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www.birdy-freunde.de/reisen/himalaya.html - ausgedruckt am 26.03.2017

Mit dem Birdy im Himalaya

Von Michael Höschele, Fotos: Patrik Faber

In 24 Stunden auf den welthöchsten begehbaren Pass der Welt und wieder herunter. Von ca. 2800 Metern auf 5416 Meter und wieder zurück. Das alles mit dem Birdy. In 24 Stunden. Ist das machbar?

Ja, es ist machbar. Ich kenne Nepal bereits seit 1989 und bin regelmäßig dort. Seit einiger Zeit leite ich in Nepal und Tibet Reisegruppen, die ich zu Fuß durch Annapurna/Kali Gandaki und Langtang und mit dem Mountainbike durch Langtang, Helambu und Kathmandu Valley führe.
Auf meiner Tour im Dezember 2001 begleiteten mich meine Freunde Nir Dhoj und Patrik. Gegen 17 Uhr starteten wir bei Sonnenschein und wolkenlosem Himmel in Kagbeni (2.800 m) im Herzen des Königreichs Mustang (Nepal). Das gefaltete Birdy in einem Spezialrucksack auf dem Rücken erreichten wir gegen 22 Uhr Muktinath auf rund 3.800 m.

Aufbruch
Aufbruch: Birdy und Ausrüstung wogen rund 18 kg und waren in einem Spezialrucksack untergebracht.

Wir starteten wieder nach einer kurzen und kalten Nacht um 3 Uhr morgens. Die nächste Etappe ging auf den Thorong La-Pass. Bis 4.200 Meter ist es noch relativ flach, aber die Luft wird schon deutlich dünner. Wasser und Proviant waren bei minus 15 bis 20 Grad schon lange gefroren. Wir passierten die einzige und letzte Hütte weit und breit.
Dann 800 Höhenmeter steiler Aufstieg! Diese Rampe raubte einem die Luft. Kein Wunder, wird dieser Weg nur als schwieriger Abstieg benutzt. Keiner außer uns kommt auf die Idee, in diese Richtung aufzusteigen!
Die Sonne wollte und wollte nicht aufgehen. Der Weg war stellenweise vereist. Und immer wieder der Gedanke: "Kommst du da auf einem Birdy mit seinen 18"-Minirädern überhaupt lebendig runter?"
Dann noch recht flache und zähe 416 Höhenmeter, die nicht zu enden schienen. Nach langer Qual um 11 Uhr endlich oben auf der Passhöhe auf 5416 Meter! Oben vereinzelt Trekker, die am Morgen auf der anderen, leichteren Seite vom 4.800 Meter hoch gelegenen Hochcamp gestartet sind. Keiner konnte glauben, wieviel wir schon aufgestiegen sind und verdutzte Blicke gab's erst recht, als ich das Birdy ausgepackt und auseinandergefaltet habe!

Auspacken ...
Auspacken ...
... startklar?
... startklar?

Es war einfach herrlich! Arschkalt, Sonnenschein, dem Himmel so nahe! Und dann der schönste Downhill meines Lebens vor mir: über 2.600 Höhenmeter im Schuss runter!

Auf geht's Über Stock und Stein, Schnee und Eis
Auf geht's! 2.600 Höhenmeter waren "wegzubremsen". Auch in grobem Geröll machte sich das Birdy gut. Der Himalaya liegt auf der Nordhalbkugel - auch dort ist im Dezember Winter - aber garantiert trocken!

Und es ging hundert mal besser als ich dachte: da wo andere zu Fuß schon gerutscht sind, kam ich sehr gut voran. Wenn es schnell zur Sache ging, konnte ich erstaunlich gut springen und die Federung mit dem geringen Federweg machte sich selbst im gröbsten Geröll ganz gut. Trotzdem war es ein halsbrecherisches Unterfangen, das Rad, das Gelände und die hohe Geschwindigkeit zu vereinen. Und 2.600 Höhenmeter herunterzubremsen ist nun wirklich keine Wohltat für die Finger...
Um ca. 15 Uhr waren wir in Kagbeni zurück. Gegen Schluss war ich oft zu schnell und oft jenseits der Grenze der Beherrschbarkeit. Das Vorderrad wollte woanders hin als ich. Lähmende Müdigkeit machte sich breit in einer Luft, die mir schon zum Kauen dick vorkam. Zu meinem Erstaunen und gegen meine Erwartungen lief alles ohne einen Sturz oder eine Panne ab, obwohl das Birdy im Vorfeld nur ganz wenig präpariert wurde!
Fazit: es war ein einmaliges Erlebnis, aber zu verrückt, um es zu wiederholen!

Michael Höschele ist ehemaliger BMX-Profi und betrieb den Fahrradladen "Tretmühle ... das Radhaus" in Biberach an der Riß. Nun führt ein Reiseunternehmen für Sport- und Abenteuer-Reisen im Himalaya mit Schwerpunkt Trekking und Mountainbiking.

Von einer solchen Abfahrt mit dem Birdy wird ausdrücklich abgeraten. Für die Folgen an Mensch und Material wird weder vom Autor, noch von birdy-freunde.de oder riese und müller gehaftet. Bei Geländefahrten erlöschen jegliche Garantie- und Gewährleistungsansprüche!

 

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© 2002 - letzte Aktualisierung: 24.05.2005
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