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www.birdy-freunde.de/birdy/mobil.html - ausgedruckt am 30.07.2014

Mobil mit dem Birdy

Die klassische Anwendung für ein Faltrad ist die Kombination mit anderen Verkehrsmitteln. In öffentlichen Verkehrsmitteln, z.B. der Bahn, ist die Mitnahme des zusammengefalteten Birdy kostenlos und nicht von etwaigen Sperrzeiten, wie wir sie für nicht-faltbare Fahrräder kennen, behindert. Es ist empfehlenswert, das Birdy mit der Hülle oder im Rucksack zu verpacken. Aber auch in anderen Verkehrsmitteln reist das Birdy mit. Kurz gesagt: Das Birdy ist überall dabei und wir sind immer mobil.

[Mitnahme im Zug] [Mitnahme im Auto] [Mitnahme auf dem Fahrrad] [Birdy und Faltboot] [Mitnahme auf dem Schiff] [Mitnahme im Flugzeug]

Im Zug

In Nahverkehrszügen steht das Birdy problemlos im Eingangsbereich. Alternativ liegt es auch gut in der Gepäckablage. Dort ist es ratsam, das Birdy mit einem kleinen Spanngurt (z.B. Pedalriemen) zu sichern. Einige Birdy-Fahrer schonen ihr Birdy durch die Unterlage eines Pullovers.

Im IC gibt es in den Großraumwagen direkt an der Tür Stellplätze für Koffer. Dort passt auch das Birdy hinein.

Im ICE kann das Birdy im Großraumwagen im Eingangsbereich stehen bleiben (Bild). Dort passt auch die Mini-Bar vorbei. Auch am Behinderten-Platz ist genügend Raum vorhanden. Eine weitere Möglichkeit ist, das Birdy in den Zwischenraum zwischen den Rücken an Rücken angeordneten Sitzen zu stellen. Detaillierten Hinweisen für die Unterbringung im ICE haben wir eine spezielle Seite gewidmet.

Je nach Verkehrsunternehmen und Beförderungsbedingungen muss ein Faltrad verpackt werden, damit es kostenlos als Handgepäck mitfährt. Bei der Bahn AG ist das Verpacken seit Mai 2007 nicht mehr vorgeschrieben, aber durchaus empfehlenswert. Zum Verpacken bietet riese und müller entsprechendes Zubehör an, es gibt aber auch Alternativen.

Das Birdy im ICE
Das Birdy im Eingangsbereich eines ICE-Großraumwagens
Foto: Peter de Leuw

Im Auto

Auch im Kofferraum eines Autos reist das Birdy mit. Geschickt hereingestellt, passen sogar zwei Birdys in einen Smart.

Das Birdy passt in einen Smart.
Zwei Birdys passen in einen Smart.
Foto: Helge Hielscher

Auf dem Fahrrad

Klar, mit einem genügend großen Fahrradanhänger kein Problem, doch geht es auch ohne Anhänger? Es geht! Die Idee dazu entstand als Gag zum 1. Weserradtag in Höxter. Ich wollte meine beiden Räder für die Ausstellung standesgemäß transportieren. Aber meine Idee hat auch einen Nutzen im Alltag. Z.B. wenn ich mal jemanden irgendwo mit dem Fahrrad abholen will. Das Birdy lässt sich ja wunderbar an die Beinlänge des Abgeholten anpassen.

Birdy auf Hase Lepus Birdy auf Hase Lepus
Fotos: Bernhard Ammer

Auf dem Schiff

Wenn das Bootsfahrrad mehr leisten soll, als nur die Strecke zum nächsten Bäcker, dann bieten sich hochwertige Falträder an, die an vielen Stellen des Bootes auch im Innenraum abgestellt werden können.

Das Birdy auf dem Schiff
Auf dem Canal du Midi, Frankreich.
Foto: Ulli Gehrmann

Mehr zur Unterbringung von Fahrrädern auf einem Segelboot hat Franz D. Schnitzler zusammengetragen: Mit Birdy und Boot in den Niederlanden.

Birdy und Faltboot

Auch auf einem Faltboot findet das Birdy Platz. Zuerst wird das Faltboot mit dem Birdy zum Wasser gezogen, dann wird getauscht: Das Birdy liegt gefaltet auf dem Boot:

Das Faltboot auf dem AnhängerDas Birdy auf dem Faltboot
Fotos: Bert

Über die Befestigung des Anhängers am Birdy berichten wir im Kapitel "Gepäcktransport".
Mehr über Birdy bzw. allgemein Faltrad in Kombination mit Faltbooten gibt es bei faltbootbasteln.de.

Im Flugzeug

[Gebühren] [Sicherheitskontrollen] [Verpackung]

Gebühren

Bei vielen Fluggesellschaften muss das Rad verpackt werden. Bei der Lufthansa reicht schon eine Plastiktüte, bei anderen muss es eine spezielle Fahrradtasche oder ein Karton sein.
Es ist dringendst zu empfehlen, das Birdy sehr gut zu verpacken oder in einem festen Koffer aufzugeben. Gibt man es im Birdy-Rucksack oder der Hülle ohne weiteren Schutz ab, ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass man es nach der Ankunft erst einmal reparieren muss - sofern man ab Ziel überhaupt Ersatzteile bekommt. Besonders anfällig gegenüber Beschädigung ist das Vorbaugelenk. Der Transport im Handgepäck ist manchmal auch möglich. Das hängt aber vom Willen und der guten Laune der Stewardessen und dem eigenen Charme ab.
Es wurde auch berichtet, dass beim Transport im Rucksack oder der Hülle von der Fluggesellschaft Gebühren für den Fahrradtransport berechnet wurden. Der Transport in einer Hartschale, in der man den Inhalt von außen nicht mehr erkennt, ist da wohl die sicherste Methode.
Allerdings kann es manchmal billiger sein, sein Birdy als Fahrrad zu transportieren als als Übergepäck: Für einen Flug von Johannisburg nach Frankfurt wurde das Gewicht von drei Rädern zum Gepäck addiert. Der Transport sollte dann umgerechnet 715 Euro wegen 55 kg Übergepäck kosten. Nach einer längeren Diskussion schaute die Frau am Check-In-Schalter nochmals in die Flugbestimmungen für Fahrräder und würde fündig. So wurde dann doch nur die Pauschale von 25 Euro berechnet ...
Die Gewichtsgrenzen liegen innereuropäisch meist bei 20 kg, außereuropäisch manchmal bei 30 kg. Gepäck darüber hinaus muss als Übergepäck separat gezahlt werden.
Wird das Birdy als Fahrrad transportiert, muss es vorher angemeldet werden. Dann wird es meist separat als Sperrgepäck behandelt und kommt nicht zusammen mit den Koffern auf die Förderbänder. Je nach Flugzeugtyp kann auch nur eine begrenzte Anzahl an Fahrrädern transportiert werden (beim Avroliner ist nur Platz für zwei Räder), also früh buchen! Da das Rad pauschal abgerechnet wird, kann man möglichst viele Teile ans Birdy montieren (Schloss, Trinkflasche, Werkzeug ...).
Für Fahrräder gibt es Pauschalpreise: z.B. Frankfurt - Edingburgh (Lufthansa/British Midland): 30 Euro pro Strecke (Flugpreis 149 Euro), Frankfurt - Johannisburg (Lufthansa/SA Airways): Hinflug 45 Euro, Rückflug umgerechnet 25 Euro (Flugpreis 890 Euro). Bei LTU gibt es die sogenannte LTU-Card für 30 Euro, die ein Jahr gilt. Man kann also wärend dieser Zeit bei beliebig vielen Flügen Sondergepäck aufgeben.
Auf der Strecke Frankfurt - Edingburgh sind die Flugzeuge, wegen der vielen Geschäftsleute die nur Handgepäck bei sich haben, nicht voll ausgelastet. Deshalb sind die Chancen gut, keine Pauschalgebühr für das Rad zu zahlen.
Ein Flug Frankfurt - Havanna, Hin und Rück kostete 2004 für das Birdy 90,- Euro zusätzlich. Nachdem das Birdy aber wie ein Koffer von Band zu Band fiel und kein extra Kleber am Fahrrad befestigt wurde, war das Geld wahrscheinlich rausgeschmissen.
Bei Condor sind zwei Gepäckstücke frei (2004). Angeblich sollen sich ohne Aufpreis auch 100 kg mitnehmen lassen, aber die müssen sich in den 2 Gepäckstücken befinden. Man kann also seine Packtaschen in einem - relativ leichten - Seesack verpacken. Ersatzkette, Werkzeug etc. kommen dann in den Rucksack, der als Handgepäck mitkommt.

Sicherheitskontrollen

Das Birdy passt in die Röntgenmaschine für Koffer vor dem Check-In-Schalter. Das Röntgenbild auf dem Monitor sieht echt klasse aus - nur Rohre und Kabel mit zwei Reifen. Leider ist das Fotografieren des Monitorbildes wegen der Sicherheitsbestimmungen nicht erlaubt.
Das Fahrradwerkzeug gehört nicht ins Handgepäck, das gibt nur Ärger.
Wenn man den Sicherheitsbeamten sagt, dass man (Metall)Cleats an den Fahrradschuhen hat, darf man die Schuhe ausziehen und die werden dan extra durch eine Röntgenmaschine geschickt. Unangenehm ist, dass man dann dann sehr lange barfuß auf dem kalten Granitboden stehen muss. Wenn man die Cleats nicht erwähnt, wird das Piepen im Metalldetektor vielleicht auf die Gürtelschnalle zurückgeführt ...

Die Verpackung

"Einwegverpackungen"

Es wurden gute Erfahrungen gemacht, das Schaltwerk und Pedale abzuschrauben, das Birdy in Luftpolsterfolie einzupacken und die Konturen mit Wellpappe zu "kaschieren". Wer sicher gehen will, schraubt auch den Scheinwerfer ab.
Empfindliche Stellen kann man zusätzlich mit Isolierschlauch aus dem Baumarkt schützen. So z.B. die vordere Feder, Schutzbleche, das Vorbaugelenk (Schlauch aufschneiden und mit Kabelbindern fixieren), Ständer (auch hier den Schlauch aufschneiden).
Steckt man einen aufgeschnittenen und mit einem Steichholz gespreizten Sektkorken in das Sattelrohr, wird auch dessen Unterkante geschont.
Ein Tragegriff entsteht mit einem Rundholz, etwa 35 cm lang, das mit zwei stabilen Bändern am Rahmenrohr befestigt wird und außerhalb der Verpackung liegt.

Die Original-Wellpappen-Verpackung wird von der Größe her zumindest von amerikanischen Fluggesellschaften als Gepäck akzeptiert. Diese Verpackung sieht aus, als würde sie ein Fahrrad beherbergen. Was die ein oder andere Fluggesellschaft animieren könnte, auch entsprechende Gebühren zu nehmen.
Man kann auch jeden anderen stabilen Karton mit passendem Ausmaß nehmen. Das Birdy sollte dann aber zusätzlich mit Luftpolsterfolie oder einer Iso-Matte (kann am Ziel zusammengerollt und leicht transportiert werden!) geschützt werden. Vorsichtige schrauben auch noch das Schaltwerk ab. Die Demontage der Pedale spart einige Zentimeter Packmaß. Am Zielort angekommen, kann man diese Verpackung leicht entsorgen. Für den Rückflug benötigt man sie (oder eine andere gleichwertige) allerdings wieder. Deshalb ist es besser, wenn man eine Möglichkeit der Aufbewahrung findet. An den meisten Flughäfen ist es kein Problem, sie dem "lost baggage claim" anzuvertrauen. Wenn das nicht geht, funktioniert vielleicht die Lagerung in einem Lichtschacht am Flughafen ...

Mehrfach verwendbare Verpackung

Rücklicht, Scheinwerfer und Dynamo abbauen, linkes Pedal nach innen schrauben, Bremshebel soweit möglich nach unten drehen. Das Vorbauscharnier und die Aufnahme der vorderen Spiralfeder dick in harten Schaumstoff verpacken oder mit einem Stück Isomatte umwickeln, zwischen die umgeklappte, vordere Gabel und die umgeklappte hintere Schwinge als Abstandhalter das Ersatzelastomer binden (damit bei seitlicher Belastung die Vordergabel nicht überlastet wird) und das ganze Rad in eine alte Isomatte einpacken. Die Matte soll sich über dem Oberrohr überlappen. Dort wird in Fahrrad-Längsrichtung ein ca. 15 cm langer Schlitz geschnitten, durch den eine Nylonschlaufe gezogen und am Oberrohr befestigt wird. Das dient als Tragegriff. Alternativ zieht man einen Packriemen um das gesamte Paket und bindet oben ein Schlaufe, um das Rad über die Schulter zu hängen. Darüber kommt dann die Birdy-Hülle. Auf die kann man noch mit einem weißen Lackstift rechts und links ein Fahrrad aufmalen (Symbol wie auf Radwegen). Will man das Paket jedoch nicht als Fahrrad, sondern als Handgepäck transportieren, sollte man von solchen Piktogrammen absehen.
Um das Packmaß zu verringern, kann man die Sattelstütze herausziehen und sie mit einem Riemen zusammen mit der hinteren Schwinge am Rahmen fixieren - so kann die Schwinge nicht selbstständig ausfalten.

Koffer

r-m bietet einen speziellen Transportkoffer an. Der SL- (direkt auf der Schwinge befestigt) und der Expeditions-Gepäckträger (Birdy grey, alle Birdys ab Modelljahr 2003), müssen abmontiert werden, können aber zusammen mit dem Birdy im Koffer untergebracht werden. Koffer und Birdy bringen schon eine Menge Gewicht mit, so dass für das eigentliche Gepäck nicht mehr viel Kapazität bleibt bzw. Übergepäck zahlen muss. Der Koffer ist auch so groß, dass er oft nicht auf die Transportbänder passt, sondern am Schalter für Sondergepäck aufgegeben werden muss. Am Flughafen geht es dann per Taxi weiter, weil man den Koffer ansonsten nicht mitbekommt. In Schließfächer passt er meist nicht.
Nicht unbedingt kleiner, aber vielleicht güstiger ist der Samsonite Oyster II Express 79 aus der Samsonite 450-Serie. Dieser Koffer hat keine feste Inneneinteilung. Die Außenmaße sind 79 x 62 x 30 cm, die Innenmaße 73-69 x 56-52 x 29,5 cm. Er wird im Gegensatz zum r-m-Koffer längs und nicht quer gezogen und hat drei Schlösser (davon zwei Zahlenschlösser). Gewicht inkl. Birdy rund 17 kg.
Auch der Delsey 4x4-Koffer soll geeignet sein. Er hat vier Rollen und wird wie der Samsonite längs gezogen. Seine Maße: 79 x 64,5 x 32,5 cm.
Die Koffer haben den Nachteil, von den Abmaßen her nicht als Gepäck akzeptiert zu werden. Sie sind also sperriges Sondergepäck. Außerdem müssen sie nach dem Flug verstaut und aufbewahrt werden ... Da hilft der Koffer mit Rädern, der als Anhänger benutzt werden kann:

 

Koffer-Anhänger

Von Andreas Macrander
Auf Flugreisen sollte das Birdy nicht ungeschützt sein. Meine Anforderungen:

Diese Anforderungen wurden nicht erfüllt vom originalen Versandkarton (sehr knappe Abmessungen, nicht regenfest, schwer zu transportieren, mäßige Schutzwirkung), und dem alten Birdy-Hartschalenkoffer (noch kleinere Abmessungen).

Seit Ende 2009 gibt es einen neuen Birdy-Koffer von Riese und Müller. Das gefaltete Birdy passt nun komplett hinein (inkl. Expeditionsgepäckträger und Schutzblechen), nur die Sattelstütze muss entnommen werden. Angeboten wird auch ein Anhänger-Set mit kleinen 12"-Rädern, das laut r-m "nur für die kurzen Strecken zwischen Flughafen und Hotel" gedacht ist.

Den Koffer habe ich mit einem langstreckentauglichen Anhängerfahrwerk ausgestattet; das System hat auf einer Südafrika-/Feuerland-Reise alle Erwartungen erfüllt. Hier eine Beschreibung des modifizierten Koffers.

Rahmen

Drei Aluminium-Vierkantrohre in "H"-Anordnung verstärken den Kofferboden. Das in Fahrtrichtung linke Längsrohr verläuft in der Aussparung des Koffers und ist mit diversen Passstücken passgenau mit dem Koffer verschraubt. In das vordere Ende wird in die Deichsel gesteckt. Die beiden anderen Rohre, sowie eine Astroboard-Kunststoff-Verbundplatte sind von innen mit dem Kofferboden verschraubt.

Wichtig ist eine gute Krafteinleitung von der Deichsel in den Koffer. Dabei sind die originalen Aussparungen für das r-m-Anhängerset eher nachteilig, da hier der Koffer deutlich instabiler ist. Dies wird durch relativ aufwändige Passstücke und Verschraubungen ausgeglichen (besonders beim linken Rahmenrohr), da sich der Koffer sonst im vorderen Bereich beim Fahren durch Schlaglöcher deutlich verbiegt, was dem Material auf die Dauer wohl nicht so gut bekommen würde. Verwendet werden Edelstahl-M6-Inbus-Rundkopfschrauben (die abgerundeten Köpfe auf der Außenseite stören nicht weiter) sowie selbstsichernde Muttern und großflächige Edelstahl- und Nylon-Unterlegscheiben.

Fahrwerk/Räder/Deichsel/Beleuchtung

Etwa mittig unter dem Koffer ist ein elastomergefedertes Fahrwerk des Chariot Captain (Modelljahr 2004) mit den Längsrohren des Rahmens verschraubt. Das Fahrwerk kann mit einem Inbus- und Maulschlüssel in einigen Minuten demontiert werden.
Die 18"-Räder (gleiche Größe wie beim Birdy) mit Steckachsbefestigung stammen ebenfalls vom Chariot Captain.
Die Deichsel ist die gleiche Weber-Deichsel, die bei allen Chariot-Anhängern mit Weber-Kupplung verwendet wird. Die Deichsel-Aufnahme (Vierkant-Rohr) ist ca. 0,6 mm zu groß. Damit die Deichsel nicht wackelt, werden an zwei Seiten passende 0,5 mm-Edelstahl-Flachbänder eingesteckt.
Rundum sind weiße und rote Reflexfolien aufgeklebt (hinten auch ein signalroter Streifen). Ein Busch-und-Müller-Relite-D-Batterie-Rücklicht wird auf eine angeschraubte Halterung an der Koffer-Rückseite angesteckt (vor dem senkrechten Aufstellen des Koffers nicht vergessen es abzunehmen!).

Polsterung

Innen ist der Koffer flächendeckend mit 1 cm dicken Schaumstoffplatten ausgekleidet. Weitere Schaumstoff-Elemente werden gebraucht, damit das Birdy nicht verrutschen kann (s.u.). Fleece-Beutel und Luftpolsterfolien nehmen die Anhänger-Deichsel und -Achse sowie die Räder auf.

Verstauen des Birdys

Sämtliche Teile lassen sich zusammen mit dem Birdy im Koffer verstauen, d.h. ein vollausgestattetes Birdy Touring, Sattelstütze (einzeln), Fahrwerk/Federung, Rücklicht-Halterung, Deichsel (in Fleece-Beuteln), zwei 18"-Anhänger-Räder (in Luftpolsterfolie verpackt). Bei liegendem Koffer liegt das Birdy auf einem festen Schaumstoffklotz auf der Querstrebe des Alu-Rahmens des Koffers, so dass das Gewicht großräumig verteilt wird und der Koffer-Boden nicht ausbeult. Diverse weitere Schaumstoffstücke sorgen dafür, dass das Birdy nicht herumrutscht und auf allen Seiten hinreichend gepolstert ist. Durch Abnehmen der Schaltbox wird das Birdy mehrere cm flacher, und die Polsterung hat mehr Reserven. Durch Luftablassen bei den Anhängerrädern wird weiterer Platz gewonnen. Ein Rundholz wird nahe der "höchsten" Stelle durch das Birdy gesteckt, und verhindert ein Zusammendrücken des Koffers und damit ein Verbiegen der Hinterradschwinge. Das Rundholz bleibt mit Klettstreifen an seiner Position.

Das Vierkantrohr auf der linken Seiten (Deichselaufnahme) ragt vorne etwas in die äußere Koffer-Aussparung hinein und bildet eine etwas gefährliche "Ecke". Ein aufgestecktes und mit Klettstreifen gesichertes passgenaues hartes Schaumstoff-Stück ergänzt die "fehlende" Koffer-Ecke, so dass die Deichselaufnahme geschützt ist und auch auf Gepäckförderbändern etc. nichts hängenbleiben kann. Ein Spanngurt sichert den Koffer zusätzlich vor Öffnen bei evtl. Versagen der drei Schlösser. Aufschriften "Bicycle inside - Fragile - please handle with care" klebe ich mit Selbstklebefolie auf die Außenseiten; bei Nichtgebrauch lassen sich die Zettel leicht wieder ablösen und unter der Boden-Schaumstofflage auf der Innenseite "parken".

Fahreigenschaften

Hervorragend, auch voll beladen mit ca. 20 kg Gepäck und auf Schotterstrecken mit Schlaglöchern (getestet auf Feuerland, Patagonien). Die Aerodynamik des Anhängers ist so günstig, dass ich mit dem Anhänger schneller fahre als wenn das gleiche Gepäck in vier Packtaschen am Birdy hängt (zumindest in der Ebene, bei Steigungen spielen die 14 kg Mehrgewicht durch den Anhänger eine größere Rolle).

Mitnahme im Zug

Für Touren mit Birdy/Zug kann man den Koffer als Gepäckanhänger nutzen. Mitnahme im Zug ist unproblematisch, auch wenn der Koffer erheblich größer ist als "normale" Koffer. Das Fahrwerk lasse ich normalerweise dran, und nehme nur die 18"-Räder ab. Den Koffer kann man auf seinen kleinen Rollen halb aufrecht bewegen und abstellen. In die meisten ICE-Gepäckfächer passt der Koffer nur liegend (mit eintsprechendem Flächenbedarf), sonst stelle ich ihn an eine andere freie Stelle. Auf dem Bahnsteig baue ich meist die 18"-Räder und die Deichsel an, und falte das Birdy wieder aus.
Da man auf Nicht-Flugreisen keine voluminöse Schaumstoffpolsterung im Koffer braucht, hat man viel Platz für Zelt etc., so dass das Fahrrad frei von Gepäck bleiben kann (günstig für die Aerodynamik). Je nach Gepäckmenge, Umsteigehäufigkeit, und geplanter Fahrradstrecke nehme ich auf Bahnfahrten entweder nur das Birdy und max. 4 Packtaschen mit (dies ist der Regelfall), oder bei viel und schwerem Gepäck den Anhänger.

Mitnahme im Flugzeug

Nach Ankunft am Flughafen wandert das normale Gepäck (Zelt etc.) aus dem Koffer in einen großen Rucksack. Anschließend Fahrwerk abschrauben, Birdy verstauen, Deichselaufnahme mit Schaumstoffklotz sichern etc.; dies dauert mit etwas Erfahrung gut 30 min. Mehr Zeit braucht man danach, um das ganze lose Gepäck im Rucksack zu verstauen. Ich bin normalerweise 2-3 Stunden vor Abflug am Flughafen, dann kann man alles entspannt einpacken und frühzeitig beim Check-In erscheinen. Normalerweise melde ich den Koffer explizit als Fahrrad an (Sportgepäck), das ist für die 31 kg Gewicht (Koffer + Anhängerteile 15 kg, Birdy Touring + Werkzeug 16 kg) günstiger als Übergepäck zu bezahlen - zumal ich ja noch den großen Rucksack mit dem restlichen Gepäck habe, der nochmal gut 20 kg wiegt.
Die Platzausnutzung im Koffer ist nahe 100 %, so dass man zusätzlich zum Fahrrad nur relativ wenig Gepäck noch in den Koffer stecken kann (z.B. einen dünnen Innenschlafsack und ein paar Kleidungsstücke, aber nicht mehr). Auf Radtour ist die Kapazität durch die mitgeführten Schaumstoffklötze und den leeren Rucksack im Koffer auch nicht beliebig groß, es reicht aber für Isomatte, Zelt, 12 Liter Trinkwasser und Proviant für mehrere Tage. Die restlichen leichten Sachen habe ich dann in Ortliebtaschen direkt am Fahrrad mitgenommen.

Reiseerfahrungen

Bis jetzt (Feb. 2011) habe ich den Koffer auf dem Donauradweg Passau - Wien mit Bahnanreise genutzt, sowie auf einer Antarktis-Fahrt mit den Flügen Frankfurt - Kapstadt (Lufthansa), Ushuaia - Buenos Aires - Rom (Aerolineas Argentinas), und 450 km Fahrrad- und Zelt-Fahrt auf Feuerland.
In Frankfurt wurde der Koffer als Sondergepäck abgegeben, da er nicht auf die Förderbänder passt, in Kapstadt kam er mit den normalen Gepäckstücken aufs Band. Abgesehen von ein paar winzigen Schrammen auf der Koffer-Außenseite gab es keinerlei Schäden.
Auf Feuerland bin ich 450 km von Punta Arenas nach Ushuaia gefahren, mit vollem Zelt-Gepäck, 12 l Trinkwasser, Proviant für mehrere Tage, und noch einigem Winter-Gepäck (Skier!). Gesamt-Zuladung an Fahrrad und Anhänger war maximal ca. 50 kg.
Schotterpisten waren kein Problem (auch wenn die Anhängerräder öfter ein Schlagloch "mitnehmen" als das Fahrrad alleine), die Fahreigenschaften auch bei schnellen Abfahrten auf Asphalt bis 61 km/h sehr gut.
Die Rückreise mit Aerolineas Argentinas ab Ushuaia nach Rom war unproblematisch (Behandlung als Standardgepäck trotz 64 kg statt der erlaubten 2x23 kg Gepäck).
Bei der anschließenden Bahnfahrt sorgte das Gespann für Erstaunen bei den wartenden ICE-Schaffnern in München Hbf, die nicht glauben wollten, dass ich damit in den ICE einsteigen wolle (verschwand dann aber alles im Gepäckfach).

Insgesamt ist das Handling hervorragend, und der Schutz des Birdys vor Beschädigungen sehr gut. Den Transport in einem Karton, oder nur in einer Tasche eingewickelt, behagt mir wesentlich weniger, auch wenn ein "loses" Fahrrad vielleicht vorsichtiger behandelt wird als ein Hartschalenkoffer - aber darauf will ich nicht unbedingt vertrauen. Die Kombination von sehr gutem mechanischen Schutz und 100 %ig guten Fahreigenschaften des gesamten Systems und damit Unabhängigkeit von Taxis etc. möchte ich nicht mehr missen.

Bezugsquellen

Koffer geschlossen. Sichtbar sind das Deichselaufnahme-Rohr (rechts), die Eck-Polsterung (oben rechts), einige Schraubenköpfe und Scheiben für den innenliegenden Rahmen, Spanngurt (gelb) und "Bicycle inside"-Aufkleber.
Das Schaumstoff-Passstück zum Schutz der "fehlenden" Ecke bei der Deichselaufnahme.
Koffer, geöffnet, mit komplettem Inhalt, links mit, rechts ohne die oberste Schaumstoff-Lage.
Ansicht von oben. Anhänger-Deichsel, -Fahrwerk, und Birdy-Sattelstütze liegen unter dem Birdy (in diesem Bild am oberen Rand). Dicht neben der Vorderrad-Schwinge ist die Rundholz-Stütze erkennbar.
Ansicht von der Seite.
Koffer mit Schaumstoff-Boden-Matte. Im Deckel ist das Gegenstück für die Rundholz-Stütze erkennbar; unten stützt sich das Holz auf der Alu-Querstrebe ab, gesichert mit dem weißen Klettstreifen. Rechts daneben sitzt ein fester Schaumstoff-Block, der die Hauptlast von der Hinterrad-Schwinge auf die Aluminium-Querstrebe überträgt. Alu-Rahmen (in "H"-Form) und Astroboard-Bodenplatte (blau). Die weißen Streifen sind Klettstreifen zur Befestigung der Schaumstoff-Matte. Die Warn-Aufkleber werden normalerweise auf der Astroboard-Platte "geparkt".
Koffer komplett ausgepackt. Links div. Schaumstoff-Klötze und -Matten, darauf liegen die Fleecebeutel für Birdy-Sattelstütze, Anhänger-Fahrwerk und -Deichsel. Vorne unten ist ein Beutel mit allen benötigten Kleinteilen und Schrauben.
Beladenes Gespann am Lago Fagnano bei Tolhuin, Feuerland. Auf dem Anhänger sind ein paar Skier und ein kleiner Tagesrucksack verzurrt. Das leichtere Gepäck (Kleidung etc.) ist in den Packtaschen am Birdy.
Anhänger mit Gepäck, aufgeklappt.
Anhänger von schräg hinten. Erkennbar sind die großen weißen und roten Reflexaufkleber und das Batterie-Rücklicht.
Fotos: Andreas Macrander

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© 2003 - letzte Aktualisierung: 24.03.2011
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