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10 Jahre Birdy

Jubiläumsfeier am 20.-22. Mai 2005 in Darmstadt

 

10 Jahre Birdy

Von Peter de Leuw
Samstag, 21. Mai, 13:55 Uhr. Meine Bahn fährt im Hauptbahnhof Darmstadt ein. Leider kann ich erst jetzt zum Jubiläumstreffen erscheinen, den Freitag Abend und Samstag Morgen habe ich verpasst. Kurze Orientierung im Bahnhof, den ich nur flüchtig kenne. Ich habe das Bahnhofsgebäude noch nicht verlassen, da sehe ich wenige Meter vor mir eine Birdy-Fahrerin mit einem taufrischen Jubiläums-Birdy in der Rennversion. Wie ich später erfahre, ist es das erste an einen Kunden übergebene Jubiläums-Birdy in der Rennversion, das zweite Jubi-Birdy "in freier Wildbahn" überhaupt. Es glänzt noch neu, kein Hauch von Schmutz - es sieht richtig edel aus. Da kann ich mit meinem nun fast 9-jährigen Birdy green mit seinen reichlichen Gebrauchsspuren und der dicken "Patina" natürlich nicht beeindrucken. Für eine kurze Unterhaltung ist Zeit, dann will ich erst einmal nach Kranichstein zu meinen Dachgebern Uli, Georg und Franziska rausfahren und mein Gepäck abladen. Gegen vier Uhr fahre ich dann in der Haasstraße auf das Firmengelände von riese und müller und werde direkt von den ersten bekannten Gesichtern begrüßt.

Nach 2002 (1. Birdy-Treffen) und 2003 (10 Jahre riese und müller) fand in diesem Mai also nun das dritte Birdy-Treffen, ausgetragen von riese und müller, in Darmstadt statt. Auch die diesjährige Veranstaltung hatte etwas vom Charakter des ersten Birdy-Treffens 2002, war doch das Programm stark daran angelehnt.

Heiko Müller und seine Mitarbeiter - der zweite Firmengründer hat sich ein Jahr Auszeit in Australien genommen - haben sich wieder mächtig ins Zeug gelegt, um die rund 100 Gäste zu betreuen. Ich sehe Birdy-Fahrer natürlich aus Deutschland, aber auch aus den Niederlanden und Großbritannien, den wohl einzigen Birdy-Fahrer aus Frankreich (Jahresfahrleistung 20.000 km!) und auch einige Händler, die sich auf die Reise nach Darmstadt gemacht haben. "Natürlich" war auch der japanische Importeur Mitsutani mit einigen seiner besten Kunden angereist. Auch ein Bike Friday, ein Strida und ein Bernds konnte ich in der Menge ausmachen. Zwischen die vielen eher unauffälligen Birdy mischten sich einige Kuriositäten und Leckerbissen:

Birdy mit Kindersitz Polierter Frosch
Ein Birdy mit Kindersitz. Der Eigentümer: "Lebensgefährlich!" Ein poliertes, klar lackiertes Frog aus Japan.
Aufgerüstet Pedersen mit kleinen Laufrädern
Ein Birdy black mit Leder-überzogenem Hauptrohr, Rohloff-Nabe, Schlumpf-Getriebe und voll aufgerüstet mit Gepäcktaschen, zwei Scheinwerfern, Hupe und GPS-Empfänger. Nicht faltbar, trotzdem schön: Ein Pedersen-Rad. Das Besondere sind die kleinen Laufräder.
Birdy mit Smover Zusammenrottung
Das erste Birdy mit der neuen Shimano Smover-8-Gang-Schaltung. Die Schaltung ist noch nicht erhältlich, es war ein Prototyp. Eine Ansammlung unterschiedlichster Birdy-Modelle unterschiedlicher Jahrgänge. Dazwischen auch eine gelb-blau-alu-natur-Sonderlackierung, ein Strida und ein Bernds.

In der Produktionshalle hatten die Mitarbeiter von riese und müller ein kleines Birdy-Museum aufgebaut. Dort fand sich u.a. das Ur-Birdy, eines der ersten Birdy elox in kaum gebrauchtem Zustand, ein Birdy green mit Riemenantrieb und das Bi-Birdy.

Kid's Birdy Das Bi-Birdy
Das Kid's Birdy (BD-1 kids) gibt es seit diesem Jahr in Japan. Ob es auch nach Deutschland kommen wird? Das Bi-Birdy gibt es weltweit nur zwei Mal.
Ur-Birdy Das Jubiläums-Birdy
So fing es an: Das Ur-Birdy, aus dem sich die bekannte und seit 1995 unveränderte Form entwickelte. Das neueste Modell: Das Jubiläums-Birdy in limitierter Auflage.

Der Freitag Abend stand im Zeichen des geselligen Zusammenseins, aber auch ein "NightRide" wurde angeboten. Angesichts der Uhrzeit und des Bierzeltes auf dem Firmengelände soll das Freitag-Abend-Programm eine Herausforderung für die individuelle Kondition gewesen sein ...

Am Samstag Morgen hatten die Tourteilnehmer meistenteils Glück, weil die Regenschauer zwar manchmal heftig, aber doch zeitlich begrenzt waren.

Den Nachmittag hatte das r-m-Team straff durchgeplant: Drei Workshops, drei Firmenführungen, einen Verkaufsstand des Fahrradladens "Luftpumpe", der "Pit Stop" bei dem jeder sein Birdy einer Kontrolle inklusive kleiner Einstellarbeiten abgeben konnte. Die Werkstatt hatte sich damit einen Dauerbetrieb bis in die späten Abendstunden zugemutet, zumal die Mitarbeiter hochmotiviert einige umfangreichere Arbeiten nicht liegen lassen wollten: Da wurde ein Birdy green "mal eben" mit einer Rohloff-Nabe ausgestattet, Roland aus Frankreich brauchte ein neues Ritzel an seinem Birdy grey (in Frankreich ist es nicht leicht, die Teile zu beschaffen und einen Händler mit dem nötigen Werkzeug zu finden), ein Birdy erhielt einen neuen Komfort-Vorbau. Das alles am Abend und zudem am Wochenende - Hut ab vor soviel Engagement und Ehrgeiz!

Rolands Birdy grey in der Wartung
Rolands Birdy grey zeigte nach zig tausend Kilometern durch die ganze Welt ein paar Verschleißerscheinungen, die in Frankreich mangels Ersatzteilen und Werkzeug nicht leicht behoben werden konnten. Für das r-m-Werkstattteam kein Problem ...

Bei den Firmenbesichtigungen erfuhren wir von Heiko Müller alles über die Produktion der Fahrräder, insbesondere des Birdy. In Darmstadt werden keine Rahmen gebaut, diese werden komplett pulverbeschichtet von drei Zulieferern gefertigt. Der Birdy-Rahmen kommt aus Taiwan. Die Laufräder werden halbautomatisch bei r-m gefertigt: Die Speichen werden per Hand in den Nabenflansch eingefädelt, anschließend werden maschinell die Nippel eine festgelegte Anzahl an Gewindegängen aufgedreht. Dabei ist nur der Vorgang des Nippelaufschraubens maschinell. Trotzdem dauert der Vorgang bei einem geübten Mechaniker nur 90 Sekunden. Der anschließende Zentriervorgang mit einer Toleranz von zwei Zehntel Millimetern nimmt dann noch einmal 5 bis 10 Minuten pro Laufrad in Anspruch.

Laufradbau: Das meiste per Hand Laufradbau: Das meiste per Hand
Heiko Müller präsentiert die Arbeitsplätze, an denen die Laufräder hauptsächlich in Handarbeit gebaut werden.

Während die meisten Fahrräder bei r-m über das gesamte Jahr hinweg in 50 bis 60-Stück-Serien gefertigt werden, werden die Birdys meist erst auf Bestellung nach Kundenwunsch montiert. So kommt es, dass zu Saisonbeginn ungefähr Mitte März ein maximaler Lagerbestand von rund 1.000 Fahrrädern im Lager steht, darunter aber nur vereinzelt Birdys. Zum Ende der Saisonkurz vor der Eurobike (jährlich Ende August) ist das Lager dann wieder leer. Aufgrund der enormen Ausstattungsvielfalt beim Birdy ist eine Vorratsfertigung nicht sinnvoll. Nachteil der Vorratsfertigung ist natürlich die Kapitalbindung, der Vorteil ist jedoch, dass die Fertigung ohne Aushilfskräfte in der Saison auskommt und ausschließlich mit Festangestellten bezwungen werden kann. Es entfällt der Aufwand der Einarbeitung von Aushilfen, es ist ein höheres Qualitätsniveau erreichbar.

So gelangen jedes Jahr etwa 2.000 Birdys auf den europäischen Markt, wobei das Interesse in Frankreich, Italien und Spanien mehr als bescheiden ist. In Japan allerdings werden jährlich etwa 8.000 Birdys unters Volk gebracht. Diese werden allerdings nicht in Damrstadt montiert. Der Transport der Rahmen von Taiwan nach Darmstadt und anschließend wieder zurück nach Japan wäre unsinnig. Im Übrigen werden Rahmenfarben und Spezifikationen direkt in Taiwan in Absprache mit dem japanischen Importeur festgelegt. Dementsprechend groß sind die Unterschiede zwischen den Modellen in Europa und Übersee. In Amerika, wo die erste Mailingliste für Birdy-Fahrer gegründet wurde, ist der Markt allerdings recht bescheiden: Hier gehen im Jahr rund 200 Birdys über den Ladentisch.

Die ersten beiden Technik-Workshops vermittelten dem auch weniger technisch versierten Birdy-Fahrer, welche Wartungs- und Einstellarbeiten er mit einfachem Haushaltswerkzeug selbst vornehmen kann. An diesen beiden Workshops habe ich nicht teilgenommen. Im dritten Workshop habe ich dann viel über die "Evolution" des Birdys von den ersten Modellen aus dem Jahr 1995 bis zu den aktuellen Birdys erfahren. Die Anzahl der Veränderungen liegt inzwischen im dreistelligen Bereich und sind gerade in den Anfangszeiten im Einzelnen kaum noch nachvollziehbar - die Dokumentation solcher Dinge war in den "Gründerjahren" eher lückenhaft. Einige Veränderungen sind offensichtlich. Weniger offensichtlich sind Veränderungen z.B. von Wandstärken u.a. am Rahmen, an der Gabel, der Sattelstütze und am Vorbau. Auch das Vorbauscharnier hat ein paar eher unauffällige Änderungen erfahren: Die Wandstärke des Vorbauschaftes wurde erhöht, das Rohr wird von oben nach unten konisch ausgeführt.
Das Scharnier der Vorderradgabel war bis Juli 1997 ein einfacher Stahlbolzen und wird seitdem in verstärkter Ausführung mit Nut-Nase-Prinzip gebaut. Die Hinterradschinge hat neben einigen eher kosmetischen Veränderungen auch wesenltich an Stabilität gewonnen. Dies wurde durch eine veränderte Dimensonierung der beiden V-förmigen Streben und eine vergrößerte Abstützbreite erreicht.
Die im Modelljahr 2000 eingefürte Mikrofusionsmuffe, die das Tretlagergehäuse und den Sitz für das Schwingenlager beherbergt, ist mehr aus fertigungstgechnischen Gründen interessant. Mussten früher mehrere Rohre mit fünf Schweißnähten zusammengefügt werden, sind heute nur noch das Sattel- und das Unterrohr an die Muffe anzuschweißen. Dadurch werden Probleme durch Materialschwächung und Schweißverzug deutlich verringert.
Diese und weitere Veränderungen, die meist gut zu erkennen, teilweise auch augenfällig sind, haben wir chronologisch im Changelog aufgeführt.


Die alte und die neue Tretlagereinheit
Links die alte, rechts die neue Tretlagereinheit mit Microfusionsmuffe im Anschnitt.

Der Abend wurde dann von Diashows geprägt. Hier wurde eindrucksvoll präsentiert, wozu ein Birdy alles benutzt werden kann. Eine Reise durch Burma, Thailand u.a. kurz nach der Tsunami-Katastrophe und die bereits beim ersten Birdy-Treffen gezeigten Bilder aus dem Himalaya.

Beeindruckende Dias vor dem Publikum
Beeindruckende Dias vor dem Publikum.

Neben diesem Progamm lief der Grill auf Hochtouren, die Salate standen bereit und das Bierzelt bot kalte Getränke. So kam es, dass ich das Firmengeläde erst recht spät verließ - eigentlich war es ja schon wieder ziemlich früh.

Am Sonntag wurde es spannend: Es standen einige Wettbewerbe auf dem Programm: Das klassische Faltrad-Rennen darf nicht fehlen, außerdem wurden das schönste Birdy, das älteste Birdy, das individuellste Birdy und das leichteste Birdy sowie die weiteste Anreise gekührt.

Das Faltrad-Rennen erforderte aufgrund der Teilnehmerzahl (ein Frog, ansonsten nur Birdys) mehrere Vorläufe und mündete dann in Halbfinale und Finale. Die Form des Rennens - ein zweimal zu fahrender Rundkurs mit mehreren Falt- und Entfaltvorgängen hatte sich ja bereits bewährt. Meinem alten 96er Birdy wollte ich diese Belastung nicht mehr zumuten, deshalb habe ich von riese und müller kurzentschlossen ein Birdy black, Jahrgang 2002 bekommen. Bereits auf den ersten Metern der Probefahrt konnte ich die sechs Jahre Entwicklungsarbeit zwischen den beiden Modellen deutlich spüren ...

Das Rennen erforderte vollen Einsatz und höchste Konzentration - ein kleiner Faltfehler war durch schnelles Fahren kaum noch wettzumachen- schließlich ging es um eine Rohloff-Nabe für den Sieger.
Heiko Müller musste sich im Halbfinale mit einem Kettenriss verabschieden. Bereits im Vorlauf hat sich bei Ulli Gehrmann unglücklicherweise der Vorbau gelöst, was in einer Kurve dann zum Sturz führte. Das Rennen war für beide damit beendet, frür Ulli mit einigen Prellungen und Schürwunden sehr schmerzhaft.

Start Zieleinlauf für Peter aus der Schweiz
Einer der Vorläufe: Start und Peter aus der Schweiz kurz vor dem Ziel.

Heikos Kette hielt dem Antritt nicht mehr stand Reif für die Tonne
Heikos Kette hielt dem kräftigen Antritt nicht mehr stand und war reif für die Tonne. Das Rennen war für ihn beendet.

Im Halbfinale und Finale lagen die Teilnehmer eng beieinander, hier waren bereits kleinste Fehler oder Pannen entscheidend. Die Rohloffnabe ging am Ende des spannenden Rennens an Ben, er hatte am Vorabend noch seine Falttechnik optimiert und den Sieg redlich verdient. Ich durfte mit dem dritten Platz und einem Scheinwerfer Lumotec DTopal senso plus nach Hause gehen.

Der Schnellste
Der Schnellste: Ben war um eine Rohloff-Nabe reicher.

Das Rennen der Frauen erforderte mit fünf Teilnehmerinnen weder Vorläufe noch Halbfinale. Hier siegte die r-m-Auszubildende Natascha vor Renate und Gunda.

Die Schnellsten am Start Zwischenstopp
Die Schnellsten: Start und Zwischenstopp des Rennens der Frauen.

Die Prämierung des ältesten Birdys machten die Veteranen unter sich aus. Hier konnten die 1995er und 1996er-Modelle auftrumpfen. Ute konnte ein Birdy blue von 1995 vorweisen, der zweite Platz ging dann an mein 1996er Birdy green, das ich kurz nach der Vorstellung dieses Modells gekauft hatte. Ute durfte für ihre Treue einen Sattel von fizik mit integrierter Tasche in Empfang nehmen - ein wirklich schönes Teil. Der zweite Platz wurde mit einem Satz Schwalbe Reifen in 26 Zoll belohnt.

Das älteste Birdy
Das älteste Birdy am Platz: Ein 95er Birdy blue.

Die weiteste Anreise wurde natürlich unter den Gästen aus Japan ausgemacht. Europäer waren in dieser Wertung chancenlos.

Weit gereist
Der Preis für die weiteste Anreise ging natürlich nach Japan.

Auch bei der Prämierung des schönsten Birdys sahen die Europäer farblos aus. Die Japaner konnten mit einem Titan-Birdy mit diversen feinen Anbauteilen und einem polierten, klar lackierten Frog aufwarten. Das schönste Birdy ist deshalb ein Frog ...

Das Schönste Das Zweitschönste
Das Drittschönste
Die schönsten Birdys.

Beim individuellsten Birdy ging der Hauptpreis mal wieder nach Deutschland. Hier konnte Ute ein zweites Mal triumphieren. Sie hatte ihr 95er Birdy blue zur Harry-Potter-Edition aufgerüstet und für den Fall einer Panne ein Ersatzfahrzeug mitgeführt: Einen Besen. Bislang konnte sie auf den Einsatz allerdings verzichten.

Die Individuellsten
Sowohl das Equinox als auch das Tiegerenten-Kinderrad wurden mangels Faltbarkeit vom Wettbewerb ausgeschlossen.

Die Kürung des leichtesten Birdy war eine Momentaufnahme, die Gewichte lagen bei allen Rädern deutlich über 10 Kilogramm. Bereits 2002 hatte Kay Tkatzik ein Birdy mit gut 8 kg vorgestellt, das ein Jahr später von Carsten Thies um 150 Gramm unterboten wurde. Carstens Birdy ist mit 8,15 kg das bislang leichteste Birdy. Da Carsten jedoch nicht dabei war und Kay nicht antrat, konnte das Titan-Birdy aus Japan knapp vor der Renn-Version des Jubiläums-Birdy auftrumpfen.

Die Leichtesten Das Leichteste
Die leichtesten Birdys.

Damit ging die Jubiläumsfeier zu Ende. Ein herzliches Dankeschön an Heiko Müller und seine Mitarbeiter, die viel Zeit und Kraft in das Wochenende gesteckt haben. Ein herzliches Dankeschön natürlich auch an alle, die nach Darmstadt gekommen sind und mitgefeiert haben.

 

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© 2005 - letzte Aktualisierung: 16.08.2005
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