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Von Görlitz durch Polen und Tschechei bis nach Prag

August 2005

Campingreise in einem Halbkreis im Uhrzeigersinn mit Falträdern, Birdy und Dahon

Von Ulli Gehrmann
Unsere Anreise geschah von zwei verschiedenen Orten der deutschen Republik mit dem IC, ICE und RE. Mit den Falträdern ist das wirklich ein besonders schneller und komfortabler Luxus. In Görlitz ging es nach einer kurzen Stärkung in einem Café über die Grenze. Von den offenen Grenzen Europas verwöhnt, wollten wir durchradeln und wurden direkt zurückgepfiffen. Aber der Formfehler war schnell behoben und die Grenzübertritte im Vergleich zu früheren Zeiten unvorstellbar.

Die Reiseroute

Zur Orientierung hatten wir eine 1:200.000er Karte von unserem Reisegebiet - mit für uns vertrauteren zusätzlichen deutschen Ortsnamen. Die Karte sollte sich als weitgehend ausreichend, aber leider nicht immer aktuell erweisen. Schon nach wenigen Kilometern verließen wir die Ausfallstraße und genossen die wenig befahrenen kleinen Straßen, die in hügeligem Terrain dem Auge immer Abwechslung boten - und eine berggängige Übersetzung begünstigten. Wir waren mit einem Birdy und einem Dahon unterwegs, die beide jeweils mit der SRAM 3 * 7 ausgestattet sind, und haben gerade die kleineren Übersetzungen häufig benötigt.

Die automobile Westanpassung funktioniert: Je besser der Asphalt ist, um so mehr rasen auch hier die Autofahrer. Zu unserer Sicherheit hatten wir einen ansteckbaren Abstandshalter, der nicht nur einmal angefahren wurde. Aber immerhin war auf vielen unserer Strecken wenig Autoverkehr. Schon bald begleiteten uns Radstreckenhinweise, die einfach an die Alleebäume gesprüht worden waren. Da wir in Polen in der Nähe von Hirschberg Bekannte besuchen wollten, hatten wir uns nicht ernsthaft um eine zu den Hinweisen passende Karte bemüht. Viele der kleinen Straßen sind allerdings in schlechtem Zustand. Tiefe Schlaglöcher ließen uns gelegentlich in Schlangenlinie darauf fahren, als hätten wir von dem süffigem Pivo (Bier) schon zuviel getrunken. Das bedeutete, dass wir nicht nur die vielen Anstiege langsam hoch konnten, sondern leider nur wenig schneller hinunterfahren mussten.

Für die Tagesetappen bedeutete das für uns - geübte und sonst auch sportlich fahrende - mit Minimum-Camping-Gepäck ausgerüsteten Radfahrer allerdings ein Schnitt von nur 15 km/h, was doch recht beschränkte Tagesetappen erlaubte.

Beeindruckend sind die restaurierten historischen Gebäude und Burgen am Wegesrand. Die Probleme ausreichender Sicherung der Räder und des Gepäcks haben uns doch ein wenig in unserer Bewegungsfreiheit ohne Rad eingeschränkt, worauf sich wohl auch viele der Polenwitze begründen: Polnischer Triathlon: Zur Badeanstalt laufen, eine Runde schwimmen und zurück mit einem .. Rad.

Burg bei Gryfów Slaski (Greiffenburg), Polen
Burg bei Gryfów Slaski (Greiffenburg), Polen

Unsere Kenntnisse in den Landessprachen reichen zu wenig mehr als Höflichkeitsausdrücken, einem Schimpfwort und Wörtern für die wichtigsten Lebensmittel. Es wird aber fast mehr deutsch als englisch und eher selten französisch gesprochen, so dass die nicht immer ausreichenden Beschilderungen durch Befragung überprüft werden können. Eine einigermaßen gute Karte ist allerdings notwendig, da in beiden Ländern unsere Aussprache, wenn nicht Erheiterung, dann allerdings Verwunderung hervorrief. Folgender Witz beschreibt das Problem vortrefflich: Kommt ein Pole zum Augenarzt. Der hält ihm die Buchstabentafel vor, auf der steht C Z W X N Q Y S T A C Z, und fragt ihn: "Können Sie das lesen?" "Lesen?" ruft der Pole erstaunt aus, "Ich kenne den Kerl!"

Am geringsten haben letztendlich die Kinder Schwierigkeiten bei der Verständigung mit uns gehabt, obwohl einige ihren Spaß daran hatten, dass es wirklich Menschen auf der Welt gibt, die auf Polnisch nur einwandfrei sagen konnten, dass sie die Sprache nicht sprechen können - was ja somit wirklich nicht so sehr glaubhaft erscheint. Auch wir hatten viel Freude mit ihnen und ließen uns immer wieder auf kleine Radrennen ein. Zum Teil begleiteten uns die kleinen Lausbuben mit ihren edel aussehenden, aber an der Schaltung und der Bremse verrotteten Rädern etliche Kilometer, bis wir uns ein wenig wie Rattenfänger vorkamen und sie trotzdem nur schwer zur Umkehr zu bewegen konnten.

Rattenfänger
Polnischen Lausbuben, immer zum Radrennen bereit

Da wir auch keine Angst vor dem "Wildzelten" hatten, waren die nicht so häufig anzutreffenden Campingplätze für uns Orientierungspunkte an der Strecke, die wir nutzten, wenn sie passend lagen. Die hygienischen Zustände würden auf der Sterne-Skala der Campingführer auch die untere Bandbreite ausnutzen. Gelegentlich erwiesen sich allerdings die Antworten zu Fragen nach einem Campingplatz als falsch: So sind wir in einem Städtchen in der Tschechei in ein Lokal gegangen, haben uns mit der nahrhaften böhmischen Küche und dem besten Bier gestärkt, bevor uns Einheimische ein ruhiges Übernachtungsplätzchen in der Badeanstalt zeigten.

Das Riesengebirge haben wir eher am östlichen Ausläufer über- bzw. umfahren.

Unsere Campingausstattung bestand aus leichten Minizelten, Isomatten und Schlafsäcken, so dass wir für die Essenversorgung auf - in fast allen Orten zu findende - Lebensmittelläden und in Polen nur in größeren Städten ansässige Restaurants angewiesen waren. Im Vergleich zu den Gepäcktransportvorrichtungen von Reiserädern bedarf es bei den Falträdern natürlich noch stärkerer Beschränkung der Menge und des Gewichtes und Faltbarkeit und Verkleinerbarkeit von Ausrüstungsgegenständen. Aber auch die schätzungsweise 8 bis 10 Kilogramm Gepäckgewicht machen sich an den vielen Hügeln mit teilweise steilen Rampen bemerkbar.

Lebensmittelladen in Polen
Nachschub: Lebensmittelladen in Polen

Die Anfahrt nach Prag haben wir nur auf einer großen Straße am Tage unserer Zugabfahrt nach ca. 380 km hinbekommen. Nach einem Bummel und Essen durch die von Touristen übervölkerten Stadt, haben wir uns wieder im Bahnhof - jeder mit einem anderen Nachtzug getrennt.

Gartenlokal in der Tschechei

 

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© 2005 - letzte Aktualisierung: 07.09.2005
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