuer ein voller Erfolg wird.
Wichtige Tipps für bikepacking-anfaenger
- Für deine erste Tour sind Gravelbikes eine gute Wahl, da sie vielseitig sind und sowohl auf Straßen als auch auf leichten Trails gut funktionieren.
- Packe nur das Nötigste und achte auf leichte, wasserdichte Taschen, die du gut am Fahrrad befestigen kannst, statt alles auf dem Rücken zu tragen.
- Beginne mit kurzen Touren von zwei bis drei Tagen in deiner Nähe, um dich und deine Ausrüstung kennenzulernen, und plane regelmäßige Pausen ein.
- Achte auf funktionale Kleidung, die dich vor Wind und Wetter schützt, und packe Werkzeug sowie Ersatzteile für kleine Reparaturen ein.
- Plane deine Route im Voraus und informiere dich über Wasserquellen und mögliche Übernachtungsplätze, um gut versorgt zu sein.
Das Richtige Fahrrad Für Dein Bikepacking-Abenteuer
Für dein erstes Bikepacking-Abenteuer ist die Wahl des richtigen Fahrrads entscheidend. Es muss nicht gleich das teuerste Modell sein, aber es sollte zu den Strecken passen, die du fahren möchtest. Denk darüber nach, wo deine Reise hingehen soll: Hauptsächlich auf Asphalt, Schotterwegen oder doch eher auf anspruchsvollen Trails?
Gravelbikes als Vielseitige Wahl
Gravelbikes sind quasi die Alleskönner unter den Bikepacking-Rädern. Sie sind eine Mischung aus Rennrad und Mountainbike. Das bedeutet, sie sind schnell genug für längere Asphaltabschnitte, aber auch robust genug, um dich über Schotterpisten und leichtere Waldwege zu bringen. Viele Gravelbikes haben extra Ösen, an denen du problemlos Taschen und Gepäckträger befestigen kannst. Sie sind oft leichter als Mountainbikes und bieten einen guten Kompromiss, wenn du nicht nur auf grobem Gelände unterwegs bist.
Mountainbikes für Anspruchsvolles Gelände
Wenn deine Route dich hauptsächlich durch unwegsames Gelände führt, Wurzeln, Steine und steile Anstiege inklusive sind, dann ist ein Mountainbike die bessere Wahl. Mountainbikes bieten dir durch ihre Federung und die breiteren Reifen mehr Komfort und Kontrolle auf ruppigen Wegen. Sie sind dafür auf glattem Asphalt etwas langsamer und verbrauchen mehr Energie. Für echte Offroad-Abenteuer sind sie aber unschlagbar.
Rennräder für Schnelle Touren
Ein Rennrad ist für die meisten Bikepacking-Touren eher ungeeignet, es sei denn, du planst eine reine Asphalt-Tour mit sehr leichtem Gepäck. Sie sind nicht für unbefestigte Wege ausgelegt und die dünnen Reifen und die sportliche Sitzposition machen sie auf Schotter oder Waldwegen schnell unbequem und anfällig für Pannen. Wenn du aber wirklich nur auf gut ausgebauten Straßen unterwegs sein willst und Wert auf Geschwindigkeit legst, könnte es eine Option sein, aber für den Anfang würde ich eher zu einem Gravelbike raten.
Essenzielle Ausrüstung für Bikepacking-Anfänger
Für dein erstes Bikepacking-Abenteuer brauchst du nicht gleich das teuerste Equipment. Wichtig ist, dass deine Ausrüstung funktional ist und dich nicht unnötig belastet. Das Ziel ist, alles Nötige dabei zu haben, ohne zu viel Gewicht mitzuschleppen.
Wasserdichte Bikepacking-Taschen
Das A und O beim Bikepacking sind die Taschen. Sie sind dein mobiler Stauraum für alles, was du unterwegs brauchst. Achte unbedingt darauf, dass sie wasserdicht sind, denn kein Radfahrer mag nasse Kleidung oder einen durchnässten Schlafsack. Spezielle Bikepacking-Taschen, wie Rahmentaschen, Satteltaschen oder Lenkertaschen, lassen sich eng am Rad befestigen und stören beim Fahren kaum. Sie verteilen das Gewicht gut und halten deine Sachen trocken. Viele Hersteller bieten gute Einsteigermodelle an, die auch das Budget schonen. Eine gute Rahmentasche ist oft der erste Schritt, um das Gewicht tief und zentral am Rad zu halten. Taschen für dein Rad
Minimalistische Campingausrüstung
Wenn du draußen übernachten willst, brauchst du eine Campingausrüstung. Aber denk dran: Weniger ist mehr! Ein großes Familienzelt ist für das Rad meist zu sperrig und schwer. Setze stattdessen auf leichte und kompakte Lösungen wie ein Tarp, einen Biwaksack oder ein Ultraleichtzelt. Auch bei Isomatte und Schlafsack zählt jedes Gramm. Überlege dir, wie viel Komfort du wirklich brauchst und wähle entsprechend aus. Ein kleines, leichtes Kochset kann auch Gold wert sein, wenn du unterwegs selbst kochen möchtest.
Funktionskleidung für Jede Witterung
Die richtige Kleidung ist entscheidend, damit du bei jedem Wetter Spaß hast. Setze auf atmungsaktive Materialien, die schnell trocknen. Eine gute Regenjacke und eine Regenhose sind Pflicht. Auch ein paar warme Schichten für kühlere Abende oder Morgen sind wichtig. Überlege dir, ob Zip-Off-Hosen praktisch für dich sind, da sie Platz sparen können. Denke daran, dass du deine Kleidung unterwegs auch mal waschen musst, also sind schnell trocknende Stoffe ideal. Packe lieber mehrere dünne Schichten als eine dicke, so kannst du dich besser an wechselnde Temperaturen anpassen.
Clevere Packstrategien für Dein Bikepacking-Gepäck
Beim Bikepacking geht es darum, mit möglichst wenig Gepäck auszukommen, damit dein Rad leicht und wendig bleibt. Das bedeutet, du musst clever packen. Stell dir vor, du verteilst dein Zeug auf mehrere kleine Taschen, die direkt am Fahrrad befestigt werden – am Lenker, am Rahmen und unter dem Sattel. Das ist viel besser, als alles in große Taschen zu stopfen, die das Rad schwerfällig machen.
Gewichtsverteilung am Fahrrad
Das A und O beim Packen ist die Gewichtsverteilung. Schwere Sachen gehören tief und nah ans Fahrrad. Denk an die Rahmentasche für dein Werkzeug oder Kochzeug. Leichtere Dinge, die du schnell brauchst, wie Regenjacke oder Snacks, kommen in die Lenkertasche. Die Satteltasche ist super für mittelschwere Sachen wie Kleidung oder den Schlafsack. So bleibt dein Rad gut ausbalanciert, egal ob du bergauf oder bergab fährst.
Leichte und Kompakte Ausrüstung
Wenn du öfter auf Tour gehst, lohnt es sich, über ultraleichte Ausrüstung nachzudenken. Aber auch ohne das teure Zeug geht’s: Pack nur das Nötigste. Ein kleines Zelt oder ein Tarp ist leichter als ein großes. Ein Kompressionssack für deinen Schlafsack macht ihn kleiner. Überleg dir bei jedem Teil, ob du es wirklich brauchst. Weniger ist oft mehr, gerade wenn du lange Strecken vor dir hast.
Unverzichtbare Werkzeuge und Ersatzteile
Du brauchst nicht viel, aber das Richtige. Ein Flickzeug für Schläuche, ein paar Ersatzschläuche, ein Multitool mit den wichtigsten Bits und vielleicht ein Kettennieter sind Gold wert. Denk auch an Kabelbinder und Panzertape – die können bei vielen Problemen helfen. Ein kleines Erste-Hilfe-Set ist auch immer eine gute Idee. Pack das alles am besten in eine kleine Tasche, die du gut erreichen kannst, vielleicht in die Rahmentasche.
Planung Deiner Ersten Bikepacking-Tour
Geeignete Routen für Einsteiger
Für deine allererste Bikepacking-Tour ist es ratsam, eine Route zu wählen, die nicht gleich zu anspruchsvoll ist. Gut ausgebaute Fernwanderwege oder Forststraßen sind oft eine gute Wahl. Sie sind meist gut ausgeschildert, was die Navigation erleichtert, und du bist in der Regel nicht allzu weit von der Zivilisation entfernt. Das gibt dir ein gutes Gefühl der Sicherheit, falls doch mal etwas schiefgeht. Beginne am besten mit einer Tagestour oder einer kurzen Übernachtungstour in deiner Nähe. So lernst du deine Ausrüstung und dich selbst besser kennen. Wenn du dich dann sicherer fühlst, kannst du dich langsam an längere und abgelegenere Strecken wagen. Viele nutzen Online-Tools wie Komoot oder Strava, um passende Strecken zu finden und zu planen. Hier kannst du auch sehen, wo es Wasserquellen oder Unterkünfte gibt. Eine gute Ressource für Routenvorschläge ist auch dieser Artikel.
Tagesetappen und Pausenplanung
Wie viele Kilometer du am Tag schaffst, hängt von vielen Faktoren ab: deinem Fitnesslevel, dem Gelände, dem Gewicht deines Gepäcks und deiner Fahrtechnik. Für den Anfang sind Tagesetappen von 40 bis 60 Kilometern auf eher einfachen Strecken eine gute Richtlinie. Wenn du merkst, dass du gut vorankommst, kannst du das natürlich steigern. Wichtig ist aber, dass du dir genügend Pausen gönnst. Plane am besten alle ein bis zwei Stunden eine kurze Rast ein, um etwas zu essen, zu trinken und dich kurz zu erholen. So vermeidest du, dass du dich zu sehr verausgabst und die Tour noch genießen kannst. Denk daran, dass das zusätzliche Gewicht dein Fahrverhalten beeinflusst und du dich erst daran gewöhnen musst.
Übernachtungsmöglichkeiten Unterwegs
Bei der Planung deiner Tour solltest du dir auch überlegen, wo du übernachten möchtest. Möchtest du komplett autark sein und im Zelt schlafen, oder bevorzugst du ab und zu eine feste Unterkunft wie eine Pension oder eine Berghütte? Informiere dich im Voraus über mögliche Campingplätze oder offizielle Stellplätze entlang deiner Route. Wenn du in Unterkünften übernachten möchtest, ist es oft ratsam, diese im Voraus zu buchen, besonders in beliebten Gegenden oder zu Hauptreisezeiten. Wenn du minimalistisch packst und nur das Nötigste mitnimmst, kannst du auch spontaner entscheiden, wo du die Nacht verbringst, indem du dir einfach ein ruhiges Plätzchen suchst, wo es erlaubt ist. Aber Achtung: Informiere dich immer über lokale Regeln und Naturschutzbestimmungen, bevor du dich entscheidest, wild zu campen.
Sicherheit und Verpflegung auf Tour
Sicherheit und Verpflegung sind zwei Dinge, die du auf deiner ersten Bikepacking-Tour auf keinen Fall unterschätzen solltest. Es ist ja nicht so, dass du nur ein paar Stunden unterwegs bist, sondern oft mehrere Tage. Da kann schnell mal was schiefgehen, wenn man nicht vorbereitet ist.
Navigation und Notfallausrüstung
Ein guter Plan ist die halbe Miete, aber was, wenn der Plan nicht aufgeht? Deshalb ist es wichtig, dass du dich nicht nur auf dein Handy verlässt. Klar, Apps wie Komoot sind super für die Routenplanung und zeigen dir auch Trinkbrunnen oder Sehenswürdigkeiten an. Aber was ist, wenn der Akku leer ist oder du keinen Empfang hast? Nimm unbedingt eine Powerbank mit, um dein Handy laden zu können. Noch besser: Eine richtige Karte und ein Kompass. Das klingt vielleicht altmodisch, aber es funktioniert immer. Und für den Notfall? Ein kleines Erste-Hilfe-Set ist ein Muss. Denk an Pflaster, Desinfektionsmittel, Schmerztabletten und vielleicht ein paar Blasenpflaster. Ein Multitool mit Reifenhebern und Flickzeug ist auch Gold wert, falls du dir einen Platten einfängst. Und wenn du wirklich mal liegen bleibst, solltest du wissen, wie du Hilfe rufst. Eine kleine Pfeife kann da auch nicht schaden.
Ausreichende Flüssigkeitszufuhr
Man unterschätzt leicht, wie viel man trinkt, wenn man aktiv ist. Gerade bei warmem Wetter oder wenn es bergauf geht, verlierst du viel Flüssigkeit. Wenn du zu wenig trinkst, wirst du müde, bekommst Kopfschmerzen und deine Leistung lässt nach. Ich versuche immer, etwa alle 15-20 Minuten einen Schluck zu nehmen. Zwei Flaschen mit je 0,75 Litern sind da schon mal eine gute Basis. Schau vorher nach, wo du unterwegs Wasser nachfüllen kannst. Manchmal gibt es öffentliche Brunnen oder kleine Läden. Wenn du unsicher bist, nimm Wasserenttabletten mit. Die machen aus fast jedem Wasser trinkbares Wasser.
Energieversorgung mit Snacks
Du brauchst Energie, um Kilometer zu machen. Und die bekommst du nicht nur durch die Hauptmahlzeiten. Kleine Snacks zwischendurch sind super wichtig, um dein Energieniveau hoch zu halten. Ich packe immer eine Mischung aus schnellen Kohlenhydraten und etwas Längerem ein. Riegel sind praktisch, aber auch Nüsse, Trockenfrüchte oder ein paar Gummibärchen tun ihren Dienst. Wenn du zeltest, sind Haferflocken für das Frühstück oder ein einfacher Milchreis für den Abend auch super. Denk daran: Dein Körper verbraucht auf dem Rad viel mehr Kalorien als im Alltag. Also iss lieber ein bisschen mehr als zu wenig. Und wenn du merkst, dass die Kräfte nachlassen, greif zu einem schnellen Snack. Das ist besser als eine Zwangspause wegen Unterzuckerung.
Bereit für dein erstes Abenteuer?
So, das war’s also mit den Grundlagen fürs Bikepacking. Es mag am Anfang vielleicht ein bisschen viel erscheinen, mit der Ausrüstung und der Planung. Aber denk dran: Du musst nicht gleich die härteste Tour der Welt machen. Fang klein an, vielleicht mit einer Übernachtung im Wald in deiner Nähe. So lernst du dein Rad und deine Ausrüstung besser kennen. Das Wichtigste ist, dass du Spaß hast und die Natur genießt. Mit der richtigen Vorbereitung steht deinem ersten großen Abenteuer auf zwei Rädern nichts mehr im Weg. Also, pack deine Sachen und ab geht’s!
Häufig gestellte Fragen
Ist Bikepacking auch etwas für Anfänger?
Ja, Bikepacking ist für alle, die gerne Rad fahren, egal wie viel Erfahrung sie haben. Wichtig ist, dass du erstmal mit kurzen Touren anfängst und dich dann langsam an längere und schwierigere Strecken herantastest. So lernst du dein Rad und deine Ausrüstung gut kennen.
Welches Fahrrad ist am besten für Bikepacking?
Eigentlich kannst du fast jedes Fahrrad für Bikepacking nutzen. Gravelbikes sind super, weil sie sowohl auf Straßen als auch auf Feldwegen gut fahren. Aber auch mit einem Mountainbike oder sogar einem Rennrad kannst du loslegen. Es kommt darauf an, wo du fahren möchtest.
Wie viel Gepäck sollte ich maximal mitnehmen?
Beim Bikepacking gilt: Weniger ist mehr! Packe nur das Nötigste, damit dein Rad leicht bleibt und gut zu fahren ist. Ideal ist es, wenn dein Gepäck nicht mehr als 6 bis 9 Kilogramm wiegt. So bist du flexibel und hast mehr Spaß auf der Tour.
Wie plane ich meine erste Bikepacking-Route?
Such dir eine Route aus, die zu dir passt – je nachdem, wie fit du bist und welche Landschaft du magst. Überlege dir, wie weit du fahren willst und wo du schlafen kannst. Apps wie Komoot helfen dir bei der Planung, oder du schaust dir schöne Wanderwege an, die oft gut ausgeschildert sind.
Wie sorge ich für genug Essen und Trinken auf der Tour?
Ganz wichtig ist, dass du genug isst und trinkst, damit du immer genug Energie hast. Plane deine Mahlzeiten und nimm genügend Snacks mit. Trinke auch immer genug Wasser, am besten mindestens 0,75 Liter pro Stunde, das ist ungefähr eine große Flasche.
Was für Kleidung und Ausrüstung brauche ich unbedingt?
Packe Kleidung, die schnell trocknet und dich vor Wind und Wetter schützt. Eine gute Radhose ist Gold wert, um bequem zu sitzen. Denk auch an eine Regenjacke und -hose, Handschuhe und eine Sonnenbrille. Ein Erste-Hilfe-Set und Werkzeug für dein Rad sind auch unverzichtbar.