Logo birdy-freunde

 

| birdy-freunde | Termine | Das Birdy | Das individuelle Birdy |
| Mit dem Birdy auf Reisen | Faltradkultur | Langfinger | Links |
| Impressum | Sitemap |

 

www.birdy-freunde.de/mybirdy/gepaeck.html - ausgedruckt am 01.11.2014

Gepäcktransport am Birdy

 

Der Transport von Gepäck am Birdy ist ein immer wieder diskutiertes Thema. Wir wollen hier zusammentragen, welche Möglichkeiten von Birdy-Fahrern genutzt werden. Zu beachten ist, dass das Birdy für eine Gesamtbelastung (Fahrer plus Gepäck) je nach Baujahr von 110 bzw. 120 kg zugelassen ist.

Am Gepäckträger Am Sattel und an der Sattelstütze Am Rahmen
Am Lenker Am Lowrider Im Anhänger

 

Gepäcktransport auf dem Gepäckträger

Von Peter de Leuw und Bernhard Ammer
Für das Birdy sind verschiedene Gepäckträger zu haben: Der SL-Gepäckträger wird direkt auf der Schwinge montiert und gehört von Anfang an zum Zubehörprogramm. Im Mai 1997 kam dann der rahmenfeste Träger dazu, der automatisch mitfaltet, er wurde im Dezember 1999 genau wie der zugehörige Packtaschenadapterbügel überarbeitet. Seit Dezember 1999 gibt es den Lowrider. Um ihn zu montieren, benötigt man entsprechende Gewinde in der Gabel. An Birdys, die vor Dezember 1999 gebaut wurden, kann man ihn also nicht montieren. Seit Mai 2002 gibt es den Expeditionsgepäckträger, der stabiler als der rahmenfeste Träger ist. Er passt nur an das Birdy grey (von Anfang an) und an Birdys ab Modelljahr 2003.

Das naheliegende ist natürlich die Befestigung von Fahrradtaschen am Gepäckträger. Diese sind mit 12 kg (SL- und rahmenfester Gepäckträger) bzw. 15 kg (Expeditionsgepäckträger) belastbar. Der Lowrider, den es seit dem Modelljahr 2000 gibt und an den Gabeln mit entsprechender Gewindeöse befestigt werden kann, trägt Packtaschen mit insgesamt 10 kg.

Der SL-Gepäckträger ist sehr tief und sehr weit vorn befestigt. Hier passt allenfalls eine Lowrider-Tasche, die möglichst weit hinten befestigt wird. Für kleines Gepäck (Regensachen und Flickzeug) gibt es eine Tasche, die oben auf SL-Gepäckträger passt. Und wenn es mal etwas mehr Gepäck wird, kann man noch Seitentaschen ausklappen. Diese Tasche sollte auch an den anderen Gepäckträgern passen.

Tasche auf dem Gepäckträger
Xtreme easybag T1 Gepäckträgertasche, gesehen beim Rose Versand
Foto: Bernhard Ammer

Der Platz am rahmenfesten Träger reicht, allerdings nur knapp und je nach Schuhgröße, auch für eine größere Tasche. Damit sie nicht in den Fersenraum ragt, muss der hintere Haken ganz nach vorne gestellt und hinter der dritten Querstrebe eingehängt werden. Komfortabel passt das nur mit einem flachen Reflektor. Ein Toplight ist zu dick und kollidiert mit dem Haken. Mit etwas Druck klappt es trotzdem. Der rahmenfeste Gepäckträger passt nur an Birdys bis einschließlich Modelljahr 2003.

Packtaschen am rahmenfesten Gepäckträger Packtaschen am rahmenfesten Gepäckträger
Ortlieb Backpacker Ortlieb Office Bag
am rahmenfesten Gepäckträger
Fotos: Peter de Leuw

Der Expeditionsgepäckträger ist zwar höher befestigt alt der rahmenfeste Träger - würde also zumindest bei schräg geschnittenen Taschen mehr Hackenfreiheit bieten - aber er ist auch kürzer. Je nach Schuhgröße kann es also eng werden.

Mit einem Ortlieb-Aufsatz (der z.B. beim Kauf des Ortlieb-Trunk-Bag mitgeliefert wird (auf der Ersatzteilpreisliste von Ortlieb als "Adapter für Travel-Biker, Trunk-Bag, Korbhalter, ab Modell 6/2004, Art.-Nr. E 174, 24,95 € zu finden (08/2012))), können sowohl Ortlieb-Aufsatztaschen auf dem Expeditionsgepäckträger komfortabel befestigt werden, wie auch an der tieferliegenden Reling Rollerbacktaschen eingeklinkt werden. An den Rollerback-Taschen müssen keine Abänderungen erfolgen und demzufolge auch nichts gebohrt. Die Fußfreiheit ist allein durch die Einstellungsbandbreite der Haken an den Taschen gegeben. Der Ortlieb-Aufsatz kann am Expeditionsgepäckträger befestigt werden. Evtl. müssen die orginal mitgelieferten M5 Inbusschrauben des Befestigungsatzes durch M4 mit entsprechenden Muttern (am besten aus rostfreien Edelstahl) ausgetauscht werden, weil das Breitenmaß des Expeditionsgepäckträger um ca. 0,5 mm nicht passen könnten. So kann am Expeditionsgepäckträger sowohl einen wasserdichte Trunk-Bag, wie auch Rollerbacktaschen (oder ähnliche) anbringen. Zudem können die Rollerbacktaschen nicht verrutschen und die Taschen können unten an der Schutzblechbefestigung sehr gut eingeklinkt werden. Auch für die Fußfreiheit reicht die Länge des Expeditionsgepäckträger aus. So wird das Birdy zum Packesel, ohne einen mechanischen Umbau am Expeditionsgepäckträger selbst durchführen zu müssen. Die Faltbarkeit ist weiterhin gegeben, trotz des montierten Befestigungsaufsatzes am Expeditionsgepäckträger:

Trunk-Bag-Adapter am Birdy world comfort
Trunk-Bag-Adapter am Birdy world comfort
Foto: Winfried Wiesnet

Mit ein wenig Bastelarbeit kann man die Haken an Ortlieb-Taschen auch so versetzen, dass die Tasche weiter hinten hängt und kein zusätzlicher Adapter auf dem Träger benötigt wird. Matthias macht es vor:

Ortlieb-Hakenleiste versetzen

Der Abstandhalter verhindert das Scheuern der Tasche an der Schutzblechstrebe:

Abstandhalter

Je nach verwendetem Dynamo muss man etwas aufpassen, dass die Tasche nicht an den Kabeln zupft. Der Hinterbau samt Dynamo bewegt sich relativ zur Tasche, ist also in der Lage, im Ernstfall die Kabel abzureißen.
Die Rohre des Expeditionsgepäckträgers sind mit 16 mm Durchmesser recht dick. Da passen nicht alle Taschen, weil die Haken zu klein sind. Das TopCase von Ortlieb passt ohne Probleme. Packtaschen von Ortlieb passen optimal nur mit dem QuickLock2-System, beim älteren QuickLock1-System kann der untere Haken nicht eingehakt werden. Das gleiche gilt leider auch für die OfficeBag (auch mit QuickLock2), da die Hakenplatte etwas anders positioniert ist als bei den anderen Taschen von Ortlieb. Ältere Packtaschen sowie die OfficeBag können also verwendet werden, allerdings hängen sie dann "nur" an den oberen Haken, ohne am unteren Ende arretiert zu werden. Auch die Hakengröße ist wichtig: Nur die Office-Bag mit QuickLock2 sowie alle anderen Taschen seit 2005 haben serienmäßig Haken, die an den Expeditionsgepäckträger passen. QuickLock1-Systeme sowie Taschen, die vor 2005 hergestellt wurden, haben zu kleine Haken und müssen auf die 16 mm-Haken umgerüstet werden. Für QuickLock1 waren allerdings lange Zeit nur Haken für maximale Rohrduchmesser von 14 mm erhältlich (Artikelnr. E 27, rund 8 EUR pro Paar). Diese passen mit etwas sanfter Gewalt auch. Ab Modelljahr 2005 bietet Ortlieb auch für QuickLock1 Haken für Rohrdurchmesser bis 16 mm an. Die Artikelnr. ist E 162, der Preis liegt bei knapp 10 EUR pro Paar.
Die größeren Haken (sowohl für QuickLock1 als auch für QuickLock2) können übrigens mit den mitgelieferten Einsätzen auch an Gepäckträgern mit 8 und 10 mm Rohren verwendet werden.

 

Gepäckträger-Verlängerung

Von Andreas Macrander
Die ab 2006 von r-m angebotenen Rollen erlauben es nicht, das Birdy in Längsrichtung im ICE-Mittelgang oder durch schmale Türen zu rollen, außerdem müssen sie für die Mitnahme von Packtaschen abgebaut werden. Deshalb habe ich die Rollenhalterung von Matthias Kistenich und Frank Schmidt aus 3mm-V2A-Flachmaterial nachgebaut. Zusätzlich habe ich eine klappbare Gepäckträger-Verlängerung gebaut, weil der Expeditionsgepäckträger bei Verwendung mit Ortlieb-Packtaschen mit Schuhgröße 44 zu kurz ist. Zum Einsatz kommen hier Skateboard-Rollen (Durchmesser 54 Millimeter, selbstverständlich in der Rahmenfarbe des Birdys) mit gedichteten Kugellagern. Da Skateboard-Rollen + klappbare Gepäckträger-Verlängerung etwas breiter sind als Inliner-Rollen, muß die Halterung etwas schmaler sein, damit die Rollen im gefalteten Zustand nicht mit der rechten Kurbel kollidieren können. Auf der 6mm-V2A-Rundstahl-Achse sitzen zur Dämpfung Kunstoff-Hülsen (Innen-Ø 6.1 mm, Außen-Ø 8 mm), auf die passgenau die Kugellager der Rollen, sowie die klappbare Verlängerung und einige M8-Unterlegscheiben aufgefädelt sind. An beiden Enden ist auf die Achse ein M6-Gewinde, sowie einseitig ein Schlitz zum Gegenhalten mit dem Schraubendreher eingeschnitten.

Der Expeditions-Gepäckträger ist für große Ortlieb-Packtaschen bei Schuhgröße 44 zu kurz. Lösung: Eine klappbare Verlängerung, geschweißt aus zwei V2A-Flachstücken und drei V2A-Rohren mit 12 mm Außendurchmesser. Heruntergeklappt stützt sich die Vorrichtung mit zwei Hartgummistücken auf dem hinteren Gepäckträger-Querholm ab. Nach vorne geklappt wird sie von dem standardmäßig vorhandenen Gummi-Spannriemen gesichert, und vergrößert das Packmaß nicht signifikant. Das Klebeband an der linken Ecke dient als Klapperschutz. Große Ortlieb-Taschen können so (abgesehen von der maximal erlaubten Zuladung) uneingeschränkt verwendet werden; die aktuellen Hakensysteme QR1 oder QR2 passen gut an Rohre mit 16 und (mit Einsatz) 12 Millimeter Durchmesser. Das Rücklicht ist zwar nur noch in einem Winkel von +/- 45° zu sehen, für den Verkehr von hinten reicht das aber meistens – sonst eben noch ein kleines LED-Rücklicht an Sattel oder Rucksack klemmen. Senkrecht hochgeklappt, stabilisiert die Vorrichtung zusammen mit dem serienmäßigen Gummi-Spannriemen auch größere Pakete. Bei alldem ist natürlich die maximale Zuladung des Expeditionsgepäckträgers zu beachten. Bei den weiter hinten sitzenden Ortlieb-Taschen sollten wegen des größeren Hebelarms die maximalen 15 Kilogramm nicht ganz ausgenutzt werden.

Damit die Gepäckträgergummi-Halterung noch zwischen die Rollenhalterung passt, habe ich in der Mitte etwa 1 Zentimeter Material herausgesägt und die beiden Hälften mit einer PVC-Platte, einem Alu-Winkelprofil, und einem Alu-Rohr mit Uhu-Plus wieder zusammengeklebt.
In dem Rohr sind noch ein paar Speichenstücke eingefügt, um verbleibende Leerräume zu füllen. Die schmalere Halterung passt so gut zwischen die Rollen-Halterung. Dass sie schmaler ist als die Längen-Verstelleinrichtung des Riemens, macht in der Praxis keine Probleme.

Skateboard-Rollen am Expeditions-Gepäckträger und ausgeklappte Verlängerung für Packtaschen. Verlängerung eingeklappt und mit Gummi-Spannriemen gesichert.
Skateboard-Rollen am Expeditions-Gepäckträger und ausgeklappte Verlängerung für Packtaschen. Verlängerung eingeklappt und mit Gummi-Spannriemen gesichert.
Ortlieb-Backroller an Exp-Gepäckträger mit ausgeklappter Verlängerung. Halteklammer für Gepäckträger-Gummi.
Ortlieb-Backroller an Exp-Gepäckträger mit ausgeklappter Verlängerung. Halteklammer für Gepäckträger-Gummi, ca. 1 cm schmaler gemacht. Ansicht von unten zeigt die mittige Trennfuge, Alu-Winkel und Alu-Rohr. Die graue PVC-Platte auf der Oberseite ist besser auf dem Foto oben links zu sehen.
Fotos: Andreas Macrander

 

Gepäck unter dem Träger

Von Sebastian Mülbauer
Auch unter dem rahmenfesten Gepäckträger kann man Gepäck unterbringen. Und es wird mehr, wenn man den Träger etwas höher montiert. Dazu muss man sich aber neue Befestigungslaschen anfertigen (lassen). Als Material eignet sich 1,2 mm dickes V4A-Blech. Die neuen Laschen werden von außen an den Gepäckträger geschraubt, die alten Laschen bleiben erhalten und verstärken das ganze. Die Befestigung am Rahmen erfolgt wie vorher auch am Schnellspanner der Sattelstütze.
Die neuen Laschen sind etwas länger und heben den Träger um rund 1,5 cm nach oben. Längere Laschen sind notwendig, um die waagerechte Einstellung des Trägers wieder herzustellen. Hier bewusst zu lange Laschen genommen worden, um den Träger nach hinten hochlaufen zu lassen. So ist auch sichergestellt, dass der Träger im gefalteten Zustand wieder ungefähr die Original-Position einnimmt, das Rad also auf der Gepäckträgerkante steht.
Jetz passt das Zelt (oder ähnliches) unter den Gepäckträger und nimmt keinen Platz mehr weg.

Gepäck unter dem Träger Gepäck unter dem Träger
Fotos: Sebastian Mülbauer

 

Von Jan Berkelder
Klickfix-Halterungen, die eigentlich für die Befestigung am Sattelgestell gedacht sind, passen auch an die unteren Streben des Expeditionsgepäckträgers:

Klickfix Microplus
Die Klickfix Microplus von Rixen und Kaul.

Zum Falten muss die Tasche allerdings abgenommen werden. Die Halterung behindert jedoch nicht. Das Foto wurde an einem Jubi-Birdy mit 20"-Laufrädern aufgenommen. An anderen Birdys lässt die Tasche noch mehr Platz zum Hinterrad. Gf. kann also auch eine etwas größere Tasche als die hier verwendete wasserdichte Klickfix Microplus von Rixen und Kaul zum Einsatz kommen.

Auch die Microbottletasche von Rixen und Kaul ist an dieser Stelle praktisch. Die Flasche belastet so nicht die Sattelstütze. Die Flasche kann direkt durch den Träger hindurch aus der Tasche genommen werden.

Microbottle-Tasche
Schwerpunktgünstig und gut erreichbar.
Fotos: Jan Berkelder

 

Zurück zur Übersicht
Zurück zum Anfang

 

Gepäcktransport am Sattel und an der Sattelstütze

Der Markt hält diverse Systeme für die Befestigung von Gepäck an Sattel und Sattelstütze bereit. Je nach Beladung und Konstruktion wird die Sattelstütze durch das Gepäck enorm belastet. Je weiter die Tasche nach hinten auslädt, desto größer wird der Hebel, der auf die Sattelstütze wirkt. Extrem wird es bei Gepäckträgern, die mit einer Klemme an der Stütze befestigt werden.
Bei Verwendung eines an der Sattelstütze oder am Sattel befestigten Gepäckträgers bzw. Tasche sollte man einen Blick auf die Sattelstütze werfen: Ältere Birdys haben eine Sattelstütze, die eine eingeprägte/eingravierte Markierung für den maximalen Auszug haben. An dieser Markierung ist die Sattelstütze besonders bruchempfindlich. Sie sollte deshalb mindestens 30 mm ins Rahmenrohr eingeschoben werden. Große Birdy-Fahrer, die ihre Sattelstütze bis zu dieser Markierung ausziehen müssen, sollten ggf. eine neuere Sattelstütze kaufen. Neuere Birdys (Birdy grey seit 2002, alle anderen Modelle ab 2003) haben eine gelaserte Skalierung, um die Einstellung der Sattelhöhe zu erleichtern. Eine explizite Marke für den maximalen Auszug ist nicht vorhanden.
Für alle, egal ob alt oder neu, gilt: Die Sattelstütze sollte regelmäßig auf tiefe Kratzer inspiziert werden.
Die Beladung solcher Systeme sollte nicht über 12 kg betragen (dies ist auch die zulässige Beladung des rahmenfesten Gepäckträgers, der an der Sattelklemmung aufgehäng wird).
riese und müller erteilt keine Freigabe zur Verwendung von Sattelstützgepäckträgern oder großvolumigen Satteltaschen mit ausladender Befestigung.
Die unten beschriebenen Systeme sind bei verschiedenen Birdy-Fahrern bisher ohne Probleme im Einsatz.

 

Ortlieb-Satteltaschen

Von Peter de Leuw
Ortlieb bietet Satteltaschen in verschiedenen Größen an. Sie werden mit einem kleinen, leichten Halter am Sattelgestell befestigt. Die Taschen werden mit dem bekannten Rollverschluss verschlossen und sind absolut wasserdicht. Der Halter beeinflusst Falten und Faltmaß nicht. Die Taschen beeinflussen das Falten nicht, sofern man das Klettband zur zusätzlichen Fixierung an der Sattelstütze löst. Je nach Größe der Tasche wird das Faltmaß des Rades nach hinten hin vergrößert.

Ortlieb Saddle Bag L Halter Ortlieb Saddle Bag L
Die Ortlieb Saddle Bag in der Größe L
Fotos: Peter de Leuw

Wichtige Anmerkung zur Befestigung von Gepäck an Sattel und Sattelstütze

 

Das In-Sy-System

Von Siegfried Baumann und Hartwig Leuer
Für die Befestigung an Sattel und Sattelstütze gibt es u.a. das System von In-Sy. Die auch als Rucksack zu benutzende Tasche wird mit einem Handgriff am Sattel befestigt. Der Halter am Sattel ist bei Nichtgebrauch so gut wie unsichtbar und wiegt nur wenige Gramm. Das System trägt 7 kg und ist von einem Birdy-Fahrer seit 7 Jahren unter anderem auch am Birdy im täglichen Ganzjahresbetrieb ohne Probleme im Einsatz.

In-Sy Gepäcksystem
Foto: Siegfried Baumann

Hartwig Leuer hat die Werkzeugtasche mit dem Rucksack "Manager" kombiniert:

In-Sy Gepäcksystem In-Sy Gepäcksystem
Der Halter
Eine optimale Befestigung würde mit einer längeren Gewindestange erzielt werden. Eine 95 mm lange Stange ist optional bei In-Sy erhältlich.

Die Werkzeugtasche wird aufgeschoben

In-Sy Gepäcksystem In-Sy Gepäcksystem
Der Rucksack wird mit seinem Bügel in den Halter eingeschoben und mit einem Gurt an der Sattelstütze fixiert.

In-Sy Gepäcksystem In-Sy Gepäcksystem
In-Sy Gepäcksystem
Alternativ dient das Gummiband zur Fixierung.
Der Gepäckträger kann noch Gepäck aufnehmen.
Unter der "Gepäckspinne" am Rucksack kann ein Helm oder ein Kleidungsstück befestigt werden.

In-Sy Gepäcksystem In-Sy Gepäcksystem
Damit der Bügel des Rucksacks nicht im Rücken drückt, wird er einfach umgesteckt. Er sitzt alleine schon fest in den seitlichen Hülsen und wird mit kleinen Klettbändchen fixiert.
Fotos: Hartwig Leuer

Wichtige Anmerkung zur Befestigung von Gepäck an Sattel und Sattelstütze

 

Carradice-Taschen

Der britische Fahrradtaschen-Hersteller Carradice hat mit dem SQR-System Taschen für die Montage an der Sattelstütze im Programm. Die eher mittelgroße Tasche fasst keinen DIN A4-Aktenordner.

Carradice SQR Carradice SQR
Fotos: Carradice

Wichtige Anmerkung zur Befestigung von Gepäck an Sattel und Sattelstütze

 

Zurück zur Übersicht
Zurück zum Anfang

 

Wenn es auf ein paar Gramm Mehrgewicht nicht ankommt, ist auch das "Lock & Luggage" von Trelock empfehlenswert: Ein solides Bügelschloss, das an der Sattelstütze befestigt wird und gleichzeitig als Gepäckträger dient (bis 10 kg belastbar).
Wenn der Schlosshalter am oberen Ende der Sattelstütze befestigt wird, vergrößert sich das Packmaß nur unwesentlich. Allerdings muss das Schloss beim Falten abgenommen werden.

Wichtige Anmerkung zur Befestigung von Gepäck an Sattel und Sattelstütze

 

Zurück zur Übersicht
Zurück zum Anfang

 

Platz für das kleine Gepäck bietet die Tasche "Compact" von Rixen & Kaul (KlickFix). Am Monocoque-Rahmen kann sie am oberen Ende des Sattelrohres befestigt werden und belastet so weder Vorbau noch Sattelstütze.

Compact-Tasche von Klickfix
Foto: Kai Ranke

Am klassischen Rahmen ragt das Sattelrohr nicht ausreichend über das Hauptrohr hinaus. Da ist die Befestigung ausschließlich am Vorbau oder an der Sattelstütze (Vergrößerung des Faltmaßes!) möglich.

 

Zurück zur Übersicht
Zurück zum Anfang

 

Gepäcktransport am Rahmen

 

Die Rahmentasche von riese und müller

Von Peter de Leuw
Von riese und müller gibt es die spezielle Rahmentasche für das Birdy. Sie wird mit drei Klettbändern befestigt und hängt unter dem Hauptrohr. Sie kann beim Falten am Rad verbleiben. Wird die Tasche allerdings zu voll gepackt, geht sie in die Breite, so dass das Falten behindert wird.
Damit das Falten mit der Rahmentasche flüssig voran geht, hilft ein kleiner Trick: Neige vor dem Falten das Rad rund 45° von dir weg. Die Tasche kippt so etwas nach rechts und lässt so das Hinterrad leichter einschwingen. Nun falte das Hinterrad unter den Rahmen. Zum Falten des Vorderrades stelle das Rad wieder senkrecht und schlage den Lenker um 90° nach rechts ein. Jetzt kannst du das Vorderrad einklappen und den Lenker gerade stellen. Dabei wird die Tasche etwas nach innen gedrückt. Rohe Eier sollte man also besser vorher heraus nehmen ...

Birdy-Rahmentasche Birdy-Rahmentasche
Fotos: Peter de Leuw

 

Rahmendreiecks-Tasche

Von Ulli Gehrmann
Das Rahmendreieck lässt sich sinnvoll nutzen für eine umgenähte Satteltasche. Im Gegensatz zu der von r-m zu beziehenden Rahmentasche, die unter dem Oberrohr hängt, stört diese Tasche nicht beim Faltvorgang und im verpackten Zustand.
Die Triangel-Tasche hat eine mit Kordelzug verschließbare Öffnung oben. Mit jeweils einem Klettband am vorderen und hinteren Rohr wird sie befestigt. Sie nimmt einen Ersatzschlauch, etwas Werkzeug, einige SOS-Informationen und Not-Euros auf.
Da am Kranz beidseitig ein Kettenschutz befestigt ist, wird die Tasche nicht von der Kette verdreckt!
Ausgangsmaterial war eine Satteltasche, die von ihren Plastikversteifungen entkernt und etwas enger genäht wurde. Sicherlich kann man auch eine aus stabilem Stoff preisgünstig selbst nähen. Genau das hat Matthias Kistenich gemacht, er liefert auch direkt die genaue Anleitung mit.

Rahmendreieckstasche
Foto: Ulli Gehrmann

 

Von Matthias Kistenich

Rahmendreieckstasche

Material: Rucksack Cordura, Nylon, einseitig wasserdicht beschichtet, Farbe: je nach Geschmack und Verfügbarkeit

Drei Stücke Cordura entsprechend den angegebenen Maßen zuschneiden. Nahtzugabe (hellgrüner Streifen um die Form) von ca. 1 cm nicht vergessen.

Schnittmuster

Dann vier Klettbänder (blau) an die angegebenen Stellen nähen.
Das Klettband d wegen der Elastomerauflage der Schwinge am Rahmen tiefer als den Streifen a anbringen. Langes Band mit dem ersten Dreieck zusammennähen, so dass es unten, also in der Spitze des Rahmendreiecks, zusammentrifft.

Position der Klettbänder

Dann am langen Band spiegelverkehrt die Gegenstücke der Klettbänder annähen.
Anschließend den Reißverschluss entlang der Markierung am zweiten Dreieck annähen. Ob dabei die Öffnung nach oben oder nach unten zeigen soll, ist vom Verwendungszweck abhängig. Ist die Tasche für die Birdy-Hülle gedacht, kann die Öffnung nach unten zeigen. Dann hat die Tasche am unteren Zipfel eine kleine Öffnung, durch die eventuell eingedrungenes Wasser abfließen kann. Soll aber Werkzeug und/oder Flickzeug in der Tasche Platz finden, würde dieses bei einem nach unten geöffneten Reißverschluss herausfallen (die Birdy-Hülle sitzt zu stramm und fällt nicht heraus). In diesem Fall sollte die Öffnung nach oben zeigen.

Position der Klettbänder

Zuletzt beide Hälften der Tasche zusammennähen und durch den geöffneten Reißverschluss wieder auf rechts drehen.

Ach so: Wer nicht nähen kann oder will, dem hilft evtl. eine Änderungsschneiderei ...

Gesamtansicht Die Tasche auf links
Grafiken und Fotos: Matthias Kistenich

 

Der Rahmen als Träger

Von Peter de Leuw
Roland Duarre aus Frankreich hat den Gepäcktransport mit dem Birdy optimiert. Er transportiert sein gesamtes Campinggepäck direkt am Rahmen und in Packtaschen.

Das Camping-Birdy
Foto: Ulli Gehrmann

 

Zurück zur Übersicht
Zurück zum Anfang

 

Lenkertaschen am Birdy

Von Peter de Leuw
Für das kleine Gepäck wie Regenjacke, Banane und Fotoapparat genügt normalerweise eine Lenkertasche. Einige Birdy-Fahrer berichten, dass Lenkertaschen das Fahrverhalten negativ beeinflussen. Das ist mit Sicherheit abhängig vom Gewicht und wohl auch vom Vorbau.
An meinem Birdy kommt meine nun über 10 Jahre alte Lenkertasche von Jack Wolfskin wieder zu Ehren. Aber anstatt sie vorn an den Lenker zu hängen, hänge ich sie hinten an. Das vermeidet Probleme mit der Beleuchtung und eventuell auch Brems- und Schaltseilen. Außerdem dürfte so die Beeinflussung des Fahrverhaltens geringer sein. Meine Beine sind kurz genug, um nicht gegen die Tasche zu stoßen.
Eigentlich ist die Befestigung mit Klettbändern heute nicht mehr zeitgemäß und das schnelle Abnehmen und Anhängen wird behindert. Am Birdy betrachte ich es als Vorteil: Denn nur so kann die Tasche beim Falten am Rad bleiben. Sie schlägt einfach um und hängt dann halbwegs aufrecht am Lenker. Beim Tragen stört sie nicht.
Der einzige Nachteil dieser Tasche: Sie ist nicht wasserdicht. Danke an Stefan Meyer, der mich auf diese Idee brachte.

Die Lenkertasche ist hinter dem Lenker gut aufgehoben
Die Lenkertasche ist hinter dem Lenker gut aufgehoben
Klettbänder zur Befestigung Die Tasche verbleibt am gefalteten Birdy
Nicht mehr zeitgemäß, aber praktisch:
Klettbänder zur Befestigung
Die Tasche verbleibt am gefalteten Birdy

 

Lowrider-Tasche am Lenker

Von Franz D. Schnitzler
Kleines Gepäck transportiere ich in einer kleinen Tasche von Ortlieb für die Lowrider, die aber am Lenker-Vorbau schnell einrastend befestigt werden kann. Dazu habe ich mit Aluminium-Profilstäben aus dem Baumarkt eine Halterung gebastelt, die die Tasche auf Abstand zu den Brems- und Schaltungszügen positioniert. Die untere Abstützung der Tasche erfolgt mit einer C-Feder aus dem Bootszubehör, die am Rohr des Lenker-Vorbaus einrastet. Die Tasche lässt sich mit dem Schultergurt tragen, ist schnell mit zwei Handgriffen am Rad montiert und demontiert, kann aber auch am gefaltetem Rad bleiben.
Folgende Materialien wurden verwendet:

Für die obere Halterung wird die Alu-Stange in das Alu-Rohr geschoben, das Rohr sichert die Tasche gegen das seitliche Abrutschen von der Stange. Beides wird zusammen auf das Flachprofil geschraubt. Dieses wird an die Vorbauklemmung geschraubt. Beim Anziehen der Vorbauklemmung ist es wichtig, dass der Spalt zur Profildicke (bei meinem Birdy 3 mm) des Flachprofiles passt und dass zuerst die vordere Klemmung auf Vorspannung kommt. Mit dem anschließenden Anzug der hinteren Schraube wird das Lenkerrohr erst fest.
Für die untere Halterung werden in das Flachprofil zwei Löcher mit Durchmesser 4,5 mm gebohrt (Abstand: wie die Löcher im Kunststoff-Klemmstück). Dadurch werden die Gewindestangen gesteckt und mit den selbstsichernden Muttern einseitig fixiert. Von der anderen Seite werden die Rohre aufgeschoben, die Klemme daraufgesetzt und mit den Hutmuttern fixiert. Ein drittes Loch wird so in das Flachprofil gebohrt, dass die Muttern der Gewindestangen in der Nut der QuickLock-Befestigung der Ortlieb-Tasche zu liegen kommen (erst möglich ab QuickLock2). So kann sich der Halter nicht verdrehen und die Muttern können die Tasche nicht beschädigen. Zur Befestigung an der Ortlieb-Tasche habe ich die Klemmschraube und die darunter sitzende Führung verwendet, nicht aber die Lasche. Diese Halterung verbleibt an der Tasche.
Für oben die 10 mm Einsätze verwenden.

Halter für Fahrradtaschen am Lenker Halter für Fahrradtaschen am Lenker
Fotos: Franz D. Schnitzler

 

Rucksack am Lenker

Von Ulrich Gehrmann
Einen einfachen Rucksack kann man mit 3 einfachen Klettbändern, die an den Rucksack genäht werden, am Lenker befestigen. Eine Wasserflasche bzw. der Flaschenhalter dient als Abstandhalter, um die Schalt- und Bremszüge nicht zu behindern.
Zwei Klettbänder halten den Rucksack am Lenker, ein drittes wird am Boden angenäht und um die Feder der Vorderradfederung gewickelt.
Das zusätzliche Gewicht am Lenker stabilisiert die Lenkung. Der Rucksack sollte nicht nur einen einfachen Stoffboden haben, sondern ggf. mit einer Kunststoffeinlage stabilisiert werden. So hängt er nicht bis zur Feder durch.

Picknick-Rucksack am Lenker
Foto: Ulrich Gehrmann

 

Zurück zur Übersicht
Zurück zum Anfang

 

Gepäcktransport am Lowrider

Seit dem Modelljahr 2000 sind die Vorderradgabeln des Birdy mit Befestigungsgewinden für den als Zubehör erhältlichen Lowrider ausgestattet. Dort können bis zu 10 kg angehängt werden.
Die Taschen können nach hinten abrutschen, wenn nicht beide Haken vor die Gabel passen. Als Abhilfe kann hinter dem vorderen Haken ein weißlich-opaker Kabelbinder um den Lowriderdraht gezogen werden (die schwarzen Kabelbinder sind zu weich und flexibel). Es reicht je nach Streckenbeschaffenheit ein sehr schmaler (2,5 mm) Kabelbinder aus, sicherer ist allerdings ein breiterer.

Es passen sogar Ortlieb Backroller und Office Bag auf den Lowrider, allerdings ist die Bodenfreiheit und Schräglage sehr begrenzt. Die ganz alten Ortlieb Backroller mit angenieteten Haken haben einen zu großen Hakenabstand. Um diese Taschen zu verwenden, muss man den Lowrider hinten mit einem aufgeschobenen Röhrchen verlängern. Vorn muss man mit einen Schlauch den Durchmesser des Lowriderdrahtes vergrößern, sonst sitzt der Haken zu locker.

Die Haken auf der Achse sind oft nicht notwendig. Je nach verwendeten Taschen können die Rückwände der Taschen von den oberen Enden dieser Alu-Haken beschädigt werden. Man kann die Haken etwas nach innen biegen – so ist ein Kontakt selbst mit etwas ausgebeulten Packtaschen sicher ausgeschlossen:

Der Haken am Ausfallende der Gabel
Wird der Haken am Ausfallende etwas nach innen gebogen, kann er die Tasche nicht beschädigen.
Foto: Andreas Macrander

Inzwischen gibt es auch spezielle VeloCase für das Birdy. Der VeloCase Birdy beruht auf dem Rimowa Attaché Notebook (Art.-Nr. 909.08), modifiziert mit der VeloCase-Schiene und dem Hakensystem GABRIEL.
Das Hakensystem ist so angebracht, dass der VeloCase Birdy am Lowrider des Birdy beim Lenken unter dem Hauptrahmen durchschwenkt (sowohl beim alten als auch beim neuen Birdy-Rahmen.
Ein VeloCase Birdy wiegt 1,90 Kilogramm und hat ein Volumen von rund 9 Litern. Die Außenmaße sind ca. 40 x 35 x 9,5 Zentimeter.
Der Rimowa Attaché ist ausschließlich über den Lederwarenfachhandel für 309 Euro zu beziehen. Die VeloCase Birdy gibt es ausschließlich über velocase.de oder telefonisch 0700 VELOCASE für 369 Euro. Bei beruflicher Nutzung ist der Betrag steuerlich absetzbar.
Auch die VeloCase Birdy sind mit jedem Gepäckträger an anderen Fahrradarten kompatibel, sofern dieser aus geradem Rundmaterial 8 oder 10 Millimetern Durchmesser besteht.

Hier die Erfahrungen von Frank Heuser: Der VC Birdy wirkt sich wie jede andere Last am Lowrider positiv auf das Fahrverhalten des Birdy aus. Dadurch, dass mehr Gewicht auf dem Vorderrad ist, hebt es nicht mehr beim Bergfahren ab. Er stabilisiert auch dadurch, dass die Masse die Resonanzfrequenz der Lenkeinheit stark reduziert. Daher kann man sogar kurze Strecken freihändig fahren.
Das Hakensystem ist sehr praktisch, da man die Koffer zum Zusammenfalten sehr schnell entfernen und nach dem Auseinanderfalten wieder schnell befestigen kann. Außerdem kann man die Haken entfernen, so dass man dann einen "normalen" Aktenkoffer hat.
Man kann auch nur mit einem Koffer fahren. Das Birdy zieht dann etwas zu der jeweiligen Seite.
Der VC Birdy ist leider nicht vollkommen wasserdicht, aber bei einem kräftigen Regenguss kommen nur wenige Tropfen rein.
Ich habe an der dem Birdy zugewandten Seite mit Kontaktkleber einen "Protektor" (Meterstab) angebracht, da im Winter (Dreck und Salz) der Abstandhalter des Lowriders, der sich beim Federn ständig bewegt, stark gescheuert hat. Der Haken scheuert auch etwas an der Federgabel, aber das ist eher kosmetischer Art. Der Lowrider hat noch eine unangenehme Eigenschaft, er verbiegt sich, obwohl ich ihn nicht überladen habe. Beim starken Einfedern setzt er auf dem Reifen auf.

Der VC Birdy mit Scheuerschutz   Der VC Birdy am Birdy
Der aufgeklebte Meterstab schützt vor Scheuerspuren.   Der VC Birdy ist für das Birdy optimiert, passt aber selbstverständlich auch an jedes andere Rad.
Der VC Birdy schwenkt unter dem Rahmen hindurch   Der vordere Haken scheuert, weil der Lowrider durchbiegt
Der VC Birdy schwenkt beim Lenken sowohl beim klassischen als auch beim neuen Rahmen unter dem Hauptrohr hindurch.   Der vordere Haken scheuert aufgrund des durchgebogenen Lowriders leicht an der Gabel.
Fotos: Frank Heuser

Für die Inhaber von älteren Birdy-Modellen ohne Lowrider-Gewinde in der Gabel hat Ulli Gehrmann eine Lösung parat.

 

Lowrider und Gepäckträger aus Japan

In Japan, wo das Birdy unter dem Namen BD-1 und BD-3 vertrieben wird, gibt es zusätzlich zum Original-Birdy-Zubehör auch noch andere, mehr oder weniger kuriose Zubehörteile. Hier wollen wir Euch kurz Gepäckträger und Lowrider vorstellen. Die Gepäckträger/Lowrider-Kombination wird das Faltmaß wohl beträchtlich erhöhen ...
bike.gn.to/bd-1-op1.htm
bike.gn.to/bd-1-op3.htm (beides in Japanisch, aber es gibt auch Bilder)

BD-3 mit Lowrider BD-3 mit Bromptonänlichem Gepäckträger

 

Zurück zur Übersicht
Zurück zum Anfang

 

Birdy und Anhänger

Von Peter de Leuw, Robert Mahr, Alexander Gottfried, Bert, Andreas Macrander, Hartmut Wahl
Das Birdy kann auch einen Anhänger ziehen. Dabei steht fast die gesamte Palette an Lasten- und Kinderanhängern zur Auswahl, die der Markt bietet. Dabei eignen sich falt- und zerlegbare Anhänger natürlich besonders gut. Für den Bereich Lastenanhänger haben wir ein paar Beispiele zusammengetragen. Auch eine Selbstbaulösung sowie die Befestigung einer Kugelkopfkupplung am Birdy stellen wir vor. Zum Thema "Birdy und B.O.B. Yak und andere einrädrige Anhänger" verweise ich auf unsere FAQ.
Für die Benutzung mit zweispurigen Anhängern ist das Birdy auch laut Angaben von riese und müller geeignet. Empfohlen wird die Weberkupplung Typ E, die sich ohne Probleme am Birdy befestigen lässt. Eine Stellungnahme des Anhängerspezialisten Zwei plus zwei findet sich ebenfalls in unseren FAQ. Bei der vorgesehenen Befestigung direkt auf der Achse muss man allerdings auf den Seitenständer verzichten, die Achsbreite reicht dazu nicht aus:

Birdy und Weberkupplung Birdy und Weberkupplung
Die Weberkupplung vom Typ E wird direkt auf der Achse befestigt und ist damit unabhängig von Form und Ausführung des Hinterbaus.
Birdy und Anhänger
Der Weber Ritschie2 mit Hund Jule und (verdeckt links daneben) Yannick (damals 9 Wochen), alles gezogen vom Birdy green.
Fotos: Peter de Leuw

 

Anders sieht es aus, wenn man die Kupplung nicht auf der Achse befestigt, sondern am Rahmen etwas oberhalb der Achse:

Befestigung der Weberkupplung oberhalb der Achse Eine Edelstahlplatte dient als Gegenstück
Die Kupplung wird mit einer Schraube M5 auf das Dreieck des Ausfallendes geschraubt. Als Verdrehsicherung dient nicht mehr der mit der Kupplung gelieferte Polygoneinsatz, sondern eine zweite Schraube. Das entsprechende Gewindeauge ist an jedem Birdy vorhanden: Es dient normalerweise zur Befestigung des SL-Gepäckträgers bzw. des Bügels, der das Schutzblech hält. In die Kupplung muss man das passende Loch noch bohren.
Zur Lackschonung und gegen Verrutschen kann man Gummi (Fahrradschlauch), Doppelklebeband, (selbstklebendes) Moosgummi etc. unterlegen.
Als Gegenstück dient ein Edelstahlblech (5 mm stark) mit Gewinde. Die genauen Maße finden sich auf der Zeichnung. Wer eine Alu-Platte nehmen will, sollte mindestens 8 mm Stärke wählen, damit das Gewinde nicht ausreißt und die Platte nicht verbiegt.
Das Sandwich in Frontansicht
Von vorn sieht das Sandwich so aus.
Fotos: Robert Mahr

Elegant ist es, die Typ-E-Kupplung von Weger mit einer individuell angefertigten Platte zu befestigen. Dazu reicht 3-mm-V2A-Flachmaterial aus. Es wird mit 3 Löchern für die Hinterrad-Achse sowie für eine M5- und eine M6-Schraube versehen, die in die vorhandenen Gewindelöcher am Rahmen gehen.
Eine Kunststoff-Scheibe gleicht die im Vergleich zur Original-Weber-Kupplung geringere Materialstärke aus, so dass die Kupplung nicht wackelt.

Individuelle Befestigungsplatte für die Weber-Kupplung
3-mm-V2A-Flachmaterial für die Anhängerkupplung und die dünne Kunststoffscheibe zum Dicken-Ausgleich.
Foto: Andreas Macrander

Die E-Kupplung gibt es mittlerweile nicht mehr, Weber unterscheidet nun EH (für die Kombination mit dem Hinterbauständer Hebie 661), EP (für Räder mit dem Pletscher Comp Ständer) und ER (für verschiebbare Rohloff-Ausfallenden. Der Typ ER lässt sich gut und ohne große Modifikationen am Birdy bei gleichzeitiger Verwendung des Ständers anbringen. Ich habe sie mit zwei Schrauben M5 und passenden Unterlegscheiben befestigt, eine 12 mm und eine 20 mm lang. Die erste wird in das vorhandene Gewinde des Rahmens (rechts unten) geschraubt. Die zweite ersetzt die Schraube der Gepäckträgerstrebe. Mit passenden Hülsen kann man die Bohrungen an der Kupplung auffüttern, weil die Original-Schrauben für die ER-Kupplung dicker sind. Es geht allerdings auch ohne diese Hülsen. Zwischen Rahmen und Kupplung kommt das übliche zurecht geschnittene Stück Fahrradschlauch zum Schutz des Rahmens.

Hinterbau vor der Montage der ER-Kupplung Die nötigen Kleinteile
Zwischenstand bei der Montage der ER-Kupplung Das Resultat
Montage der Weber ER-Kupplung am Birdy. Bilder für größere Versionen anklicken.
Fotos: Hartmut Wahl

 

Alexander Gottfried hat einen selbst gebauten, zerlegbaren Anhänger ebenfalls mit der Weberkupplung am Birdy befestigt.
Am Bahnhof oder Flughafen wird der Hänger zerlegt und mit dem Gepäck zusammen in einer Tasche verstaut. Die Laufräder hängen am Birdy, das im Flugzeug als Fahrrad transportiert und somit extra pauschal und unabhängig vom Gewicht abgerechnet wird. Eine kleine Packtasche mit Wertvollem und Zerbrechlichem geht dann als Handgepäck mit. Das Birdy reist in der Hülle mit, ist aber im Flugzeug zum Schutz mit einer Isomatte (185 x 50 x 1,5 cm) umwickelt. Das Schaltwerk ist so ausreichend geschützt.

Der Hänger von der Seite ... .. und von vorn.
Der Anhänger lässt sich komplett zerlegen und in der Tasche zusammen mit dem Gepäck verstauen.
Er ist für die Ortlieb Rack-Pack Taschen konstruiert, weil die relativ günstig und absolut wasserdicht sind. Rack-Pack L fasst 49 Liter und Rack-Pack XL 89 Liter. Der Hänger hat die passende Größe für die 49 Liter-Version, weil da alles reinpasst was man für eine Woche Radtour in Schottland braucht.
Die Reifengröße ist natürlich 18", d.h. nur eine Sorte von Ersatzschläuchen und Mänteln und alte Reifen kömmen am Hänger weiter verwendet werden.
Der Anhänger ist genau so breit wie der Lenker, wo der durchpasst da passt der Rest auch durch.
Ein zerlegbarer Hänger für das Birdy Auf zum Flieger ...
Der Hänger trägt das Gepäck zum Bahnhof oder Flughafen. Dort wird alles zusammengepackt: Hänger und Gepäck finden Platz in der roten Tasche. Gewicht von Birdy, Hänger und Gepäck: knapp 34 kg.
Fotos: Alexander Gottfried

Bert transportiert sein Faltboot mit dem Birdy zum Wasser. Anschließend wird getauscht: Das Birdy wird gefaltet und auf dem Boot transportiert. Für den Anhänger musste Bert die Kupplung an das Birdy anpassen. Dazu verwendete er zwei Stahlblechplatten. Auf die obere schweißte er im rechten Winkel zwei kleine Plättchen auf, die die eigentliche Kupplung halten. In der Praxis hat sich allerdings herausgestellt, dass der Birdy-Gepäckträger zu schwach ist. An zwei Stellen ist die Schweißnaht gerissen, auch ist eine der 8 mm Alu-Stangen abgebrochen. Bert hat jetzt die Brüche mit Alu verstärkt und doppelte an Stelle von einfachen Nähten geschweißt.

Kugelkopfkupplung am Birdy Kugelkopfkupplung am Birdy
Auf dem Hänger wird das Faltboot zum Wasser gefahren. Zwei Stahlblechplatten werden mit vier Schrauben am SL-Gepäckträger festgeklemmt.
Fotos: Bert

Das Faltboot wiegt etwa 27 kg, der Kugeldruck ist 10,4 kg. Das Birdy kann stabil auf dem Seitenständer geparkt werden. Auch das Fahren geht gut. Allerdings bemerkt man natürlich das Gewicht, das hinter einem hängt. Im 5. Gang mit der rechten Schaltung und im 2. Gang mit der linken Schaltung geht es auf flachem Weg am besten. 20 km pro Stunde ist durchaus realistisch. Schneller geht auch - aber bei viel Verkehr in der Stadt ist der längere Bremsweg zu beachten!

 

Falt- bzw. zerlegbare Anhänger gibt es auch zu kaufen. Einige Beispiele:

Cyclone bicycle trailer von Radical Design, Importeur: Mikus. Kapazität: 100 Liter/40 kg, Gewicht: 5,55 kg, Laufräder: 16"/305, Größe: 91 x 47 x 5 cm gefaltet bzw. 91 x 60 x 50 cm ungefaltet. Es ist eine spezielle Deichsel für 18"/20" erhältlich.
Peter Eland schreibt in der Velo Vision, Ausgabe 19, Seite 27 über diesen Anhänger: "... it comes to its own as a touring trailer - espacially alongside a folding bike or a recumbent otherwise without great carrying capacity.
As a case in point, I towed it behind my Birdy back from Cycle Vision in the Netherlands (...). Cycled it onto and off the ferry, and at the other end tucked wheels and drawbar away in the bag, folded up and bagged the Birdy, and got on a bus with no hassle at all. Transferred to a train back to York, and then cycled it home from the station.
If you need to include public transport in your trailer travels - or would like that option when on tour - then the Radical is ideal. Only the Carryfreedom City is a serious rival in this regard.
Cyclone bicycle trailer
Carry Freedom City, die Tasche kann als Rucksack getragen werden. Kapazität: 45 kg, Gewicht: 5 kg. Laufräder (12"?) und Deichsel werden in den Rahmen geklappt, so dass ein flaches Paket entsteht. Es wird die Kupplung von Chariot verwendet. Carry Freedom City
Vitelli Campinganhänger, Kapazität: 60 kg, Gewicht: 7,9 kg, Ladefläche: nutzbar 60 x 41 cm, Außenbreite: 72 cm, Länge: 88 cm, mit Deichsel 141 cm, Stahl. Die Laufräder (20"/406) und die Deichsel können abgenommen und im Hänger verstaut werden. Es wird die Kupplung von Weber verwendet. Als Tasche empfiehlt sich die Ortlieb RackPack. Vitelli Campinganhänger
Bikebox Wallace, Kapazität: 46 kg, Stahlchassis mit Kunststofffaltbox (54,5 x 39 x 28 cm), Gesamtbreite: ca. 72 cm. Es wird die Kupplung von Chariot verwendet. Die Laufräder (16"/305) und die Deichsel können abgenommen werden. Bikebox Wallace
  Fotos: Hersteller

Beleuchtung
Wer am Anhänger keine Batterieleuchte befestigen will, kann auch den Dynamo seines Birdy zum Betrieb der Schlussleuchte verwenden. Sie wird mit einer möglichst wasserfesten und rostfreien Kupplung angekuppelt. Will man dem Dynamo die zusätzliche Last von 0,6 Watt nicht zumuten, muss man die Rückleuchte des Birdys ausschalten. Das geschieht entweder mit einem Schalter oder man nimmt eine Kupplung, die per Unterbrecherkontakt das Rücklicht des Birdys ausschaltet. Wer nicht basteln will, kauft sich die Trailermatik von Busch und Müller.

 

Zurück zur Übersicht
Zurück zum Anfang




© 2001 - letzte Aktualisierung: 10.08.2013
birdy-freunde.de

www.birdy-freunde.de/mybirdy/gepaeck.html - ausgedruckt am 01.11.2014