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www.birdy-freunde.de/events/origami/koeln-061210.html - ausgedruckt am 10.09.2010

Rheinische Origami-Tour

Von Düren nach Jülich

10. Dezember 2006

 

Von Reiner John und Jan Berkelder
Die letzte Rheinische Origamitour 2006 sollte das sein. Die Tour begann in Düren und sollte die Rur entlang führen. Das eigentliche Ziel war der Weihnachtsmarkt in Jülich. Am Ende haben nur zwei Teilnehmer den Markt besucht, aber das wirkliche Ziel (einfach nur Rad fahren, plaudern und sich erholen) wurde sicher von uns allen erreicht.
Die Rur (nicht zu verwechseln mit der Ruhr, die im Rothaargebirge entspringt, den "Ruhrpott" durchfließt und in Duisburg in den Rhein mündet) entspringt in Belgien im Hohen Venn, fließt durch die Eifel und mündet in Roermond (wie der Name dieser niederländischen Stadt sagt) in die Maas. Düren liegt am Nordrand der Eifel, direkt an der Eisenbahnstrecke zwischen Aachen und Köln. Die Tour verlief, wie man am Satellitenbild sieht, von Süden nach Norden ausschließlich im Kreis Düren bis zur alten Residenzstadt Jülich.

Der Routenverlauf
Der Routenverlauf. Mit einem Klick auf das Bild gibt es die Großansicht.

Angereist wurde mit der Bahn nach Düren. Die Fahrradabteile waren gut besetzt mit unseren Faltern und an jeder Haltstelle gab es eine herzliche Begegnung mit alten und neuen Freunden.

"Folding up" auf dem Bahnsteig
Das Ausfalten nach dem Aussteigen ist immer ein besonderes Ritual.

Auffallend ist, dass die Bromptonauten ’mmer sofort fahrbereit sind und die Birdyaner lange Zeit brauchen, um das Rad aufzubauen. Auf rein technische Gründe ist das sicher nicht zurückzuführen, denn eigentlich dürfte die Differenz höchstens einige Sekunden betragen. Birdy-Freunde scheinen das Falten einfach nicht zu mögen. Bedeutet das einen internen subkulturellen Widerstand gegen Bescheidenheit?

Die letzten Anreisenden ...
Die letzten Anreisenden waren unser immer treuer Organisator Bernd und in seinem Gefolge der nicht minder treue Teilnehmer Hartwig Leuer.

Insgesamt 15 fröhliche Teilnehmer waren schließlich da. Die meisten kamen aus Nordrhein-Westfalen; aber aus dem Biebertal war einer (Hartwig Leuer) und aus den Niederlanden waren die zwei unvermeidlichen Birdy-Freunde Jan und Mirjam angereist. Mit Birdy gab es 9 (3 mit neuem Modell), mit Brompton 4 Teilnehmer, der Organisator fuhr ein Patria Normalo und Hartwig Leuer hatte diesmal sein glänzend verchromtes Bike Friday mit gefederten Vordergabel von German Answer mitgenommen, und dazu bescheidenes Gepäck.
Die große Anzahl Birdys war wohl das Ergebnis einer offensiveren Werbung im Birdy-Forum. Schade, dass die Bromptonauten einer so guten Website entbehren.

Wir fuhren also gegen 10:30 Uhr los und kämpften uns zunächst über Stadtstraßen durch Düren, um dann im Ortsteil Birkesdorf an das rechte Ufer der Rur zu gelangen, an das wir uns in der Folge beständig auf ziemlich gut befahrbaren Wegen hielten.

Unterwegs Unterwegs

Unterwegs
Das Wetter war trocken, aber die Wege waren vom Regen der vergangenen Tage doch etwas aufgeweicht.

Es ging weiter an einem Industriegebiet vorbei – gegenüber der Rur der Ort Hoven –, unter der Autobahn A4 zwischen Aachen und Köln hindurch, entlang eines großen Klärwerks und eines weiteren Industriegebiets.
Danach wurde die Umgebung ländlich, das Ufer war gesäumt von Feldern und Buschwerk. †Uuml;Uuml;ber Merken und Selhausen ging es nach Krauthausen, wo wir nach Niederzier in Richtung Nordosten, dann aber bald von der Landstraße L22 links abbogen auf die Kreisstraße K12 und dann über Haus Eilen nach Hambach radelten.

Unterwegs kamen wir an eine landschaftliche Besonderheit, die Sophienhöhe: Es ist eine künstlich geschaffene Berglandschaft am Tagebau Hambach, die entstanden ist, weil die Bewohner dieser Ebene, der Jülicher Börde, etwas derartiges lange vermisst haben. Merkwürdig war und zum Nachdenken anregend ist dabei, dass man den Aushub begleitet hat mit dem Umzug einiger alter Ortschaften. Aber an sich war es herrlich diese "Jülicher Alpen" zu überqueren.

Am Jülicher Berg
Auf zur Bergwertung im Rheinland.

Den Braunkohlen-Tagebau selbst haben wir nicht besichtigt, er ist aber in aller Schönheit auf dem Satellitenbild als großer heller Fleck zu sehen.
In Hambach nahmen wir den Weg auf die Sophienhöhe in Angriff. Kurz danach gelangten wir auf einen Parkplatz, der uns zur willkommenen Rast diente. Das Gruppenfoto entstand dort wie immer mit Unterstützung einiger staunenden Wanderer:

Das obligatorische Gruppenfoto
Von links nach rechts Rainer, Mirjam, Martine, Andrea, Reiner, Fred, Bernd, Lothar, Beate-Marion, Jan, Detlef, Hubertus, Roland, Gereon, Hartwig.

Der Weg führte uns weiter durch lichten jungen Baumbestand entlang der Wanderwege auf der Sophienhöhe, erst in Richtung Norden, dann aber immer weiter in Uhrzeigersinn bis in Richtung Osten. Am nördlichen Rand der Sophienhöhe bogen wir wieder nach Norden um. Es ging abwärts nach Rödingen-Höllen und von dort über die L213 nach Welldorf und anschließend über die K20 nach Jülich.

In Jülich angekommen war der Hunger dringender als das kulturelle Interesse an der Stadt. Das hätten wir wissen können; denn der berühmte Maslow hat seine Pyramide der menschlichen Bedürfnisse auf diese Erkenntnis gegründet: Zuerst treibt uns Hunger und Durst, dann der Sex, und erst nachher kommt das Kulturelle.
Wir haben uns beschränkt auf Hunger und Durst, und zwar in einem einfachen aber netten Restaurant mit dem Namen "Liebevoll". Also doch noch ein wenig nach den Erwartungen von Maslow.


Hunger und Durst "Liebevoll" gestillt.

Im Restaurant gab es noch eine bescheidene Verlosung. Das berühmte Kartenspiel von Riese und Müller gelangte paradoxerweise zunächst in den Besitz eines Bromptonauten, der überließ es dann aber großzügig dem Birdy-Freund Hubertus.

Nur Martine und Andrea hatten noch Lust nach Glühwein und besuchten den Weihnachtsmarkt und das nette Städtchen, das so sorgfältig wieder aufgebaut wurde nach seiner nahezu vollständigen Zerstörung während der Befreiung.

Die Rückreise war für Bahnfreunde sehr interessant. Die leichtgewichtigen RegioSprinter-Triebwagen der Dürener Kreisbahnen transportierten uns mit unseren 13 verbliebenen Faltern. Wie ein Weihnachtsbaum wurde der Triebwagen vollgehängt mit Birdys. Die Bromptons konnten unauffällig am Boden verstaut werden, wie kleine Weihnachtsgeschenke unter dem Baum.

aufgehängt
Das Birdy hängt im Triebwagen wie Schmuck am Weihnachtsbaum.

Rainer Bulkowski aus Düsseldorf hat die Origamitour in einem Film festgehalten: beeldrijk.org/cat/fiets%20%26%20bedrijf/De%20vouwfiets/563

 

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© 2007 - letzte Aktualisierung: 30.10.2007
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