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www.birdy-freunde.de/birdy/birdy-im-winter.html - ausgedruckt am 22.11.2017

Mit dem Birdy durch den Winter

 

Im Winter Rad zu fahren ist für viele etwas ganz Spezielles. Schließlich ist es kalt, öfter auch mal regnerisch und mit dem Rad setzt man sich voll und ganz der Witterung aus. Das Rad muss fit für den Winter sein. Auch wenn es für den Sommer ausreicht, stößt im Winter so manches an seine Grenzen. Und für Fahrer bzw. Fahrerin ist ein guter Wetterschutz angesagt.

Die Beleuchtung

Dynamobeleuchtung ist oft anfällig gegen Nässe, Schmutz, Laub, Schnee und Eis. Das Problem: Der Dynamo rutscht durch, Kontakte korrodieren. Das kann bis zum Totalausfall führen. Für das Birdy werden verschiedene Beleuchtungsoptionen angeboten. Neben einem Nabendynamo von Shimano steht der SON XS100 zur Verfügung. Der Shimano-Dynamo ist eigentlich für 26-28 Zoll große Laufräder konzipiert, er speist Lumotex IQ Cyo senso plus von Bumm, das Rücklicht wird weiterhin mit Batterien betrieben.
Der SON XS100 ist speziell für kleine Laufräder. Er hat wie die Original-Vorderradnabe des Birdy (und im Gegensatz zum SON20 und zum von r-m angebotenen Shimano-Nabendynamo) einen verringerten Flanschabstand für ein optimales Faltmaß. Hinzu kommt, dass der SON XS100 mit rund 400 Gramm nur weniger als die Hälfte des Shimano-Nabendynamos auf die Waage bringt. Das Dynamoset enthält den wirklich guten Scheinwerfer Lumotex IQ Cyo senso plus von Busch und Müller. Auch hier wird das Rücklicht mit Batterien betrieben.
Beide Beleuchtungsvarianten sind wegen des nicht am Dynamo angeschlossenen Rücklichts nicht StVZO-konform.
Mit dem SON in der Variante für 26-28 Zoll große Laufräder kann man wahre Flutlichter erzeugen. Solche Beleuchtungsanlagen sind ebenfalls nicht StVZO-konform. Zwei in Serie geschaltete Scheinwerfer sind auch bei geringeren Geschwindigkeiten kein Problem. Details zum 12-V-Betrieb des SON bei nabendynamo.de. Aber auch 18 Volt sind aus dem SON herauszuholen.

Das früher erhältliche Dynamo-Set mit Seitendynamo sowie das Batterielicht-Set ist nicht mehr bei r-m erhältlich.

Akkubeleuchtung ist ebenso wie die Beleuchtung mit einem Nabendynamo als Energiequelle ebenfalls witterungsunabhängig. Bei mit Halogenlampe betriebenen Akkuscheinwerfern reicht das Licht mit einer Akkuladung unter optimalen Bedingungen nur etwa zwei Stunden, bei LED-Scheinwerfern bis zu zehn Stunden. Es ist also gerade bei Halogenlampen eine gute Idee, einen frisch geladenen Satz Ersatzakkus in der Tasche zu haben. Frisch geladen, weil Akkus unter dem Phänomen der Selbstentladung leiden. Ein zu lange gelagerter Akku hat also einen Teil seiner Kapazität bereits verloren, ohne auch nur einmal eine Lampe gespeist zu haben.
Bei Kälte sollte man die Ersatzakkus körpernah mitführen. Dadurch bleiben sie schön warm. Akkus haben nämlich die Eigenart, bei Kälte weniger leistungsfähig zu sein. Die oben genannten Zeiten werden bei Minusgraden also selten erreicht.
Den Akkuwechsel sollte man zu Hause, auch mal im Dunkeln oder mit Handschuhen, ausprobieren. Dann muss man die Premiere nicht im Wald feiern und weiß wie es geht.
LED-Scheinwerfer haben manchmal einen Stromspar-Modus, damit hält der Akku fast doppelt so lange.
Der Betrieb von Akkurücklichtern ist problemloser. Sie arbeiten inzwischen alle mit Leuchtdioden an Stelle von Glühlampen und sind sehr genügsam. Ein Akkusatz hält also viel länger als bei einem Scheinwerfer.

Die Bremsen

Das Birdy wird gebremst mit V-Brakes, das Birdy green bzw. Birdy city am Hinterrad ggf. auch mit einer Rücktrittbremse. Ältere Birdys haben noch Seitenzugbremsen. An der Rücktrittbremse lässt sich nicht viel machen, sie ist zuverlässig und wetterunabhängig. Allerdings lässt sie sich nicht sehr gut dosieren, aber damit müssen wir leben.
Bei V-Brakes und Seitenzugbremsen lohnt es sich, vor dem Winter die Bremsbeläge anzuschauen und ggf. auszutauschen. Dabei ist auch ein Blick auf die Felgen fällig: Sie werden von den Bremsen abgeschliffen und sind deshalb Verschleißteile. Mehr dazu im Kapitel "Wartung". Die Bremszüge dürfen weder an der Klemmung noch am Nippelansatz aufgefasert sein. Dann ist bereits der Anfang vom Ende des Seils eingeläutet und ein beherzter Griff an den Hebel kann zum Reißen führen. Gut eingefettete oder Edelstahl-Bremszüge rosten nicht, Fett beugt auch vor, dass sie nicht einfrieren. Gerade bei der Vorderradbremse besteht die Gefahr, dass sich im Bogen Wasser sammelt. Beim Austausch sollte man darauf achten, dass man Edelstahlzüge oder sogar kunststoffbeschichtete Züge kauft.

Die Gangschaltung

Damit die Gangschaltung zuverlässig arbeitet, muss sie sauber und richtig eingestellt sein. Für die Ritzel gibt es im Versandhandel spezielle Bürsten. Ein Lappen, den man durch die Zwischenräme zieht, tut es aber auch. Zum Reinigen der Kette bietet sich eine (alte " vor allem aber für diesen Zweck ausrangierte) Zahnbürste an. Spätestens, wenn die Kette trocken ist und zu quietschen beginnt, muss sie gefettet werden. Und das kann im Winter schon mal öfter vorkommen. Es gibt spezielles Kettenfließfett oder Kettenöl im Fachhandel. Andere Öle und Fette, wie z.B. Nähmaschinen- oder Silikonöl eignen sich nicht.
Eine verschlissene Kette muss gewechselt werden. Nach rund 3.000 km ist es bei einem Rad mit Kettenschaltung so weit. Bei vielen Fahrten bei Regen und Schmutz geht der Verschleiß recht zügig voran. Bei einem Rad mit Nabenschaltung (Birdy green und grey bzw. Birdy city und rohloff) hat man etwas mehr Zeit. Zum Nachmessen gibt es im Handel eine Messlehre (Rohloff Caliber2). Auch die Ritzel leiden natürlich und unterliegen dem Verschleiß. Auch dafür gibt es eine Messlehre (Rohloff HG-Check). Spätestens aber, wenn eine neue Kette über die (oder auch nur ein) Ritzel rutscht, ist der Austausch fällig.

Die Reifen

Der Reifendruck sollte immer beim angegebenen Maximaldruck liegen (s. dazu auch unsere Reifenkunde). Da die Reifen immer Druck verlieren, ist regelmäßige Kontrolle nötig. Die Reifen sollten noch Profil aufweisen. Wenn kein Profil mehr vorhanden ist, sind sie zu weit abgefahren, das Pannenrisiko steigt. Gerade das im Winter (und Frühjahr) überall herumliegende Streugut ist der Feind eines jeden Reifens. Spröde und rissige Reifen sollten ebenfalls ausgetauscht werden.
Für die richtigen Schnee- und Eisfahrten bieten sich übirgens Spikereifen an, die man kaufen oder sich selber basteln kann:

Die Kleidung

Hier ist Flexibilität angesagt. Hat man es zu Beginn der Fahrt noch lieber etwas wärmer, wünscht man sich nach einigen Kilometern etwas mehr Luftaustausch. Deshalb empfiehlt sich das "Zwiebelprinzip": Lieber mehrere dünnere Lagen übereinander, als eine dicke Lage. Dann kann man je nach Befinden schnell variieren.
Die äußere Lage sollte dann wasser- und winddicht sein, ebenso wie die Handschuhe. Helle Farben und Reflektoren schaden nicht und sorgen für gute Sichtbarkeit.
Wer mit Helm unterwegs ist, ist mit einem regen- und winddichten Überzug gut bedient. Dann zieht es nicht über die Kopfhaut. Die Ohren können durch die HotEars geschützt werden. Diese an den Helmriemen befestigten Ohrenwärmer sind übrigens das erste von r-m entwickelte Produkt – noch vor dem Birdy.

Streusalzschäden

Hauptverkehrsstraßen und Schulwege werden von den Kommunen durch Einsatz von Salz schnee- und eisfrei gehalten. Dabei kommt sowohl das auch als Kochsalz bekannte Natriumchlorid als auch so genanntes Feuchtsalz zum Einsatz. Feuchtsalz ist eine Lösung von Calcium- und/oder Magnesiumchlorid. Es hat neben einigen Vorteilen auch den Nachteil, besser an Gebäuden und Fahrzeugen zu haften. Meist lässt es sich nicht vermeiden, gesalzene Wege zu fahren. Nicht geschützte Metalle korrodieren jedoch unter dem Einfluss von Salz. Während Stahlteile am Fahrrad meist lackiert oder pulverbeschichtet sind, sind Aluminiumteile wie Felgen, Naben, Bremskörper, Gangschaltung und Kurbel meist ungeschützt und in Straßennähe besonders gefährdet. Aber auch Edelstahlspeichen werden durch Feuchtsalz angegriffen und neigen zum Reißen. Gegen Streusalzschäden hilft nur, das Fahrrad möglichst nach jeder Benutzung mit einem weichen Wasserstrahl, einer Blumenspritze oder mit einem nassen Schwamm abzuwaschen. Klares Wasser reicht aus, um Salzkrusten und salzhaltigen Schneematsch zu entfernen. Das Fahrrad muss dazu natürlich in einem frostfreien Raum stehen. Hartwachs gibt eine zusätzliche Schutzschicht, es sollte nach gründlicher Reinigung des Rades am besten aus der Flasche oder Tube mit einem Lappen sorgfältig aufgetragen werden. Bei Felgen ist jedoch Vorsicht geboten: Die Felgenflanken müssen anschließend mit Aceton oder Verdünnung restlos gereinigt werden, damit Felgenbremsen nicht versagen. Die Kette muss immter gefettet sein, damit sie nicht rostet.

Nicht geräumte Radwege

Viele Radwege sind mit einem Radweg-Schild gekennzeichnet. Sie müssen also benutzt werden. Was ist aber, wenn ein Radweg nicht geräumt oder gestreut ist? Was ist, wenn der Radweg eisige Spurrillen hat? Dann ist sicheres Befahren dieses Weges nicht mehr möglich. Ein Radweg soll der Sicherheit des Radverkehrs dienen. Das kann er in einem solchen Zustand jedoch nicht. Radfahrer dürfen deshalb auf die Fahrbahn ausweichen. Gemäß Rechtsprechung dürfen sie das nicht nur, sie müssen es sogar. Das besagt ein Urteil des OLG Celle aus dem Jahr 2000.

 

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© 2003 - letzte Aktualisierung: 08.01.2010
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