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www.birdy-freunde.de/events/treffen2008/index.html - ausgedruckt am 10.03.2010

Das dritte Welt-Birdy-Treffen wurde von riese und müller, dem Berliner Fahrradhändler velophil und birdy-freunde.de ausgerichtet.
Freitag, früher Nachmittag. Ich bin bereit zur Abreise in Richtung Berlin. Pünktlich öffnet der Himmel seine Schotten und lässt einen kräftigen Schauer herabregnen. Gut, dann werde ich halt nass am S-Bahnhof ankommen. Das meiste fällt daneben, und dem Birdy macht es nichts aus. Ich fahre schnell, der Regen hört auf, und ich erwische eine S-Bahn früher. In Altona scheint schon wieder die Sonne – bei Regen. Mein Zug fährt zwar von einem anderen Gleis, aber immerhin pünktlich. Dann kann ja nichts mehr schief gehen, das Wochenende beginnt. Endlich komme ich in Berlin am Hauptbahnhof an. Die Bahn hat es wieder geschafft, zwischen Hamburg und Berlin über 15 Minuten Verspätung herauszufahren. Nun muss ich nur noch mit meinem total veralteten Stadtplan das Golgatha in Kreuzberg finden. Wie sich später herausstellt bin ich nicht der einzige, der damit enorme Schwierigkeiten hatte ...
Hier treffe ich auf Heiko Müller, Markus Riese und Tobias Spindler von r-m sowie auf Anne Glave, Annette Blum und Rolf Wietzer von Velophil und natürlich auf viele Birdy-Fahrer. Über 30 Teilnehmer haben sich bei mir angemeldet, dazu noch eine Delegation aus Japan und weitere spontane Teilnehmer. Ich war gerade pünktlich zur Verteilung der T-Shirts, Taschen und des Informationsmaterials.

Der Abend beginnt gemütlich, in einer netten Atmosphäre, sehr unterhaltsam. Einige habe ich schon bei anderen Gelegenheiten kennen gelernt, einigen begegne ich zum ersten Mal. Um halb neun geht es dann zum Night Ride durch Berlin.






Am Samstag stand ein Besuch inklusive Führung im Deutschen Technikmuseum auf dem Plan. Die einstündige Führung führte uns unter anderem zu historischen Druckmaschinen,



der Rekonstruktion des ersten Computer der Welt, dem Z1 von Konrad Zuse,


Die Software: Ein gelochter Filmstreifen.

Der Z1 funktioniert rein mechanisch. Er wird mit einer Handkurbel "angetrieben".

Blick auf den Fließkommaprozessor.
historischen Fahrrädern,

Die Laufmaschine von Karl Freiherr von Drais.

Auf dem Weg zum Hochrad stand ...

... noch die niedrigere Michauline. Durch den direkten Antrieb war die Geschwindigkeit nicht allzu hoch. Die Folge in der Entwicklung war das große Vorderrad – das Hochrad war geboren.

Diese Bremse war sicherlich nicht besonders bissig.

Ein frühes Sicherheitsrad von C. Herold in Eisenach. Bis zum Diamantrahmen fehlt nur noch das Sattelrohr.

Das Ritzel ist starr mit der Hinterradnabe verbunden, den Freilauf kannte man noch nicht. Deshalb gab es die Fußrasten an den Gabelscheiden (s. Bild oben), um z.B. bei schneller Fahrt bergab die Füße von den Pedalen nehmen zu können. Die monströse Kette ...

... konnte gespannt werden, indem man das Tretlager verschob.

Mit solchen Stempelbremsen wurden die Fahrräder noch bis in die 60er Jahre ausgerüstet.
und Raritäten wie dem "Tropfenwagen" von Edmund Rumpler, dessen stromlinienförmige Gestaltung besser ist als so manches moderne Auto, das aber aufgrund seines futuristischen Aussehens eher ein Flop war:


Einzeln aufgehängte und mit Blattfeder gefederte Räder sorgten für Komfort.
Auf der Aussichtsterrasse war ein Flugzeug installiert, von der Straße aus gesehen ein Blickfang:



Die Terrasse bot einen weiten Blick über Berlin:

Am Technikmuseum starteten auch die Touren. Die Teilnehmer waren einigermaßen vollständig versammelt. Die Chance für das obligatorische Gruppenfoto.

Ich habe mich für die gemütliche, von Rolf geführte Tour entlang des Mauerradwegs entschieden. Rolf ist 1950 in Berlin-Wedding geboren und mit der Trennung der beiden Stadthälften aufgewachsen: Mit den Eltern lebte er im Westen, die Oma im Osten der Stadt. So konnte uns Rolf eine ganz besondere Stadtführung bieten.


Die Überreste des alten Anhalter Bahnhofs, direkt neben ...

... dem Tempodrom, einer Veranstaltungshalle, dessen Eingangstreppen ...

... sich hervorragend eigneten, die Birdys mal mit und mal ohne Fahrer in Szene zu setzen.


Auch Flocke, der Teilnehmer mit den meisten Beinen, fand die Treppe gemütlich.




Das Kanzleramt ...

... und der Reichstag.

Mittagspause – die Spatzen essen mit.

Die Mauer verlief direkt durch den Invalidenfriedhof. Einige Gräber wurden vernichtet, um Beobachtungs- und Schussfeld zu schaffen.


Im Jahre 1985 wurden die Grenzanlagen an einigen Stellen verstärkt. Die Kirche der Versöhnung wurde dafür gesprengt. Heute steht an der Stelle die Kapelle der Versöhnung. Sie besteht im Innern der Holzfassade aus einer Lehmkuppel. Im Lehm sind die Trümmer der Kirche eingebettet.

Die Glocken wurden vor der Sprengung der Kirche herausgeholt. Sie hängen nun in einem separaten Gebäude vor der Kapelle.

Das Mahnmahl der Versöhnung.

Roggenfeld im Mauerstreifen. Ein Kunstprojekt der Versöhnungsgemeinde und der Landwirtschaftlich-Gärtnerischen Fakultät der Humboldt-Universität Berlin. Bemerkenswert der letzte Satz der Informationstafel: "Vielleicht müssen wir irgendwann entscheiden, ob wir essen oder Auto fahren wollen."
Thomas, Mitglied der Bundespressekonferenz, ermöglichte uns den Eintritt in das luxuriös anmutende Gebäude.

Innenhof des von der Allianz gemieteten Gebäudes der Bundespressekonferenz.
Der Abend war zur "freien Gestaltung". Das Programm bot verschiedene Alternativen. Ich schloss mich der von Jan organisierten und von Christoph geführten Origamitour an. Das war die Gelegenheit für mich, das Schloss Charlottenburg anzuschauen, denn an der Orangerie war der Treffpunkt. Die Startzeit von 19 Uhr bedeutete, dass auch dies wieder eine Nacht-Origamitour werden würde.

Schloss Charlottenburg.

Mit der Tour haben wir die Lange Nacht der Wissenschaften verbunden, einer "Entdeckungsreise durch Wissenschaft und Forschung".

Die Nacht zum Sonntag war kurz. Der Tag begann mit einer wirklich sehr interessanten Führung von Andreas Meißner, Biologe am Ökowerk, durch den Grunewald. Wir erfuhren viel über die Entstehung des Grunewaldes, den Wandel durch die Kriege und durch die Nutzung des Grundwassers als Trinkwasser.



Pünktlich zum Mittagessen kamen wir am Ökowerk an, wo das Alt-Berliner Buffet bereitstand. Zunächst erzählten und Heiko Müller und Markus Riese zusammen mit Toshi Mizutani (Birdy-Importeur und Händler in Japan) und Jun Suzuki (weltweit erfolgreichster Birdy-Händler) von der Geschichte des Birdy in Japan. Toshi Mizutani bietet mit dem BD-1 special auch Modelle mit Sonderlackierung von Kadowaki an.

Toshi Mizutani (Mitte) mit Markus Riese (links) und Heiko Müller.

Jun Suzuki verkauft in seinem Geschäft Green Cycle Station in Yokohama rund 500 Birdys (bzw. BD-1 und BD-3) im Jahr.
Ein Vortrag von Dietmar Böhm über seine Reise nach Madagaskar stand vor den einschlägigen Wettbewerben: Beim Uphill-Rennen zur alten Radarstation gab es den vollen Einsatz aller Teilnehmer, völlig verausgabt kamen sie auf dem 100 Meter hohen Teufelsberg an. Tobias Spindler von r-m, Heiko Müller und Markus Riese fuhren am schnellsten, fuhren aber außer Konkurrenz. Dirk Zickermann fuhr die gleiche Zeit wie Markus (2:10 Minuten), er war damit der schnellste gewertete Teilnehmer vor Roland Franz (2:18) und Patrick Möller (2:21). In der Damenwertung gewann Regine Lütt (3:08) vor Brigitte Gehrmann (3:29) und Gunda Wierzoch (4:03).

Regine, die schnellste Dame im Feld.

Dirk, der schnellste gewertete Fahrer.
Am Nachmittag fand dann der obligatorischen Faltwettbewerb statt:

Auf Youtube finden sich einige Videos vom Faltwettbewerb: Markus Riese, Heiko Müller, Carsten Thies.
Mit der Prämierung des schönsten und leichtesten Birdy wurde das Treffen beendet. Das schönste Birdy wurde per "Applausometer" bestimmt.

Das schönste Birdy: Ein Birdy elox, grün lackiert, mit einigen sehr liebevoll gestalteten Details: Der verchromte Gepäckträger, die violetten Tretlagerschalen, Kork-Lenkerband und wirklich schöne Kettenblätter, die auf diesem Foto leider nicht zu sehen sind. Gleichzeitig belegte es mit 10,1 kg den dritten Platz in der Wertung des leichteten Birdys.
Den zweiten Platz belegte das schwefelgelbe Birdy von Jan vor einem orangenen BD-1 aus Japan.

Das mit Abstand leichteste Birdy gehört Carsten Thies und brachte 8,3 kg auf die Waage (hier nur das Vorderrad mit 12 Titanspeichen). Das zweitplatzierte stammt von r-m-Techniker Kay und wog 10,0 kg.
Blog von Thomas Wiegold, zeitnah während des Treffens aktualisiert.
Fotopool bei flickr.com, gefüllt von mehreren Teilnehmern.
Nachbericht/Pressemitteilung von riese und müller
Drei kurze Videos von Reiner John: Ökotour durch den Grunewald (45 s, 16 MB), Geschichtliche Tour durch Berlin (18 s, 6,5 MB), Geschichtliche Tour durch Berlin (5 s, 2 MB).
www.birdy-freunde.de/events/treffen2008/index.html - ausgedruckt am 10.03.2010