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www.birdy-freunde.de/reisen/birdy-und-boot.html - ausgedruckt am 29.04.2017

Reise-/Erfahrungs-Bericht Boot und Birdy

 

Von Franz D. Schnitzler

Technik und Ausrüstung/zur Person

Franz, Birdy und Boot

Das ist erst einmal ein Birdy red, 1 Jahr alt, serienmäßig, außer SPD-Klickpedale und Halterung für die Lenkertasche, die den Tagesbedarf oder kleinere Einkäufe aufnimmt.

Dahinter steht Franz D. Schnitzler, 1944-er, wegen gut überstandenem Herzinfarkt früh pensionierter Fahrzeugbau-Ingenieur, versteht was von Fahrwerken, deshalb begeisterter Birdy-Besitzer und Teil-Eigner eines Hallberg-Rassy 94 Motorseglers, 16 Jahre alt, 9,40 x 3,25 x 1,15 m, ca. 6.000 kg, Heimathafen Bruinisse, am Grevelinger Meer in der Provinz Zeeland/Süd-NL

Der Wassersport

Ganz schön voll hier Heute ist nicht so viel los

Nicht immer ist der Wassersportler in seiner Umgebung fast alleine, wie auf dem rechtem Bild. Besonders in Ferienzeiten, an verlängerten Wochenenden bei gutem Wetter (wie hier am Himmelfahrtstag 2003), beliebten Orten, muss man das Schiff so parken wie im linken Bild. Oftmals ist die Gegend landschaftlich und/oder kulturell erkundenswert, oder man will einfach dieser Enge usw. entkommen. Was liegt näher als eine Fahrradtour? Wenn man dann als 5. oder 6. Boot im "Päckchen" liegt und dann mit einem normalem Rad über die nebenliegenden Boote der Sportsfreunde klettert, macht man sich genau so unbeliebt wie einer, der dies mit Hund der Labrador-Rasse macht.

Auch während der Fahrt muss man mit unterschiedlichen Konditionen rechnen. Diese sind in unserem Fahrtgebiet von der Windstärke, deren Richtung zum gewünschtem Kurs, Sichtverhältnisse, Gezeiten und damit ortsbezogene Strömungen und Wassertiefen. Alle Bedingungen sind selten optimal, der vernünftige Wassersportler setzt dem Boot, den Kenntnissen des Skippers und dem Mann (der Frau) angepasste Grenzen, ob man fährt oder im Hafen bleibt. Dann muss nicht selten 3-4 Tage gewartet werden, die besser durch Landausflüge genutzt werden können als sich im Hafen zu langweilen.

Fahrräder an Bord

Fahrrad in der Dusche

Normale Räder müssen auf dem Deck gut befestigt werden. Bei schlechteren Bedingungen sind sie dann aber regelmäßigen Salzwasserduschen ausgesetzt. Obwohl Schutzspray verwendet, gibt's Korrosion, die nachbehandelt werden müsste.

Das Rad ist an Deck äußerst gefährdet

Dieses Bild zeigt eine der wenigen optimalen Bedingungen. Bei einem Segler müssen die vielen Ecken und Kanten (Lenker, Pedale...) eines Rades mit Leinen verbunden sein, die gegen die Schoten von killenden Segeln abschirmen. Die Segelschot ist die hier ruhig auf dem Deck liegende blaue Leine. Ein Segel killt, wenn es gesetzt, aber die Schot noch nicht dichtgeholt ist und könnte auch ein gut befestigtes Rad ins Wasser schleudern oder schädigen.
Der Befestigungsplatz eines normalen Rades muss dort sein, wo es die bewegliche Segelausrüstung, die Sicht, den Aufenthalts und Arbeitsbereich der Mannschaft nicht stört, da gibt's nicht viele.

Ein kleiner Rahmen passt noch gerade

Das ging in unserem Falle nur mit dem Mountainbike (Jugendrad unseres Sohnes) mit kleinem Rahmen, wo man leicht Vorderrad und Sattel mit Stütze entfernen konnte. Der Großbaum muss darüber schwenken können. Die Befestigung erfolgt mit Gabelaufnahmen (Schnellspanner) auf einem Brett, das ich auch beim Transport im Auto verwende. Trotzdem nahm das Verstauen, bzw. Inbetriebnahme jeweils ca. 15 Minuten in Anspruch. Da überlegt man, eine kurze Tour damit zu machen.

Alternativen

In den Niederlanden gibt es viele Verleihbetriebe (Fietsverhuur), die man praktisch bei jedem Händler findet, aber auch einzelne Betriebe, wie z.B. am Hafen von Oudeschild auf Texel. Dieser Verleiher bietet sicherlich über 100, meist die üblichen, gut laufenden Hollandräder an. Als besonderen Service kann der müde gewordene Mieter an jeder Bushaltestelle das Rad abstellen, welches dann gegen eine Gebühr vom Vermieter abgeholt wird.
Die Tages-Mietpreise sind, nach Ausführung des Rades 5-15 €. Teilweise ist 1/2-tagesweise Mietung möglich.

Falträder an Bord

Das Birdy, gut geschützt in der Kiste

Viel besser hat es das Faltrad. Das Birdy steht gefaltet in der verschließbaren Backskiste unter einer der Cockpitbänke, trocken, leicht gewärmt durch den meistens laufenden Batterielader in der Nähe und kippsicher durch den blauen Werkzeugschrank gehalten. Ein Schiff macht mehr Wank- und Nick-Bewegungen, deshalb sollte man beispielsweise mit Schaumstoffstücken, oder wie hier zu sehen, mit Schuhwerk sichern.
Das Rad ist in Sekunden zu entnehmen und leicht für den Einsatz auf den Steg zu tragen und an Land zu schieben. Das Fahren auf den Stegen ist mit ausdrücklichen Hinweisen nur dem Hafenmeister erlaubt. Mit eingerasteten Klickpedalen schwimmt man schlecht!

Falträder der Wassersportler

Schätzungsweise hat die Hälfte aller Yachten mindestens 2 Falträder an Bord. Bei den Marken überwiegt eindeutig noch Di Blasi. Dieses m. E. nur zu Fahrten in der nächsten Umgebung geeignete Faltrad ist einfach zu falten, hat ein kleines Packmaß und gute Resistenz gegen Korrosion. Es bekommt Konkurrenz durch verschiedene Modelle von Dahon, Kentex, Batavus und Brompton.
Wenn ich als Bewertungsmaßstab sehe, welches Faltrad man noch in 10 km Entfernung vom Yachthafen sieht, kann ich bis auf wenige Ausnahmen nur das Brompton nennen.
Während der Reise habe ich leider nur ein einziges Birdy in Enkhuizen gesehen. Es war am 11.06.03, rot und der Fahrer fuhr eilig über den Steg im Comagnieshaven.

Radfahren in den Niederlanden

Die Infrastruktur ist wohl auf der Welt einzigartig. Ich kenne kein Land, wo mit solcher Konsequenz den Bedürfnissen des Fahrrad fahrens so nachgegangen wird wie hier. Die Radwege sind, ob unabhängig von den Autostraßen oder parallel dazu, dann aber, wenn Überland ca. 10 Meter davon entfernt, mindestens 2 Meter breit, haben einen Mittelstreifen, weil oft Gegenverkehr und, besonders wichtig, in den Kreuzungsbereichen eine separate Streckenführung mit teilweise eigenen Signalanlagen, auch bei Kreuzung Rad/Rad schon gesehen.
So wird das Fahrrad als Verkehrsmittel nicht nur in der Freizeit, sondern auch im Beruf gerne angenommen. Ein Beispiel: In Gesamt-Amsterdam wird 15 % des Individualverkehrs mit dem Fahrrad gemacht, in der Innenstadt sogar 30 %.

Wer längere Reisen plant, dem bietet sich die Internetseite www2.holland.com/nl >ontdek Nederland >Activ >Fietsrouteplanner an. Diese ist in niederländischer Sprache und man kann sich, wie in Deutschland die Autoroute, hier eine mit dem Rad ausarbeiten lassen. Allgemeine Information zum Radfahren in NL in Deutsch findet man unter www2.holland.com/de.

Der Wegebelag ist meistens Asphalt, auch Platten oder Blocksteine, aber sauber verlegt, und Beton. In den Freizeitgebieten an der See findet man auch zerkleinerte Muschelschalen. Aufpassen muss der Fahrer eines Bikes mit kleinen Rädern bei Wild-/Vieh-Rosten. Dies sind Versenkungen, welche durch Eisenstangen mit ca. 15 cm Abstand abgedeckt sind. Aber es geht, wenn man mit unverminderter Geschwindigkeit geradeaus fährt. Außerdem gibt's deutliche Hinweisschilder, die Rollschuhfahrer besonders beachten sollten.

Die typischen "Pilze"

In Naturschutz- und Erholungsgebieten findet man häufig diese Wegweiser. Grün führt durch landschaftlich schöne Bereiche. Rot ist der Hauptweg.

Hauptwegweiser

Radrouten auf den Hauptfahrwegen werden so angezeigt, auch hier grün für die landschaftlich schönere Alternative.

Erlebnisse mit Rad/Boot 2003

Etwas eintönig

10 km geradeaus, rechts das Wattenmeer, links der Deich mit Schafsweide, recht eintönig.

Dorfidylle mit verkleidetem Dreirad

Dorfidylle mit verkleidetem Dreirad

Abstellplätze gibt es reichlich

An Zielpunkten findet man immer Abstellplätze für Fahrräder, die je nach Attraktivität eine Kapazität von über 100 Räder haben können, hier an der Nordwestecke von Texel.

typischer Radweg

Typischer Radweg hinter bewaldeten Dünen auf Terschelling

Historischer Ort Veere/Walcheren

Historischer Ort Veere/Walcheren.

ungleiches Duell

Begegnung der ungleichen Art vor der Einfahrt Europort/Rotterdam. Keine Frage wer hier die Vorfahrt hat.

 

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© 2003 - letzte Aktualisierung: 24.07.2003
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