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www.birdy-freunde.de/reisen/golden-birdy-tour.html - ausgedruckt am 27.07.2017

Golden-Birdy-Tour

Mit dem Birdy durch Myanmar

Schon die erste Testfahrt in Deutschland lässt mein Herz höher schlagen und der Gedanke: "wie reagiert mein neuer zweirädriger Freund wohl auf mein Reisegepäck", steigert den Spannungspegel. Am Flugschalter wurde das in den Packsack eingeschnürte "Etwas" kritisch beäugt: "Was ist denn das?" Die junge Frau schaut mich mit ihren etwas stark geschminkten Augen fragend an. "Ein Faltbike!" "... ohh ..." die ganze Antwort. Die 32 kg Gesamtgewicht wurden ignoriert, mein Birdy als Sperrgepäck behandelt und von einem Mitarbeiter abgeholt. Vielleicht hätte ich doch noch den Transportkoffer mitbestellen sollen? Nur wohin dann damit nach dem Flug, und das zusätzliche Gewicht?

Golden Birdy Tour

Nach Ankunft in Rangoon löst sich meine Anspannung urplötzlich, als es mir mein Birdy vom Förderband praktisch vor die Füße fällt. Nun, außer einigen kleinen Löchern in der Hülle hat es die Reise gut überstanden. Dann doch noch eine Schreckensmeldung: Ein Gepäckstück hat die Reise anscheinend nur bis Dubei mitgemacht. Ein Packtaschensatz, groß und klein, nebst Funktionsunterwäschen, Radelhose und andere Kleidungsstücke fehlen nun. Air Bangkok spendiert mir großzügig 50 USD für neue Wäsche und Kleidung.

Dann entfalte ich mein kleines Wunderwerk. Alles ok, die kleinen Pneus schnell aufgepumpt und ich radle stolz unter verwunderten Blicken von Einheimischen und Touristen aus der kleinen Flughafenhalle auf die Straße.

Angenehm ... Rechtsverkehr ... aber halt, da stimmt doch was nicht: Die Autos haben fast alle Rechtssteuerung? Wie geht denn das? Es scheint zu funktionieren. Bis vor ein paar Jahren war hier wirklich noch Linksverkehr, bis so einige Schlauberger sich einfallen ließen, auf "Rechts" umzustellen. Immerhin ist die englische Vorherrschaft schon lange vorbei. Natürlich falle ich sofort auf mit meinem ungewöhnlichen Gefährt, besonders einigen Geldwechslern, die sich nach einem Stop gleich auf mich stürzen. Die einheimische Währung kann man hier nicht auf der Bank, sondern nur auf der Straße tauschen. Auf der Bank werde ich nur dumm angeschaut und man bietet mir eine Art Handelswährung an, mit der ich aber nur in den großen Hotels bezahlen kann.

In knapp 4 Wochen, vom Fahrradsattel meines Birdys aus mir dieses Land ansehen, finde ich in Anbetracht der schlechten Straßen etwas knapp. Also falte ich meinen Reisebegleiter wieder zusammen und nehme den Flieger zum etwas nördlicher liegenden Inle-See, um von dort meine Tour zu starten.

Golden Birdy Tour

Nach zwei sehr touristischen Besichtigungstagen rollt mein Birdy-Bike über eine recht brauchbare, aber sehr enge Teerstraße gen Westen und bringt mich in den kleinen Ort Kalaw.
Hier habe ich das Glück, mitten in das Vollmondfest-Spektakel hineinzugeraten. Tagsüber Umzüge mit Aufbauten mit Alltagsgütern bunt geschmückt, laute Musik, mystische Tänze und Riten. Abends Feuerspektakel von einfachen Kerzen der der Kinder, bis zu großen Fackeln und einer Unmenge lauter Knallkörper.

Golden Birdy Tour

Einen Tag verbringe ich noch mit Besuch einer Höhle, etwas außerhalb, die mit über hundert Buddhafiguren bestückt ist, die, etwas kitschig mit Leuchtgirlanden versehen mir entgegenblinken.

Ich bin erstaunt, wie viele Deutsche ich seit Ankunft in Burma getroffen habe, ja einmal werde ich sogar von einem Einheimischen in deutsch angesprochen, als ich erkläre woher ich komme.

Golden Birdy Tour

Erste Belastungsprobe auf der Fahrt in Richtung Westen. "Ab hier bergab" heißt es ... aber was für eine Straße ... Asphalt nur ab und zu, manchmal nur 3 Meter breit, einmal entwische ich gerade noch einem entgegenkommenden Bus. Nur gut, dass das Birdy trotz der Gepäcklast von ca. 25 kg noch sooo wendig ist. Ja es macht sogar gelegentlich richtig Spaß, über diese Piste zu "hoppeln". Die Federung bzw. Dämpfung schluckt viel von den Bodenwellen und Schlaglöchern, lediglich schmerzen die Finger und Handgelenke von den laufenden Bremsvorgängen bei der teilweise steilen Bergabfahrt. Endlich stoße ich auf eine recht passable Teerstraße und kann ich dann so richtig in die Pedale treten. In zwei Tagen war die zweitgrößte Stadt Myanmars "Mandalay" erreicht.

Ein Verkehrsgewühl wie in einem Ameisenhaufen empfängt mich, dazu glühende Hitze. Völlig verschwitzt und ausgelaugt erreiche ich nach einigen Irrfahrten mein Hotel im Zentrum.

Mandalay "hat was" wie man so sagt, und das kann ich nur bestätigen.

Trotz schlechter Luftqualität durch hohes Verkehrsaufkommen und der vielen Stromaggregate vor den Häusern - alle paar Stunden fällt der Strom aus - begeistert mich der besondere Flair dieser Metropole. Die äußerst liebenswürdigen Menschen flößen Vertrauen ein und man fühlt sich selbst von den Geldwechslern nicht über den Tisch gezogen. Natürlich stößt auch hier mein Birdy auf besondere Bewunderung, zumal im Gegensatz zu anderen asiatischen Ländern das Fahrrad hier immer noch das wichtigste Verkehrsmittel ist.

Golden Birdy Tour

Mandalay

Golden Birdy Tour

Nach drei Tagen, mit Tempelbesuchen, Souvenireinkäufen und Ausflügen in die nähere Umgebung kenne ich mich in dieser quirligen Stadt schon recht gut aus. Aber ich will weiter, nach Bagan, das "Ankor Wat" von Myanmar besuchen.
Für die Strecke, vorwiegend Staubpiste, habe ich 3 Tage veranschlagt.

Golden Birdy Tour

Es überrascht es mich schon etwas, als ich in Sagaing, meinem ersten Zielort am einzigen registrierten Hotel abgewiesen werde: "Ausgebucht". Der Inhaber eines Geschäftes daneben spricht mich an, versucht es auch noch mal, kommt kopfschüttelnd wieder heraus, winkt mir zu und ich folge der Rauchfahne seines Mofas. Am Ortsrand biegen wir in eine Einfahrt, da prangt wirklich ein großes Schild mit HOTEL. Wie ich später erfahre, hat der Besitzer noch keine Touristenlizenz, aber macht bei mir eine Ausnahme. Immerhin ist es schon stockdunkel und ich habe Hunger.

Golden Birdy Tour

BAGAN, diese einigartige Pagodenlandschaft zieht mich in seinen mystischen Bann. Das 40 Quadratkilometer große Tempelareal stellt neben Ankor in Kambotscha die architektonische Meisterleistung in Südostasien dar. Eine Woche Zeit ist zu knapp, alle 2.230 aufgelisteten antiken Monumente zu besuchen. Ich beschränke mich auf die herausragenden Pagoden, wobei mir mein Birdy bei der Überwindung der Strecken gute Dienste leistet. Nur auf den Sandpisten fahre ich mir immer wieder Dornen ein und muss eine der vielen Kutschen für die Rückfahrt in Anspruch nehmen.

Golden Birdy Tour

Ein Bus bringt mich und mein wieder mal gefaltetes Birdy-Bike zurück nach Rangoon und ein Flieger weiter nach Bangkok, wobei ich mein nächstes Ziel "LAOS" schon vor Augen habe.

Ich bin einfach begeistert von diesem kleinen Fahrradphänomen, das problemlos über Rüttelpisten bollert, wendig sich im hektischen Straßenverkehr von Bangkok wohl fühlt, und spurtfreudig an den Ampeln selbst Mofas stehen lässt. Dass ich manchmal belächelt werde, weil hier nur Kinderfahrräder so kleine Räder haben, nehme ich gelassen, ernte aber auch erstaunte Blicke wenn ich es falte bzw. entfalte oder vollbepackt mit 35 Sachen über den Highway rausche.

Golden Birdy Tour

Dietmar Böhm

(Kontakt: www.bike-travel-tours.de)

 

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© 2005 - letzte Aktualisierung: 05.07.2005
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