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www.birdy-freunde.de/mybirdy/beleuchtung.html - ausgedruckt am 29.04.2017

Beleuchtung am Birdy

Für das Birdy werden verschiedene Beleuchtungssets angeboten. Alle angebotenen Varianten haben eins gemeinsam: Sie sind gemäß Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) nicht zulässig. Zu den angebotenen Lösungen gibt es viele Alternativen, teilweise StVZO-gemäß, teilweise ohne StVZO-Zulassung aber trotzdem mit hoher Alltagstauglichkeit.

  [Akkubeleuchtung]   [Induktionsbeleuchtung]  

[Seitendynamo]  [Nabendynamo]  [Mehr als 6 Volt]


Scheinwerferbefestigung
[an der Gewindeöse des Vorbaus]  [am Schnellspanner des höhenverstellbaren Vorbaus]  [mit einer Schelle am Vorbauschaft]


[Rücklichtbefestigung]

 

Akkubeleuchtung

Akkubeleuchtung am Birdy ist generell nicht StVZO-gerecht. Lediglich ein zusätzlich zum dynamobetriebenen Rücklicht betriebenes Akkurücklicht ist erlaubt. Die Verwendung von Scheinwerfern hingegen ist nicht von der StVZO gedeckt. Die Montage von beliebigen Akkuleuchten ist problemlos. Die Scheinwerfer lassen sich direkt am Lenker befestigen. Das Rücklicht kann an der Sattelstütze ganz oben montiert werden. Der Sattel lässt sich dann eventuell nicht mehr ganz einschieben, das Packmaß erhöht sich um rund zwei Zentimeter. Die Hülle zum Verpacken des Birdys passt aber trotzdem noch.
An Birdys ohne Gepäckträger oder mit dem auf der Schwinge befestigten SL-Gepäckträger kann das Rücklicht auch am Sattelrohr befestigt werden. Gepäck auf dem Träger wird das Rücklicht aber verdecken.

Jan Berkelder hat im Nippeser Radlager in Köln einen kleinen, pfiffigen Befestigungswinkel für die Sattelklemmung erhalten:

Befestigungswinkel

Daran kann ein kleines Akkurücklicht (hier z.B. ein Modell von Cateye) befestigt werden, ohne beim Falten zu behindern. Da das Rücklicht so nicht mehr mittig hinter der Sattelstütze hängt, findet sich am Sattel noch Platz für eine kleine Tasche oder ein Seilschloss. Auch das Seil vom rahmenfesten Gepäckträger (bei Birdys bis einschl. Modelljahr 2002) kommt so dem Rücklicht nicht in die Quere.

Jan hat mit den LED-Scheinwerfern IXION von Busch & Müller gute Erfahrungen gemacht. Jan hat zwei davon am Lenker befestigt. Er kommt auf eine Reichweite von rund 100 Kilometern damit.

2 IXION am Birdy-Lenker

 

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Induktionsbeleuchtung

Induktionsbeleuchtung kommt ohne Akku, Batterie und Dynamo aus. Bei jeder Radumdrehung wird durch einen an den Speichen montierten Magneten in der in der Leuchte eingebauten Spule eine Spannung induziert. Das Prinzip ist das gleiche wie beim Dynamo, allerdings sind aufgrund der kleinen Magnete und Spulen sowie des hohen Abstandes zwischen Spule und Magnet nur geringere Leistungen möglich. Uns ist derzeit nur eine Beleuchtung bekannt, die nach diesem Prinzip arbeitet, nämlich von Reelight. Es ist nicht StVZO-konform. Dirk Zickermann hat es ausprobiert. Er hat sich für das SL 150 entschieden (ca. 25 EUR), das nicht flackert, sondern konstant leuchtet. Normalerweise wird es an der Achsmutter des Hinterrades befestigt. Beim Birdy würde es dort allerdings beim Falten stören. Man kann jedoch den mitgelieferten Metallhalter mit Schraubstock und Zange verdrehen, so dass es auf dem Bremssockel befestigt werden kann und dann geschützt zwischen Schutzblechstrebe und Hinterrad positioniert ist.

Reelight - Rückansicht
Reelight - Seitenansicht
Das benötigte Werkzeug
Fotos: Dirk Zickermann

 

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Befestigung des Dynamos

Die Befestigung eines Dynamos kann am Birdy green oder allen älteren Modellen ohne V-Brakes das eigens dafür vorhandene Loch an der Innenseite der Hinterradschwinge erfolgen. Das Loch ist so angebracht, dass der Dynamo Basta Quattro, der bis 2004 auch mit dem Beleuchtungskit von r-m geliefert wurde, passt.

An dieser Stelle ist der Dynosys LightSpin zu voluminös, so dass man beim Pedalieren behindert wird. An Birdys mit Cantilever-Bremssockeln kann man ihn aber an der rechten Seite der Hinterradschwinge daran befestigen. Er schließt dann fast bündig mit der Schwinge ab und ist nicht mehr im Weg. Zur Befestigung eignet sich ein 4 mm-Bandeisen mit ca. 30 mm Breite, das so zurechtgebogen wird, dass der Dynamo genau zwischen Ausfallende und Strebe des SL-Gepäckträgers (sofern man denn einen hat) passt.

Dynamobefestigung
Foto: Peter de Leuw

An Birdys mit V-Brake lieferte r-m beim Beleuchtungskit einen Stahlwinkel (früher: Aluwinkel) mit. Der wird von unten in den V-Brake-Sockel eingeschraubt. Für die Montage verweisen wir auf eine Dokumentation von riese und müller, die als pdf-Dokument zum Download zur Verfügung steht ("Dynamowinkel").
Für andere Dynamos als den Basta Quattro, z.B. den Dymotec 6 von Busch und Müller, muss der Stahlwinkel etwas anders dimensioniert werden:

Dynamohalterung für den Dymotec 6 Dynamohalterung für den Dymotec 6
Dynamohalterung für den Dymotec 6
Fotos: Alexander Gottfried

Bernd Holzum hat die Dynamobefestigung etwas anders gelöst.
Vorsicht bei der Auswahl des Dynamos: Der Dynamo muss recht schlank sein, damit er beim Fahren und Falten nicht stört.

Eine weitere Alternative ist Zinkens Dynashoe. Damit kann ein üblicher Seitendynamo am Bremssockel befestigt werden. Der Dynashoe ist recht ausladend, so dass an der Vorderradgabel nicht genügend Platz ist. An der Hinterradschwinge soll es mit dem Bumm S6 (und wohl auch mit anderen Dynamos) funktionieren, solange das Birdy keine Shimano XT V-Brake hat. Die Streben des Parallelogramms dieser Bremse sind im Wege.

 

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Nabendynamos

Ein Birdy kann selbstverständlich auch mit einem Nabendynamo ausgestattet werden. In der Regel sind Nabendynamos allerdings für Laufräder mit 26-28" ausgelegt. Sie liefern in einem kleinen Laufrad wie beim Birdy deshalb eine zu hohe Spannung und dürfen laut Straßenverkehrszulassungs-Ordnung (StVZO) nicht am Birdy betrieben werden. Entschließt man sich doch dafür, kann man zwei Scheinwerfer in Reihe schalten und so die hohe Spannung verwerten. r-m bietet Beleuchtungsoptionen sowohl mit dem SON XS von Schmidt als auch mit dem Nabendynamo von Shimano 2N72. In beiden Fällen wird nur der Scheinwerfer mit dem Dynamo betrieben, das Rücklicht von Bumm wird mit Batterien betrieben und schaltet sich bei Dunkelheit automatisch ein.
Der SON XS ist speziell für kleine Laufräder vorgesehen. Der Shimano-Dynamo leistet nur 2,4 Watt und ist deshalb nicht für den Betrieb eines Rücklichtes vorgesehen.

Beide Beleuchtungsvarianten von r-m entsprechen nicht der StVZO.

Wer sein Birdy mit Nabendynamo nachrüsten möchte, findet mit dem SON XS100 einen optimalen Dynamo. Er hat wie die Original-Vorderradnabe des Birdy (und im Gegensatz zum von r-m angebotenen Shimano-Nabendynamo) einen verringerten Flanschabstand für ein optimales Faltmaß. Während der SON XS eine Einbaubreite von 70 Millimetern hat (speziell für das Brompton oder einige Dahon-Modelle), passt der SON XS100 in die Birdy-Gabel mit 100 Millimetern Klemmbreite. Hinzu kommt, dass der SON XS100 mit rund 400 Gramm nur weniger als die Hälfte des Shimano-Nabendynamos auf die Waage bringt.
Während das vordere Laufrad eines Birdys in der Regel radial eingespeicht ist (die Speichen kreuzen sich nicht) darf der SON nicht radial eingespeicht werden. r-m speicht trotzdem radial ein, was bei der 24-Loch-Version laut mündlicher Messeaussage des SON-Herstellers Schmidt auch in Ordnung ist. Bei 36 Speichen sollte zwingend tangential eingeseicht werden. Dann (und wenn man bei 24 Speichen auf Nummer sicher gehen will) bietet sich eine Einfach- oder Zweifachkreuzung an. Die Speichenlänge habe ich bei 24 Speichen und Zweifachkreuzung mit 159 mm gemessen. Hinweise zum Einspeichen...
Das Kabel kann direkt an der Unterseite der Schwinge geführt werden. Die Anschlüsse des Dynamos zeigen also nach hinten. In neueren Montageanleitungen ist zu lesen, dass die Anschlüsse des Dynamos nach oben weisen sollen. Der Grund dafür ist, dass dann auch die Bohrung in der Hohlachse für den Druckausgleich im Innern des Dynamos (soll das Eindringen von Wasser vermeiden) auch oben liegt. Da der Spalt zwischen Schnellspannachse und Hohlachse aber recht klein ist, dürften die Kappillarkräfte auf das möglicherweise dort vorhandene Wasser sowieso größer sein als die Schwerkraft. Die Ausrichtung der Anschlüsse und damit der Bohrung für den Druckausgleich sollte also nicht entscheidend sein. In diesem Zusammenhang noch ein Tipp: Wenn man die Schnellspannachse fettet, sollte man dies sparsam machen. Ansonsten kann durch das Fett das Druckausgleichssystem verstopft werden. Mit dem Druckausgleichssystem werden die SONs seit Juli 2002 ausgeliefert. Wer nicht sicher ist, ob sein SON schon damit ausgerüstet ist, schaut einfach von der rechten Seite in heller Umgebung in die Hohlachse. Die Bohrung liegt etwa 10º zu den Anschlüssen geneigt und etwa 12 mm hinter diesen.
Am Gelenk braucht das Kabel etwas Bewegungspielraum, damit es beim Falten nicht gespannt wird. Am Gabelkopf bietet es sich an, das Kabel auf die linke Seite und dann zusammen mit dem Bremszug zu führen. Eleganter wäre es natürlich, die Anschlüsse des SON und damit das Kabel direkt auf der linken Seite zu haben. Die SON muss aber zwingend so eingebaut werden, dass die Anschlüsse rechts liegen, damit er sich im Betrieb nicht aufschraubt.
Für die Befestigung des (speziellen) Scheinwerfers kommen fast alle unten genannten Möglichkeiten in Frage. Lediglich für die Montage am Lenker ist das Kabel zu kurz und muss ggf. verlängert werden. Die Besonderheit am Nabendynamo: Das Rücklicht wird nicht am Dynamo, sondern am Scheinwerfer angeschlossen, damit es auch mit dem im Scheinwerfer eingebauten Schalter ausgeschaltet werden kann.

SON20 SON20, eingebaut
Der SON20, ausgewiesen für Laufräder von 16-20" Der SON20 eingebaut im Birdy.
Das Kabel wird an der Schwinge geführt.
Fotos: Peter de Leuw

Jan Goddemaer aus Belgien hat diverse Modifikationen am Birdy vorgenommen, die er in seinem Blog dokumentiert hat (leider nur in Holländisch). Die wichtigste Änderung ist der Einbau eines Shutter Precision SV-8 Nabendynamo. In Deutschland ist Shutter Precision eher unbekannt. Ein Test findet sich in der Fahrradzukunft, Ausgabe 14, zu beziehen ist er u.a. bei Gingko Spezialradteile. Dem Umbau hat Jan zwei eigene Seiten gewidmet: Aufbau des Laufrades sowie weitere Bilder. Mit dem ursprüglichen Platz des Scheinwerfers war Jan nicht zufrieden, deshalb hat er hier nachgebessert.

Bei der optionalen mit dem Birdy gelieferten Beleuchtung mit SON-Nabendynamo ist standardmäßig ein Batterie-Rücklicht verbaut. Die Verkabelung für einen Anschluss an den Dynamo ist beim Monocoque-Birdy gut möglich, auch wenn die Montage relativ aufwändig ist:

 

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Die helle Freude: 6 V, 12 V oder doch lieber eine 18-Volt-Lichtanlage am Birdy

Von Ulli Gehrmann
Die 18 Volt Lichtanlage erinnert doch eine wenig schon an die Landelampen eines Fliegers, was auch bei einem Birdy angebracht erscheint. Die kleine "Flutlichtanlage" habe ich im Dauertest gehabt, bin auch die Abfahrten mit über 60 km/h hinuntergefahren. Der Dynamo hat sich weder erwärmt, gar gequalmt oder ansonsten seinen Dienst eingestellt.

Leider ist die Realisierung dieses Vorschlages für ein extrem viel besseres Licht in Deutschland nicht erlaubt (auch wenn deutsche Polizisten nach den Ergebnisse der Pisa-Studie und damit wohl auch deren Physikkenntnissen das beschriebene lichttechnische Wunder nicht ohne Experten verstehen werden).
Sagen wir mal, wir bauen uns eine Lichtanlage für eine Auslandsreise! Denn auf dem Dynamo steht weiterhin 6 Volt drauf, obwohl wir 12 oder sogar 18 Volt daraus machen können, was allerdings auch - ein wenig - mehr Antriebskraft kostet.

Im Jahr 2003 habe ich an der Radfernfahrt Paris-Brest-Paris (PBP) teilgenommen und mich jede Nacht wieder an meiner 12 Volt Lichtanlage erfreut.
Mit meiner Beleuchtung fühlte ich mich in Frankreich wie der Gatte der Lichtkönigin Luzia, die Rosensorte, die in jedem Sommer unsere ganze Hauswand im Garten mit überschwänglichen Blüten erstrahlen lässt und ihn mit starkem Duft überzieht. Auf der Radtour zog mein Licht die anderen Randonneure wie Motten an, so dass ich auch Abfahrten zumindest aus beleuchtungstechnischen Gründen wenigstens nicht hinunterbremsen musste.

Das kleine Laufrad des Birdy ist für diesen Versuch besonders ideal, weil dafür ein Nabendynamo für 26/28-Zoll-Laufräder benutzt werden kann. Die folgenden Angaben gelten für den neuen Shimano DH-3N70, der tangential in ein 18-Zoll-Laufrad eingespeicht wird, so dass bei gleicher Fahrgeschwindigkeit wegen 1,3-facher Laufradumdrehungen auch mehr Energie erzeugt wird. Das 18-Zoll-Rad erreicht mit dem Dynamo die 6 Volt schon bei 8 km/h, 12 Volt bei 12 km/h und 18 Volt bei 18 km/h.

Die beschriebene Anwendung ist die Umkehrung des Prinzips mancher Rennradler, die sich aus Gründen der Kraftersparnis extra den für die kleinen 20-Zoll-Laufräder konstruierten SON-Nabendynamo in ein großes Laufrad einspeichen, um damit erst bei höheren Geschwindigkeiten die vollen 6 Volt zu erreichen.

Die Flutlichtanlage

Aufbau der Beleuchtungsanlage

1. Stufe: 6 Volt wird beim Birdy schon bei 8 km/h erreicht.
Ein guter Nabendynamo speist bei einem Scheinwerfer mit 2,4 Watt und einem Rücklicht mit 0,6 Watt 6 Volt in das "Bordnetz" ein. Damit leuchtet ein Scheinwerfer in der Einstellung "Abblendlicht" den Nahbereich nach vorne aus. Werden entsprechende Scheinwerfer- und Rücklichtmodelle gewählt, hat man ggf. noch Standlichtfunktionen. (Zugelassen sind in D nach der Straßenverkehrszulassungsordnung für vorne nur 2,4 und hinten 0,6 Watt, damit wir Radfahrer gegen die high-tech-Varianten der Autos gar keine Chance haben.)

2. Stufe: 12 Volt wird beim Birdy schon bei 12 km/h erreicht.
Wird eine 2. Lampe mit 3 Watt in Reihe zugeschaltet und die Ausleuchtung als "Fernlicht" eingestellt, werden einerseits 12 Volt erzeugt, andererseits ein weites Sichtfeld ausgeleuchtet. Zu dem Dynamo erwarb ich die Luxuslampen von Schmidt Maschinenbau, die zwar das Vielfache im Vergleich zu einfachen Scheinwerfern kosten, aber auch beleuchtungstechnisch für den Fahrradbereich das obere Ende, oder wie man heute sagt - high end - markieren und eine extrem gute Ausleuchtung haben. Dieses 2-Scheinwerfer-System mit 12 Volt ist schon auf Radtouren deshalb ideal, weil man je nach Bedarf zusätzliches Licht stufenweise zu- oder abschalten kann. Bergan und bei geringer Geschwindigkeit reicht die 1. Lampe aus. Soviel Kraft bringt jeder mit einem guten Nabendynamo ohnehin auf. Bei Bergabfahrten und höheren Geschwindigkeiten wird die 2. (Fernlicht-)Lampe zugeschaltet, so dass die Straße auch nachts wirklich gut ausgeleuchtet ist. Auf der Radfernfahrt konnte ich damit bei guter Sicht ungebremst mit über 60 km/h die Hügel sicher hinunterjagen, so dass die zusätzlich benötigte Kraft für den Dynamoantrieb gegen den Energieverlust durch das Hinunterbremsen nicht sinnvoll aufzurechnen ist. Dieses 12 Volt Licht macht den berühmten Unterschied zwischen Tag und schummriger Nacht.

3. Stufe: 18 Volt wird beim Birdy schon bei 18 km/h erreicht.
Zu den anderen Frontlampen wird eine 3. Frontlampe in Reihe geschaltet. Sie wird an der Lenkertasche so befestigt, dass sie mit dem Daumen als vorausschauendes Kurvenlicht benutzt werden kann - oder womit man entgegenkommenden Aufblendern nicht völlig schutzlos ausgesetzt ist. Alternativ kann man einen Scheinwerfer mit Gummibändern am Helm befestigen und so die Blickrichtung ausleuchten. Dazu bedarf es allerdings eines Kabels von der Stromversorgung zum Helm.

Das Schaltbild

Es gibt also die Beleuchtungs-Kombinationen:

Eine Besonderheit ist die sogenannte Kurzschlussschaltung für die Lampen. Bei Schmidt gibt es natürlich sogar spezielle Lampen mit im Gehäuse eingebautem Kurzschlussschalter zu kaufen. Solch eine Lampe kann ohne externen Schalter in Reihe hinter eine "normale Lampe" angeschlossen werden, weil sie im Aus-Zustand den Stromkreislauf nicht unterbricht, sondern umleitet.
Zum Begriff der Kurzschlussschaltung: Normalerweise würde der Stromfluss unterbrochen, wenn z.B. der 2. Scheinwerfer ausgeschaltet wird. In Folge würde gar kein Scheinwerfer brennen. Die Kurzschlussschaltung überbrückt den Stromfluss, wenn die Scheinwerfer 2 und 3 nicht angeschaltet sind.
Nur der Hauptschalter für Scheinwerfer 1 ist nicht damit versehen, denn ansonsten würde ich ohne eingeschalteten Stromabnehmer einen Kurzschluss am Dynamo produzieren.
Ist die Lampe des 1. Scheinwerfers durchgebrannt, kann sie problemlos gegen die aus dem 2. oder 3. Scheinwerfer ausgetauscht werden. So steht man nicht im Dunkeln und ein Kurzschlussschalter im 1. Scheinwerfer erübrigt sich.

Montagehinweise:
Alle Scheinwerfer und das Rücklicht müssen isoliert vom Rahmen befestigt werden, da der Dynamo zwangsläufig mit der Masse am Rahmen liegt. Die ganze Schaltung kann ansonsten nicht funktionieren!
Der Kasten mit den Schaltern sollte so montiert werden, dass die Schalter nach hinten und/oder nach unten geneigt sind. So kann kein Regenwasser in die Schalter gelangen.

Die Flutlichtanlage
Hier die komplette Beleuchtungsanlage ohne Fahrrad. Gut zuerkennen: Der Schaltkasten (vorn) sowie die mit Klemmen versehenen Scheinwerfer und das Rücklicht. Die Lampe am Helm oder der als Kurvenlicht konzipierte kleine Scheinwerfer können wahlweise eingeschaltet werden.

Materialien:
Abblendlicht- und Fernlichtscheinwerfer werden mit Klemmen am Vorbau angeklemmt und sind schnell abnehmbar (z.B. Wolfcraft Klemme aus dem Baumarkt).
Schaltkasten: kleiner Verteilerkasten aus dem Baumarkt mit Steckkupplung abnehmbar
Schalter: kleine Kippschalter, ggf. für die Montage mit Kabelschuhen
Zusätzlich: Kabel, Schrumpfschläuche, Kabelschuhe
Wer Scheinwerfer oder Schaltbox auch leicht an und abklemmen können will, um sie zum Beispiel an einem anderen Rad zu benutzen, kann das sog. "Tamiya"-System mit Kupplung und Stecker benutzen, dass u.a. im Modellsport verwendet wird. Mit einer Hakensicherung sitzen Kupplung und Stecker fest. Preis für Tütchen mit 2 mal Stecker und Kupplung ca. 2,90 Euro.
Die in D nicht zugelassenen 3-Watt-Lampen kann man im gut sortierten Fahrradhandel erwerben.
Shimano Dynamo DH3N70
im 18 Zoll Rad mit Felgeninnenmaß 341 cm, bei Flanschdurchmesser 74 mm und Flanschabstand 56 mm ergibt bei 2-facher Kreuzung und 36 Speichen eine Speichenlänge von 145 mm. Errechnung der Speichenlänge mit dem Speichenrechner von Walter Zorn.

Messwerte Shimano DH-3N70 am Birdy

Fahrrad Radumfang 6 Volt
3 Watt
12 Volt
6 Watt
18 Volt
9 Watt
Birdy (18") 1370 mm 8 km/h 12 km/h 18 km/h
Rennrad (28") 2133 mm 12,5 km/h 21 km/h 32 km/h

Erkenntnis: Die Vermutung, dass der Radler bärig Kräfte haben müsste, wenn er die 18 Volt auch aktivieren will, können wir nicht bestätigen, aber... wenn wir auf dem Rad sitzen, können wir eigentlich nur einen ganz geringen Unterschied an der Pedale spüren, wenn wir auf einen Schlag alle Lampen und damit 18 Volt anschalten.

Mögliche weitergehende Verbesserungen:
Wer die Superlative an Lampen in guter Verarbeitung und mit wirklich überzeugender Ausleuchtung fahren will, sollte die Scheinwerfer E6 von Schmidt Maschinenbau in Erwägung ziehen. Neben dem hohen Preis haben sie für eine leicht demontierbare Konstruktion allerdings den Nachteil, dass sie recht groß und verletzlich sind.

 

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Befestigung des Scheinwerfers an der Gewindeöse des Vorbaus

Der Allround-Vorbau hat zur Befestigung des Scheinwerfers eine Gewindeöse. Je nach Stellung des Vorbaus im gefalteten Zustand kann der Scheinwerfer die Gewindebuchse aus dem Vorbau hebeln. Außerdem passen viele Scheinwerfer nicht, weil sie an den Vorbauschaft stoßen. Dort muss ein Distanzrohr verwendet werden. Eine Alternative ist ein einfaches flaches (4 oder 5 mm dickes) Aluprofil: zwei cm lang, zwei Löcher mit 5,5 mm Durchmesser. Das eine Ende wird an den Vorbau geschraubt, das andere Ende trägt den Scheinwerfer.
Weil die Gewindeöse auch dazu neigt, sich zu drehen, empfehlen wir die Befestigung z.B. mit einer Schelle.

 

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Befestigung des Scheinwerfers am Schnellspanner des höhenverstellbaren Vorbaus

Ein anderes Problem gibt es beim höhenverstellbaren Komfort-Vorbau: Scheinwerfer haben normalerweise ein Kunststoffgehäuse, dass eine zuverlässige Klemmung der Höhenverstellung unmöglich macht, weil es nachgibt. Auch hier hilft ein flaches Aluprofil:

Scheinwerferbefestigung Scheinwerferbefestigung
Foto: Peter de Leuw Foto: Bernhard Ammer

Nachteil dieser Befestigung ist, dass der Scheinwerfer beim Tragen des gefalteten Birdys stören kann.

 

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Befestigung des Scheinwerfers mit einer Schelle am Vorbauschaft

Von Cateye gibt es eine schwarze Kunstoffschelle, mit der man die Lampe befestigen kann. Sie dreht sich weg, statt abzubrechen.
Auch von Schmidt, dem Hersteller des Nabendynamos SON, gibt es einen Halter für den Vorbauschaft des Birdys. Das dürfte die edelste Version sein.
Man kann aber auch selbst zum Werkzeug greifen:

Von Basti Mühlbauer
Man nehme:

Auf das Filmdöslein wickelt man so lange Paketklebeband, bis die Dicke des Vorbaus ereicht ist. Den Sperrholzstreifen klebt man der Länge nach auf die Dose, so dass es von oben wie ein Q aussieht. Dann nochmals eine Lage Paketklebeband drumrum. Schließlich klebt man noch eine M5 Schraube mit dem Kopf auf das Döslein. Dann das ganze (nicht den Schraubenkopf) mit Vaseline einschmieren.
Jetzt nimmt man die Glasgewebestreifen, tränkt sie mit Harz und legt sie aussen herum. Vorher muss man noch ein kleines x an einer mittigen Stelle einschneiden (3 mm). Durch das Loch kommt das Gewinde der Schraube. Ich habe 6 Lagen leichtes Gewebe genommen. An den Schenkel und an der Schraube sollte man gerne 12 Lagen nehmen, das wird nachher belastet.
Nach dem Aushärten kann man das Döslein rausschieben, da wo das Sperrholzstück war, trennt man den Ring auf und bohrt 2 Löcher in die abstehenden Stücke. Hier kommt dann eine Schraube mit Mutter rein.
Und schon hat man einen Klemmring, an dem abstehenden Schraubengewinde kann man eine Lampe anschrauben.
Als besonderes Feature hab ich das Harz mit einer schwarzen Pigmentpaste noch abgetönt, dann sieht's besser aus.
Das Ganze hat etwa 4 Stunden gedauert.

Die Form Die fertige Schelle
Die Form aus Filmdose, Paketklebeband und Sperrholz Das Resultat: Die montierte Schelle
Die montierten Scheinwerfer
... und hier fertig mit den Scheinwerfern
Fotos: Sebastian Mühlbauer

 

Befestigung des Rücklichts am SL-Gepäckträger

Von Bernhard Ammer
Serienmäßig ist am SL-Gepäckträger ein Großflächenreflektor angebracht (und auf dem Schutzblech ein Reflektorbonbon) angebracht. Der Reflektor läßt sich leider nicht einfach durch ein Toplight ersetzen: Das Toplight ist höher, wodurch die Befestigungsschrauben zu tief für die Befestigungsplatte liegen. Weiterhin füllt es den Platz zwischen Gepäckträger und Schutzblech vollständig aus. Da es dicker (tiefer) als der normale Reflektor ist, wird wichtiger Platz zum Befestigen von Packtaschen (Einhängehaken/Klettbänder) blockiert. Eine Befestigung der Taschen möglichst weit hinten wird damit unmöglich - der Fußraum wird also knapp. Außerdem wird das unter dem Gepäckträger angebrachte Toplight schnell vom Gepäck auf dem Gepäckträger verdeckt, doch Beleuchtung montiert man ja, um gesehen zu werden.
Dies alles führte zu dem Schluss, dass die Befestigung tiefer und weiter zum Gepäckträgerende hin verlegt werden muss. Dazu habe ich ein 105 mm langes Stück eines 23*43 mm Aluvierkantprofil angefertigt. Jetzt sitzt das Rücklicht dort wo ich es haben möchte. Allerdings soll nicht verschwiegen werden, dass man beim Falten etwas vorsichtiger sein muss, weil ein Teil über den Gepäckträger hinausragt. Für eine Großansicht der Bilder bitte draufklicken. Nachtrag: Das Toplight Flat von Busch und Müller passt auch ohne Modifikationen an den SL-Träger.

Das Rücklicht ragt über den Gepäckträger hinaus
Das Rücklicht ragt über den Gepäckträger hinaus
Fotos: Bernhard Ammer
Klick auf ein Foto öffnet eine größere Version

Auf der nach oben gewandten Seite habe ich an beiden Enden 15 mm tiefe Aussparungen ausgesägt, d.h. dort die komplette Profilwand entfernt. Wie man auf dem Bild sehen kann, ist genau dort die Antiklapperwicklung aus Klebeband für den Haken der Ortlieb Frontroller. Ohne die Aussparung würde der Haken auf dem Profil aufliegen.

Die Befestigungsplatte für den Reflektor ist am SL-Gepäckträger nur festgepunktet. Mir hat es nach nur wenigen hundert Kilometern exakt die Schweißraupen durchvibriert. In der breiten Gepäckträgerstrebe sind zum Glück zwei runde, nach oben offene Kanäle. Dort passen M5 Schrauben durch (Mindestlänge 35 mmm). Also habe ich die abgerissene Platte passend durchbohrt und einfach wieder angeschraubt. Da die Löcher sehr dicht am Rand der Platte liegen, rate ich selbstsichernde Muttern oder Schraubenkleber zu nehmen. Die Verschraubung darf kein Spiel bekommen, weil die Löcher sonst schnell ausreißen werden. Es ist ja nur weiches Alu und wegen der gefederten Schwinge reichlich Gerüttel.

Wer so eine schwere Konstruktion dort anbringt, sollte gleich für eine zusätzliche Sicherung sorgen. Sei es durch meine Verschraubung oder einfach auch nur eine durch das Vierkantprofil geführte Fangleine. Das erspart dann den Schrecken wegen bei voller Fahrt an den Speichen klöternden Teilen.

Befestigung des Rücklichts an der Sattelstützenklemmung

Wer sein Birdy nicht mit einem Gepäckträger ausstatten möchte, muss sein Rücklicht anderswo befestigen. Bei Akkurückleuchten ist man relativ flexibel, weil man – vor allem beim Falten – nicht auf die Kabelführung achten muss. Für ein dynamobetriebenes Rücklicht bietet sich die Befestigung an der Sattelstützenklemmung an. Dazu braucht man im einfachsten Fall ein Flachprofil z.B. aus Alu, an dem man die beiden Enden um 90 Grad gegeneinander verdreht und zwei Bohrungen anbringt:

Das Rücklicht an der Sattelstützenklemmung
Foto: Karl Schmidt

Ein Rücklicht mit integriertem Großflächenreflektor (z.B. ein Toplight von Busch & Müller) lässt sich ebenso befestigen, allerdings ist die Anfertigung eines passenden Befestigungswinkels etwas aufwändiger.

Eine weitere Variante liefert Ingo Syllwasschy: Er hat an seinem Birdy Rohloff (2012, ohne Gepäckträger) das Toplight Line brake plus von Busch und Müller mit einem Winkel an der zur Befestigung des Expeditionsgepäckträger gedachten Bohrung befestigt. Der Winkel selbst ist ebenfalls von Busch und Müller (Art. 427X), auf deren Website aber nicht zu finden. Ein Händler sollte den Winkel mit diesen Angaben beschaffen können, online erhältlich z.B. bei bike-components.de. Als Diebstahlschutz hat Ingo das Rücklicht mit jeweils 2 Muttern (davon die äußeren jeweils selbstsichernd) an diesem Winkel befestigt. Das Kabel ist vom SON XS an der Schwinge und den Rahmen geführt. Diese Befestigungsart ist sicher nicht die leichteste Lösung, aber sie stört weder beim Falten noch beim Fahren.

Rücklilchtbefestigung am Rahmen Rücklilchtbefestigung am Rahmen
Rücklilchtbefestigung am Rahmen Rücklilchtbefestigung am Rahmen
Fotos: Ingo Syllwasschy

Alternativ kann ein Rücklicht am Bremssockel befestigt werden.

 

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© 2003 - letzte Aktualisierung: 18.10.2014
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