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www.birdy-freunde.de/events/origami/wunstorf-050918.html - ausgedruckt am 10.09.2010
Von Bernhard Ammer und - nur ein klein wenig - Ulli Gehrmann
Die Freunde der Origami-Touren rufen, und so ist ein ziemlich frühes Aufstehen angesagt. So weit geht es ja noch, doch dann der erste Blick aus den Fenster. Igitt, jede Menge nasser, kalter Nebel. Und der sieht nicht nur nach ein bisschen Herbstnebel im Wesertal aus. Wenn ich das vorher gewusst hätte ...
Weil es Sonntag vormittags ziemlich dünne mit Zug- und Busverbindungen ist also das Birdy ins Auto gestopft und auf in den Nebel. Gut das ich noch etwas auf die Prognose des Routenplaners draufgeschlagen habe. In Bad Münder habe ich mich dann prompt auch im Nebel- äh den fehlenden Ortskenntnissen verheddert und erst beim dritten Versuch wieder hinausgefunden. Und dann kurz hinter Bad Münder reißt der Nebel plötzlich auseinander und strahlender Sonnenschein. Aufatmen!
In Wunstorf ist der Bahnhof schnell gefunden, doch wo soll der Treffpunkt sein? Für Fremde ist der Bahnhof schon verwirrend groß. Also schnell Ulli per Handy angefunkt. Dann noch ein wenig warten, denn ich bin viel zu früh angekommen. Aber dann trudeln die Falter ein, bis es 5 Birdys, 1 Brompton, 1 Bernds und 1 Dahon sind. Unter Plaudern, Falten und Verpacken vergeht die Wartezeit bis zum Zug wie im Flug. Nach dem Fahrradabteil wird erst gar nicht erst geschaut, sondern kurzerhand ein Einstiegsbereich der Doppelstockwagen etwas zugebaut und 2 Birdys mit zu den Sitzplätzen genommen. Der Zug ist sowieso ziemlich leer.
In Minden angekommen, gibt es dann ein fröhliches Entfaltungshappening, was aber das restliche Publikum nicht weiter interessierte. Dann kommt noch ein weiteres Birdy hinzu. Eines, dass schon auf den Seiten der birdy-freunde gewürdigt wurde: Es ist nämlich das Birdy green, das bei dem letzten Treffen in Darmstadt auf Rohloff umgerüstet wurde. Und damit es auch jeder merkt mit Air-Zound Presslufthupe ausgerüstet. ;-)
Doch nun geht es los. Der Weg durch Minden ist etwas verwirrend im Zickzack, bis wir an der Schachtschleuse herauskommen. Die Frage, ob Schleuse besichtigen oder gleich fahren wird mit fahren entschieden. Nur noch schnell das obligatorische Gruppenfoto und los geht es direkt am Mittellandkanal entlang.

Kurz vor der doch nicht besichtigten Schleuse in Minden.
Dank der breiten Seitenwege der neuen Kanalbrücke können wir über das Wasserstraßenkreuz hinüberradeln. Dem Kanal folgen wir noch eine Weile, bis die Wegweiser der Fürstenroute von ihm weg führen. Der Grund ist das etwas südlich liegende Bückeburg.

Am Schloss ist das nächste Birdygruppenfoto fällig, denn eine Kunstinstallation mit schwarzen und weißen Krähen schreit förmlich danach. Im Schloßpark ist dann auch unsere Rast. Danach noch ein Abstecher zum Mausoleum und weiter geht es auf der Fürstenroute.

Unter Vögeln!
Irgendwie läuft die Tour zu glatt und folgerichtig ereilt mich in der Nähe von Meinsen die obligatorische Reifenpanne. Mit vielen Händen und fröhlichem Gelächter wird die ungewohnte Aufgabe eine Rohloff auszubauen, gelöst. Merkwürdig nur, das keine Scherbe der Bösewicht war, sondern der Schlauch von den Speichen gezeichnet ist. Trotz des original Felgenbands. Doch dank Ersatzschlauch auch das kein Problem. (Die nächste kleine "Panne" ist ein Versuch des Gepäckweitwurfs von Ulli.)

Mindestens einer hat eine Panne - bei dem Wetter aber eine willkommene Pause
Nun kann es wieder weitergehen und wir erreichen wieder den Kanal, überqueren ihn und tauchen in Schaumburger Wald ein. Im Wald erreichen wir bald Schloss Baum, ein idyllisch gelegenes kleines Jagdschlösschen, das jetzt Jugendtagungsstätte ist. In der Nähe soll noch eine Gedenkpyramide sein, doch die Mehrheit saust auf und davon. Keine Chance für die, die Wanderer nach dem richtigen Weg zu der Pyramide fragen.
Der Weg durch den Wald ist schön gelegen. Außer dem kleinen Nachteil, dass es dort noch empfindlich kühl ist, hat er noch einen großen Nachteil. Er ist geschottert, teils sogar matschig. Jedenfalls keine gute Kombination mit den kleinen Rädern unserer geliebten Falter. Die Kräfte werden geradezu im Eiltempo aus den Beinen gesaugt, zumal wir ziemlich flott unterwegs sind. Noch schätzungsweise 20 Kilometer zu fahren und meine Kräfte schwinden. Wenig weiter ist dann entgültig die Luft raus und ich hänge weit zurück. Zum Glück bin ich nicht alleine. Anhalten, was Essen und Trinken und beraten was tun. Derweil haben aber auch die anderen gemerkt das ich abhanden gekommen sind und beraten. Ohne das ich es weiß wird schon Hilfe organisiert. Jürgen ist im in der Nähe befindlichen Tierschutzverein und fragt per Handy, ob der Bully da sei. Er macht sich auf ihn zu holen während mich die anderen abholen um mich zum Treffpunkt zu bringen. Also wieder aufs Birdy und sachte weiter. Noch ein Stück und dann kommt er, der Bully. Mit der großen Aufschrift "Tiertransport". Birdy rein und ab geht es direkt nach Wunstorf.
Ein nicht so schönes Ende meiner Tour, doch es hat trotzdem viel Spaß gemacht. Die vielen netten Mitfahrer, das herrliche Wetter, die schöne Landschaft und die "tierische" Aktion.
Hier muss ich den Bericht an Ulli übergeben, denn die restliche Strecke bin ich ja nicht mehr dabei. Erst am Bahnhof habe ich die anderen wieder gesehen.
Große Tiere, wie Bernhard, werden also bei uns artgerecht von der Wildtierstation versorgt. Mit der Verabschiedung sind wir ein wenig von unserer Route abgekommen und standen nun vor der Wahl, sie bis nach Steinhude zu Ende zu fahren, oder ein nahes Bauerncafé in Idensen aufzusuchen, um uns dort mit den Köstlichkeiten zu verwöhnen. Dort haben wir die Sandtorte genossen - und einer noch ein Stückchen mehr!!
Über das radfahrerfreundliche Radwegenetz sind wir weitgehend autofrei dann bis nach Wunstorf gefahren, um dort noch einen kleinen Rundgang durch den Park des Landeskrankenhauses zu machen, um uns am Ausgangspunkt, am Bahnhof, zu verabschieden!
www.birdy-freunde.de/events/origami/wunstorf-050918.html - ausgedruckt am 10.09.2010